21. Februar 2019 / 10:52 Uhr

FC Eilenburgs Coach Knaubel: „Die Ergebnisse kommen zwangsläufig“

FC Eilenburgs Coach Knaubel: „Die Ergebnisse kommen zwangsläufig“

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Blick nach vorn: FC Eilenburgs Coach Nico Knaubel glaubt fest an den Weg, den er und seine Mannschaft eingeschlagen haben.
Blick nach vorn: FC Eilenburgs Coach Nico Knaubel glaubt fest an den Weg, den er und seine Mannschaft eingeschlagen haben. © Alexander Prautzsch
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Pünktlich zum Rückrundenstart steht FC Eilenburgs Trainer Nico Knaubel im Interview Rede und Antwort .

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Eilenburg. Morgen Abend heißt es im Ilburg-Stadion endlich wieder: Flutlicht an, Winterpause aus. Der FC Eilenburg startet um 19 Uhr gegen den VfL Hohenstein-Ernstthal in die Rückrunde der Fußball-Oberliga. Trainer Nico Knaubel verrät im Interview, wie seine Mannschaft die Favoriten ärgern will, warum ihn selbst Testspiel-Niederlagen fuchsen und erzählt nebenbei von legendären Stadionbesuchen.

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Erfolgreicher Test für den FC Eilenburg: Der Oberligist setzte sich gegen den VfB IMO Merseburg deutlich 3:0 durch. Zur Galerie
Erfolgreicher Test für den FC Eilenburg: Der Oberligist setzte sich gegen den VfB IMO Merseburg deutlich 3:0 durch. © Thomas Jentzsch
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Herr Knaubel, im Winter bereisen Sie immer mit einer berüchtigten Truppe um Ex-FCE-Trainer Wolfgang Letzian die großen Stadien Europas. Wo ging es dieses Mal hin?

Nach Schottland. Ich konnte aber aus beruflichen Gründen nicht dabei sein, weil ich mit der sächsischen U14-Auswahl zu einem Lehrgang war, habe mir aber sagen lassen, dass die Herren Spaß hatten.

In den Jahren zuvor ging es unter anderem nach Lissabon, Madrid, Mailand, London und Rom. Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Als Fan des spanischen Fußballs hat mich das Bernabeu in Madrid natürlich am meisten beeindruckt. Richtig nach Fußball „gerochen“ hat es aber in Genua, wo das Stadion mitten in der Stadt steht, eine ursprüngliche Atmosphäre herrscht, die man sofort aufsaugt. Auch bei einem Arbeiterclub wie Sporting Lissabon fand ich es außergewöhnlich.

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Können Sie von solchen Reisen eigentlich irgendetwas für den Alltag beim FC Eilenburg mitnehmen?

Natürlich nimmst du die Euphorie und Begeisterung mit. Außerdem sehen wir uns ja immer auch Spiele kleinerer Vereine aus den unteren Ligen an, die ähnliche Bedingungen haben wie wir. Da schaue ich dann schon, wie die Spieler das umsetzen, was der Trainer will und entwickle daraus bestimmte Ideen für uns.

Lautet die Idee für die Rückrunde schlicht: oben angreifen?

Wir wollen unsere Philosophie weiterentwickeln, werden uns auch gegen Topteams wie Luckenwalde, Inter und Chemie Leipzig nicht hinten rein stellen. Ich bin mir sicher, dass die Ergebnisse dann zwangsläufig kommen und wir wie in der Hinrunde 25 Punkte holen. Mindestens.

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Und die ersten drei wahrscheinlich am liebsten gleich gegen Hohenstein-Ernstthal. Was halten Sie denn allgemein von Spielen am Freitagabend?

Ich finde das gut, weil Flutlichtspiele immer einen besonderen Charme haben. Außerdem können die Jungs und der Trainer sich dann am Wochenende noch in anderen Stadien umsehen (lacht). Vielleicht kommt auch der ein oder andere Zuschauer mehr.

Apropos: Trotz der sehr vorzeigbaren Hinrunde war der Zuschauerzuspruch eher mau. Wie erklären Sie sich das?

Wir haben keine Fragebögen ausgegeben. Aber natürlich werden unsere Leistungen nicht so honoriert, wie wir uns das wünschen. Am Ende ist das ein allgemeiner Trend mit dem viele Mannschaften kämpfen. Es ist inzwischen im Fernsehen so viel Fußball im Angebot, dass sich viele überlegen, ob sie sich bei Wind und Wetter ins Stadion stellen.

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Für die Spieler gibt es dagegen keine Witterungsausreden: Wie lief die Vorbereitung?

Grundsätzlich sind wir mehr als zufrieden, weil wir immer trainieren konnten. Es wird aber langsam Zeit, dass wir einen neuen Kunstrasen bekommen, unserer ist inzwischen doch arg abgenutzt und sorgt für einige kleinere Blessuren. Deswegen gab es nach vier Wochen auch eine kleine Delle. Am Montag haben wir zum ersten Mal wieder auf Rasen trainiert, da waren die Jungs wie kleine Kinder, ich musste nur einen Ball in die Mitte werfen.

Ärgern Sie sich über Testspiel-Niederlagen in der Vorbereitung, wie etwa gegen Halle-Ammendorf?

Das ärgert mich schon. Es trägt dazu bei, Selbstvertrauen abzubauen, wirft Fragen auf, woran es liegt und was wir abstellen müssen. Wir haben gesehen, dass wir anfällig für Konter sind und uns schwer tun, Lösungen gegen tief stehende Gegner zu finden. Aber wir ziehen unsere Schlüsse daraus.

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Mit 0:2 unterlag der FC Eilenburg überraschend gegen den Verbandsligisten aus Sachsen-Anhalt, BSV Halle-Ammendorf. Zur Galerie
Mit 0:2 unterlag der FC Eilenburg überraschend gegen den Verbandsligisten aus Sachsen-Anhalt, BSV Halle-Ammendorf. ©

In der Rückrunde müssen Sie gleich mit drei Standby-Spielern arbeiten. Wie soll das funktionieren?

Bei René Winkler wird es wohl am schwierigsten, weil er in der Winterpause kaum trainieren konnte. Sebastian Klemm war dafür fast schon mehr da als in der Hinrunde, hat auch einen Test komplett durchgespielt und sollte eine Alternative sein. Bei Henrik Jochmann ist es ganz verrückt. Er setzt alle Hebel in Bewegung, kommt einmal pro Woche aus Chemnitz zum Training gefahren und war auch bei den Spielen dabei.

Wird er demnach am Freitag in der Startelf stehen?

Mal sehen. Wir brauchen definitiv kreative und torgefährliche Spieler wie ihn. „Jochi“ bringt eine andere Note mit, die unseren Stil ändert und die Gegner überraschen kann.

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Gepostet von FC Eilenburg e.V. am Sonntag, 27. Januar 2019

Und wie macht sich Winterzugang Tim Bunge?

Er hat sich gut eingewöhnt, will seine Chance nutzen. Er tut uns in der Offensive gut, ist schnell und dynamisch und schürt so den Konkurrenzkampf.

Sie haben vor nicht allzu langer Zeit gesagt, Eilenburg gehört in die Regionalliga. Stehen Sie immer noch dazu?

Wir sehen zumindest gerade, wie weit wir weg sind und was uns noch fehlt. Die Topmannschaften sind physisch fitter als wir, die trainieren aber auch fünf-, sechsmal die Woche. Das können wir nicht. Wir wollen mit einer jungen, gewachsenen Mannschaft dagegenhalten und haben den Ehrgeiz diesen Weg weiterzugehen.

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