14. Februar 2020 / 10:22 Uhr

FC Eilenburgs Trainer Nico Knaubel hat einen Plan

FC Eilenburgs Trainer Nico Knaubel hat einen Plan

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Eilenburgs Trainer Nico Knaubel.
Eilenburgs Trainer Nico Knaubel. © Alexander Prautzsch
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Fußball-Sachsenpokal: Der FC Eilenburg will am Samstag ins Halbfinale einziehen und damit einen historischen Erfolg landen. Der Gegner ist Landesligist LSV Neustadt/Spree.

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Eilenburg. Am Sonnabend kann der FCEilenburg historisches vollbringen und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Halbfinale des Fußball-Sachsenpokals einziehen. Der Oberliga-Vierte ist ab 13 Uhr bei Landesligist LSV Neustadt/Spree auf dem Papier natürlich favorisiert. Trainer Nico Knaubel spricht im Interview über ein „messerscharfes Spiel“, Kontakte zu Lok Leipzig und Gewinner der Vorbereitung.

Ein Pokalspiel bei einem unterklassigen Gegner – da kann man nur verlieren. Wie geht ihr diese Aufgabe an?

Indem wir uns seit Wochen auf das erste Pflichtspiel des Jahres freuen und uns voll fokussieren. Wir wissen, dass es ein messerscharfes Spiel wird. Es kann hitzig werden, es steht ja auch ein bisschen was auf dem Spiel.

Was wissen Sie eigentlich über Neustadt?

Ich weiß, dass sie kompakt und robust spielen. Aber die Frage ist, was kann man aus diesen Informationen ziehen nach so einer langen Pause? Am Ende zählt vielleicht einfach nur, wer fitter und mit mehr Selbstvertrauen ins Spiel geht.

Aber fußballerisch solltet ihr doch auch dominieren?

Wir haben einen Plan, wie man den Gegner mit Ball ausspielt, sich Chancen erarbeitet und Tore macht. Neustadt wird auf Konter lauern, dafür müssen wir abgesichert sein.

Bei allem Fokus auf Neustadt – im Halbfinale würde Ihr Ex-Verein Lok Leipzig lauern. Schwirrt das schon durch den Hinterkopf?

Für mich wäre es natürlich wunderschön, ich habe schließlich zwölf Jahre für Lok gespielt. Aber, so abgedroschen es klingt, ich muss mich erst einmal aufs Tagesgeschäft konzentrieren. Und das sollten wir alle.

In der Winterpause hatte Sie die „Bild“-Zeitung als angeblichen neuen Lok-Trainer präsentiert. Was war da dran?

Tja, man hinterlässt eben Spuren als Ex-Spieler und jemand, der sich gerade als Trainer einen Namen macht. Am Ende waren es aber nur Spekulationen und es gab kein offizielles Angebot.

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Dann also zurück zum Tagesgeschäft: Wer hat sich in der Vorbereitung besonders aufgedrängt?

Zu Beginn haben Lucas Danz und Lukas Münch sehr viel Frische und einige sehr hilfreiche Dinge im Offensivbereich reingebracht. Jetzt hat beide leider ein grippaler Infekt zurückgeworfen. Auch Philipp Sauer hat fußballerisch großen Anteil an unserem Spiel, es macht Spaß ihm zuzusehen. Auch „Kummi“ (Dennis Kummer) ist in guter Form, sehr agil und dynamisch.

Mit Robin Dietrich hat sich auch ein Spieler in der Winterpause abgemeldet. Was war da los?

Wir haben seinem Wunsch entsprochen. Er hat private Gründe, auf die ich nicht genauer eingehen will. Wir bedauern das natürlich, sind immer bereit, ihm zu helfen.

Dabei war er vergangene Saison nah dran an einem Stammplatz und auf bestem Wege Nachfolger von Stephan Hofmann in der Innenverteidigung zu werden.

Ja, es sah ganz gut aus. Vielleicht sind wir da einige Dinge nicht richtig angegangen und dann wurde Robin leider immer wieder von kleinen Verletzungen zurückgeworfen und kam in dieser Saison bei uns nicht mehr zum Zuge.

Versuchen Sie in der Winterpause eigentlich auch Neues zu erarbeiten? Oder geht es vornehmlich darum, Bewährtes zu festigen?

Man hangelt sich an bestehenden Prinzipien entlang. Du gibst den Jungs Werkzeuge an die Hand, um Lösungen zu finden und wieder in die Mechanismen zu kommen. Wir erarbeiten aber auch den ein oder anderen neuen Baustein, zum Beispiel bei Standards, defensiv wie offensiv.

Woran muss die Mannschaft noch arbeiten?

An der mentalen Stärke wenn es darum geht, Fehler zu verarbeiten. Da lassen wir uns noch zu oft ablenken. Jeder Spieler muss sich fragen, wie gehe ich mit Fehlern um und wie kann ich das am besten mit mir und der Mannschaft ausmachen.

Seit Saisonbeginn gibt es wieder eine zweite Mannschaft. Wie sehen Sie dort die Entwicklung?

Es ist auf jeden Fall spannend. Die Zweite ist auf einem guten Weg, es gibt viele Leute, die sich engagieren. Aber es dauert natürlich seine Zeit. Wir müssen miteinander reden, als Verein eine Sprache sprechen und die Werte des FCE nach Außen tragen. Wichtig ist mir die Wertschätzung aller Beteiligten und dass wir im Verein nachhaltig arbeiten.