08. Dezember 2019 / 08:26 Uhr

FC Eilenburgs neue Spezialität: Tore in der Nachspielzeit

FC Eilenburgs neue Spezialität: Tore in der Nachspielzeit

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Nur mit Beruhigungsmitteln zu genießen: Spiele des FC Eilenburg. © Thomas Jentzsch
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Wer am kommenden Freitag vorhat, ins Eilenburger Ilburg-Stadion zum letzten Oberliga-Punktspiel in dieser Saison zu pilgern, sollte neben Mütze und Handschuhen vor allem eins dabei haben: Baldrian-Tropfen!

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Ohne das beruhigende Heilkraut könnte es fürs Herz ziemlich strapaziös werden. Der FC Eilenburg hat nämlich einen neue Spezialität für sich entdeckt: Tore in der Nachspielzeit. Das war beim 1:1 gegen Jena und beim 1:0 gegen Chemie Leipzig so und „klappte“ am vergangenen Freitag schon wieder. Das Tor zum 2:2 gegen den VfL Hohenstein-Ernstthal fiel in der 93. Minute. Drama-Queen, FC Eilenburg! Trainer Nico Knaubel, gerade 40 geworden, mag Spannung, aber was aktuell abgeht, ist auch ihm eine Spur zu viel. „Ich hätte lieber einen anderen Verlauf gehabt. Unser Start war suboptimal. Eigentlich verlierst du so ein Spiel am Ende mit 0:3. Die Aufholjagd zeigt den Charakter des Teams – und ja, vielleicht spielt der Glaube an ein Last-Minute-Tor im Unterbewusstsein eine Rolle“, sagte der Coach nach siebten Remis in dieser Spielzeit.

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Die Eilenburger (dunkelblau) konnten ein 0:2 aufholen und durch die Treffer von Bunge und Dimespyra in der Nachspielzeit noch einen Punkt holen. Zur Galerie
Die Eilenburger (dunkelblau) konnten ein 0:2 aufholen und durch die Treffer von Bunge und Dimespyra in der Nachspielzeit noch einen Punkt holen. ©

Gegen die Futsal vom Sachsenring, die auswärts erst einmal gewonnen haben, erwischten die Eilenburger einen Albtraumstart und lagen nach elf Minuten 0:2 zurück. Beide Treffer gehören in die Kategorie Geschenke. Beim 0:1 patzte Eilenburgs sonst so ballgewandter Torwart Andreas Naumann, der die Pille direkt in die Beine von Philipp Colditz passte, dessen Heber schlug dann unhaltbar ein. Keine 60 Sekunden klingelte es schon wieder. Diesmal sah die Eilenburger Hintermannschaft nach einem Ball in die Tiefe nicht gut aus – und wieder traf ein Philipp – diesmal mit Nachnamen Sovago mit einem herrlichen Heber über Naumann. Der Doppelschlag hinterließ bei den FCE-Kickern im Dauerregen Spuren. Kein Spielwitz, kaum gelungene Angriffe und nur wenige verheißungsvolle Szenen. Erst kurz vor der Pause, als Tim Bunge mit beiden Händen gestoßen wurde, wurde es hektisch. Für Schiedsrichter Florian Butterich (Suhl) reichte das nicht, um auf Strafstoß zu entscheiden. Das konnte nur besser werden, dachten sich die weniger Anhänger, die sich bei dem absoluten Schmuddelwetter aus dem Haus gewagt hatten.

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Und es wurde besser! Spätestens mit der Einwechslung von Benjamin Luis brannte es im Strafraum der Gäste lichterloh. Allerdings fehlten den Flanken und Ecken die nötige Präzision. Hohenstein-Ernstthal wollte nur noch verwalten, stellte jegliche Offensivbemühungen ein, spielte ab der 46. Minute auf Zeit – Torwart Dominik Reissig sah dafür auch Gelb - und wurde bestraft. Den besten Angriff des Spiels schloss Bunge mit dem 1:2 ab. Eingeleitet mit einem Zuckerpässchen von Philipp Sauer in die Tiefe auf Benjamin Luis, der uneigennützig in die Mitte passte, wo Bunge mit gestrecktem Bein einschob (75.). Das Schlussfeuerwerk war eröffnet. Bunges Freistoß in der 89. Minute kratzte Reissig aus dem linken unteren Eck. Kein Wunder, war ja noch nicht die Nachspielzeit. In der 93. Minute nahm Bunge wieder Maß. Seinen 25-m-Freistoß wehrte Reissig in die Mitte ab, wo Joker Alexandros Dimespyra goldrichtig stand und zum vielumjubelten Ausgleich einköpfte. Damit bleibt der FCE auch im zehnten Spiel in Folge ungeschlagen. Gegen Merseburg, mit Neu-Trainer und Ex-Eilenburger Daniel Ferl, sollten die Eilenburger das Glück nicht allzu sehr herausfordern. Sanny Stephan

FCE: Naumann, Sauer, Majetschak, Trogrlic, Vogel (80. Funken), Vetterlein, Heidel, Kummer, E. Luis (76. Dimespyra), Bunge, Bartlog (62. B. Luis)