03. September 2020 / 15:12 Uhr

FC Eldagsen vor wichtigem Landesliga-Jahr - Kapitän Mende von null auf hundert?

FC Eldagsen vor wichtigem Landesliga-Jahr - Kapitän Mende von null auf hundert?

Ole Rottmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Eldagsens Kapitän Sebastian Mende (oben rechts) fehlte zuletzt, soll beim Saisonstart aber dabei sein - auch mit Trainingsrückstand.
Eldagsens Kapitän Sebastian Mende (oben rechts) fehlte zuletzt, soll beim Saisonstart aber dabei sein - auch mit Trainingsrückstand. © deisterpics/Stefan Zwing
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Der FC Eldagsen will im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg beweisen, dass er sich in der Landesliga etabliert hat. Dass das kein Selbstläufer wird, ist Trainer Holger Gehrmann bewusst. Sorgen bereitet dem Übungsleiter vor dem Start sein Kapitän Sebastian Mende. 

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Ähnlich abrupt wie die Spielzeit 2019/2020 ist das Testspiel des FC Eldagsen bei der SSG Halvestorf/Herkendorf zu Ende gegangen. Von einem Augenblick auf den anderen war Schluss mit lustig. Das eine Mal kam die Corona-Pandemie dazwischen, im Hamelner Ortsteil war schließlich ein Spieler des Gastgebers ursächlich dafür verantwortlich, dass der finale Härtetest vor dem ersten Auftritt des FCE in der neuen Landesliga 2 am Sonntag um 15.30 Uhr beim VfR Evesen statt der geplanten 90 nur etwa 70 Minuten dauerte.

"Da ist einiges schiefgelaufen"

Als die Spieler in Gelb nach einer rassistischen Beleidigung gegenüber ihrem Co-Trainer Ali Ibrahim geschlossen den Rasen verließen, stand es 3:6 aus ihrer Sicht – und die Aufholjagd hatte gerade erst so richtig begonnen. Nach 0:5-Rückstand zur Halbzeit konnten die Gäste nach der Pause deutlich besser dagegenhalten und kamen durch Treffer von Lauri Schwitalla, Björn Graw und Riadh Amin Awdi noch etwas heran. „Da ist einiges schiefgelaufen“, sagte Ibrahim bezogen auf die Darbietung in den ersten 45 Minuten. „Und das haben wir zur Halbzeit auch angesprochen.“

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Wechselhafte Auftritte in der Vorbereitungsphase

Weniger gute Testspielauftritte wie jüngst in Halvestorf und zuvor beim eigenen Baumgarten-Cup gegen den TSV Pattensen (1:5) wechselten sich mit besseren Leistungen ab. Gegen den SV Gehrden und die SV Arnum zum Beispiel siegten die Eldagser mit 2:1. „Da hatten wir jeweils gute Minuten – mit viel Ballbesitz“, sagt FCE-Cheftrainer Holger Gehrmann, der in seine vierte Saison an der Hindenburgallee geht. Gegen Schwarz-Weiß Enzen gelang ein 4:0-Sieg.

Insbesondere Torjäger Schwitalla zeigte sich zuletzt in guter Frühform. Von den insgesamt 13 Testspieltoren seines Teams in den absolvierten 6,8 Testspielen schoss er mit sieben allein mehr als die Hälfte. „Im Sechzehner hat er schon eine gute Quote“, lobt Gehrmann seinen Stürmer, mit dem er früher beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide schon zusammengearbeitet hatte, ehe er ihn an den Deisterrand lotste. „Aber er profitiert natürlich auch davon, dass er gefüttert wird.“

Wichtiges Jahr für den FCE

Der Verein steht vor einem wichtigen Jahr. Nach Platz zehn in der Vorsaison als Wiederaufsteiger geht es nun darum, zu zeigen, dass der Abstieg im Jahr 2018 wirklich nicht mehr als ein bedauerlicher und schnell wieder korrigierter Betriebsunfall gewesen ist.

„Natürlich wäre es cool, der Abstiegsrunde zu entkommen“, sagt Gehrmann. Dazu müsste man nach den 18 Partien der Vorrunde Dritter werden. „Wenn alles passt, kann das auch klappen“, sagt Gehrmann. „Aber mein persönlicher Wunsch ist noch lange kein Ziel. Und die anderen Vereine wollen da ja auch hin.“ Dem SV Bavenstedt schustert er die Favoritenrolle zu. Danach sei vieles offen.

Abgang von Standardspezialist Flügge schmerzt

Bedauerlich ist der Abgang von Außenverteidiger und Standardspezialist Jan Flügge, der zum 1. FC Germania Egestorf/Langreder in die Oberliga wechselte. Mit der Hinzunahme von Fabio Gehrmann (A-Jugend des TuS Garbsen), Rückkehrer Timon Scharmann (Braunschweiger SC Acosta), Nicolas Grupe (schon im Winter vom FC Eintracht Northeim nach Eldagsen gekommen), Tom-Leon Arlt (FC Springe), Tobias Düring (SV Altenhagen) sowie Ben Ohlendorf (eigene Junioren) hat der Kader der Senfstädter ein behutsam verändertes Gesicht erhalten.

"Notfalls werfen wir ihn von null auf hundert rein"

Auf den einen oder anderen neuen oder arrivierten Eldagser musste Gehrmann in der Vorbereitung jedoch länger als ihm lieb war verzichten. Verletzungen, Urlaube und sich daran anschließende Wartezeiten auf die Ergebnisse von Corona-Tests ließen die Trainingsgruppe ab und zu bedrohlich schrumpfen. Besonders schmerzhaft für den Coach: Der zwischenzeitliche Ausfall von Kapitän Sebastian Mende. „Zum ersten Pflichtspiel ist er aber hoffentlich wieder einsatzbereit“, sagt Gehrmann. „Notfalls werfen wir ihn von null auf hundert rein. So wichtig ist er für uns.“

Die Bilder zum Testspiel des FC Eldagsen gegen den SV Werder Bremen II

Eldagsens Tom Buchmann (rechts) rutscht in die Flanke von Bremens Tim van de Schepop. Keeper Marcel Buerst muss nicht eingreifen. Zur Galerie
Eldagsens Tom Buchmann (rechts) rutscht in die Flanke von Bremens Tim van de Schepop. Keeper Marcel Buerst muss nicht eingreifen. ©

Kanutour auf Ihme und Leine sorgt für beste Laune beim FCE

Apropos reinwerfen: Ob beziehungsweise wer bei der Kanutour der kompletten Mannschaft auf der Ihme und der Leine in Hannover mehr Bekanntschaft als gewünscht mit dem Wasser gemacht hat, gehört zu den gut gehüteten Teaminterna. Gehrmann verrät mit einem Schmunzeln nur so viel: „Im Viererboot mit Marcel Bürst, Lauri Schwitalla, Sebastian Schierl und unserem Teammanager Basti Westenfeld war es immer laut. Die hatten offenbar alle richtig Spaß.“

Die Freude soll auch in der nun beginnenden Spielzeit nicht auf der Strecke bleiben. Auch wenn oder vielleicht gerade weil aus dem Lager des FC Eldagsen traditionell eher die gedämpfteren Töne zu hören sind. Zumindest wenn sie nicht gerade im Kanu sitzen.