16. Januar 2017 / 11:49 Uhr

Neuer Co vom FC Eldagsen: "Manche wissen noch gar nicht, wie gut sie eigentlich sind"

Neuer Co vom FC Eldagsen: "Manche wissen noch gar nicht, wie gut sie eigentlich sind"

Ulrich Bock
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sportbuzzer-Redakteur Ulrich Bock im Gespräch mit Eldagsens Co-Trainer Christian Marx.
Sportbuzzer-Redakteur Ulrich Bock im Gespräch mit Eldagsens Co-Trainer Christian Marx. © Person
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Christian Marx hat die Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Beim Landesligisten FC Eldagsen ist er inzwischen Co-Trainer. Im Interview erklärt Marx das Zustandekommen seines Seitenwechsels, seine Idee vom Fußball und die Perspektive beim FC Eldagsen.

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*Sie sind verhältnismäßig jung zu ihrem neuen Amt gekommen. Wieso? *

Dass ich es mir vorstellen kann, mal Trainer zu werden, war schon immer im Hinterkopf. Das und meine Verletzungen haben dazu geführt. Zum Schluss habe ich eine halbe Rolle Tape pro Training gebraucht, um das Sprunggelenk zu stabilisieren (Marx hatte drei Bänderrisse, Anm. d. Red.). Ich war nie richtig fit, und bei der Qualität, die der Kader inzwischen hat, hat es nicht-fit echt nicht mehr gereicht. 

Wer ist dann auf wen zugegangen?

Wir haben hier ja ein eingespieltes Orgateam mit Sebastian und Marius Westenfeld, André Gehrke und mir. Mit den Dreien habe ich darüber gesprochen, dass mein Mehrwert als Spieler inzwischen ja recht begrenzt ist. Die Reaktion auf die Idee, Ko-Trainer zu werden, war: super Idee. Dann habe ich mit Micha (Trainer Michael Wehmann, Anm. d. Red.) gesprochen, zu dem ich ohnehin einen ganz guten Draht hatte und habe.

Wann war das?

Der Knackpunkt war das Spiel im September gegen Steimbke, als wir Tabellenführer hätten werden können. Wir haben aber 0:5 verloren und ich bin mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Ein bisschen aus der Emotion heraus habe ich Micha dann meine Gedanken vorgetragen. Das Spiel war nicht der Grund für meine Entscheidung, aber der Auslöser. Hinzu kommt zum Beispiel auch noch, dass ich momentan meinen Master in München zu Ende mache. 

*Welche Rolle kommt Ihnen im Trainingsalltag zu? *

Zunächst war der Sprung vom Spieler zum Ko-Trainer schon ein wenig schwierig, ich war natürlich etwas unsicher. Aber das ist von Woche zu Woche besser geworden. Ich habe schon eine Idee vom Fußball, die ich vermitteln möchte. Natürlich ist Micha der Chef, er entscheidet ja auch über Trainingsinhalte und die Aufstellung. Aber wir trainieren oft in Gruppen, und eine dann eben mit mir.

So hat der FC Eldagsen beim Berggarten-Cup 2017 abgeschnitten.

Die Bank des FC Eldagsen.
Die Bank des FC Eldagsen. ©
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Weitere Bilder vom Berggarten-Cup 2017 gibt es hier.

Wie ist denn Ihre Idee vom Fußball?

Relativ offensiv, dass man den Gegner permanent unter Stress setzt. Das wiederum setzt Fitness voraus. Dafür ist eine hohe Trainingsbeteiligung und -intensität nötig. Es gibt immer Verbesserungsmöglichkeiten. Aus den Jungs kann man noch super viel herausholen. Ich glaube, manche wissen noch gar nicht, wie gut sie eigentlich sind.

Das könnte aber bedeuten, dass in den nächsten Jahren doch mal ein Spieler den FC Eldagsen verlässt...

Ja, es wundert mich, ehrlich gesagt, auch, dass das noch nicht passiert ist. Es gibt hier keine individuellen Zahlungen, mit dem Anreiz könnte man also relativ einfach und schnell versuchen, wen wegzulocken. Wir haben das aber mit dem Drumherum ganz gut hingekriegt, dass man eben nicht für 250 Euro im Monat weg möchte.

Zur Person:

Christian Marx ist im Sommer 2011 nach Eldagsen gewechselt – der Kontakt zu den Senfstädtern kam bei einem Hallenturnier zustande. Zuvor hatte der heute 29-Jährige für den VfL Nordstemmen und im Nachwuchs des VfV Borussia 06 Hildesheim gespielt – als Offensivkraft. Was kaum jemand weiß: In der Saison 2005 glänzte Marx, der bei einer Rückversicherungsgesellschaft in Hannover arbeitet und in München blockweise Wirtschaft, Politik und Philosophie studiert, als zehnfacher Torschütze in fünf Spielen in der Hobbymannschaft TJP Chaostruppe 03.

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