05. August 2021 / 13:40 Uhr

FC Eilenburgs Trainer Knaubel kritisiert Saisonstart: "Terminhatz unverantwortlich"

FC Eilenburgs Trainer Knaubel kritisiert Saisonstart: "Terminhatz unverantwortlich"

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Nico Knaubel
Unzufrieden über die Englische Woche zum Saisonstart: Eilenburg-Trainer Knaubel. © Christian Modla
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Die Regionalliga-Saison begann mit einer Englischen Woche, was zu vielen Verletzungen beim FC Eilenburg führte. Vor dem Spiel in Rathenow machte nun Trainer Nico Knaubel seinem Ärger Luft.

Eilenburg. Sind die Schuhe schon entstaubt? „Nicht nötig. Mein Pass liegt noch in Großsteinberg und die Ablöse wäre zu hoch.“ Wenigstens seinen Humor hat Nico Knaubel noch nicht verloren – dafür aber fünf seiner Spieler, die verletzungsbedingt am Samstag nicht mit dem FC Eilenburg dem FSV Optik Rathenow die Gleitsicht justieren können. Drei Regionalliga-Partien erst und schon ein derart großes Feld-Lazarett, mehr als „13, 14“ gesunde Spieler werden es nicht, berichtet der FCE-Trainer. Da stellen sich zwei Fragen. Die eine, nach Neuzugängen, ist recht schnell beantwortet: „Wir basteln dran, aber ich denke nicht, dass es so schnell geht.“

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Knaubel: "Wettkampf kannst du nicht simulieren"

Die andere Frage ist um einiges komplexer: Woher rühren die vielen Verletzungen? „Ich finde die Terminhatz unverantwortlich. Wir haben davor gewarnt. Und jetzt bezahlen die Sportler den Preis dafür mit ihrer Gesundheit“, wütet Knaubel und erneuert seine Kritik am Saisonstart mit einer Englischen Woche. Der Spielplan raubt dem Coach jede Contenance. Bis 19. Dezember spiele seine Mannschaft durch, bereits am 30. Januar starte man ins neue Jahr. Dafür endet die Saison bereits am 15. Mai. „Was soll das? Das ist Wahnsinn!“, sagt Knaubel und doch: „Wir jammern nicht, wir wollten ja Regionalliga spielen.“

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Und weil sie wussten, was sie erwartet, wurden in der Vorbereitung Mittwochsspiele eingestreut. Allein: „Wettkampf kannst du nicht simulieren. Das ist ein ganz anderes Stresslevel. Der Verschleiß ist hoch. Die Jungs hatten neun Monate keine Fußballschuhe an“, sagt Knaubel mit Blick auf die Corona-Zwangspause. Dabei tun er und die Seinen ihr Möglichstes, um die Rahmenbedingungen zu schaffen. „Wir achten in der Vor- und Nachbereitung der Spiele auf die Belastungssteuerung, die Ernährung und so weiter.“ Professionelle Herangehensweise bei einem reinen Amateurverein also.

Ausreden gibt es am Wochenende sowieso nicht. Optik Rathenow hängt als Vorletzter direkt am Eilenburger Hosenzipfel: „Natürlich sollte das ein Gegner auf Augenhöhe sein. Aber wir lassen uns nicht blenden, es wird eine Riesenaufgabe, dazu noch auswärts. Aber natürlich ist der Wille da, am ersten Sieg zu arbeiten“, sagt Knaubel.

Nicht nur Eilenburg mit Schwierigkeiten

Trotz des Lazaretts. Denn es gibt ja auch positive Signale, wie das 20 Minuten-Comeback von Toni Majetschak vergangene Woche oder die glimpflich ausgegangene Schulter-Verletzung von Raimison dos Santos. Gut möglich, dass die Beiden morgen das Innenverteidiger-Duo bilden.

Ohnehin scheint die Defensive bislang weniger das Problem zu sein. Vier Gegentore in drei Spielen sind für einen Aufsteiger alles andere als übel. Das Übel hängt vielmehr auf der anderen Seite des Platzes. Sturmführer Tim Bunge fällt noch mehrere Wochen aus. Der mit viel Brimborium zurückgeholte Branden Stelmak bleibt bislang wirkungslos. „Natürlich haben wir uns ein paar mehr Impulse von ihm erhofft. Aber er braucht seine Zeit, um wieder auf dieses Level zu kommen. Wir bleiben geduldig, werden nicht verrückt“, sagt Knaubel.


Immerhin: Schwierigkeiten gibt es auch andernorts – bei wesentlich höher gehandelter Konkurrenz. Traditionsclub Carl Zeiss Jena rangiert in der Tabelle direkt neben dem FCE. Jena ist übrigens am 13. August nächster Gast im Ilburg-Stadion. An einem Freitagabend unter Flutlicht. In einer solchen Atmosphäre soll schon manch gebeutelter Außenseiter vermeintliche Favoriten aus der Fassung gebracht haben.