28. Februar 2021 / 20:06 Uhr

FC Förderkader plant Regionalliga-Aufstieg seiner U 19

FC Förderkader plant Regionalliga-Aufstieg seiner U 19

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Die A-Junioren des FC Förderkader führen aktuell die U-19-Verbandsliga an.
Die A-Junioren des FC Förderkader führen aktuell die U-19-Verbandsliga an. © Danilo Thienelt
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Rostocker wollen sich im Erfolgsfall mit ihren A-Junioren überregional messen. Der Verein schafft im Hintergrund die Voraussetzungen. Zudem strebt der FC Förderkader weitere Neuerungen im Nachwuchs an.

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Der FC Förderkader René Schneider will zum kommenden Sommer seine Jugendarbeit weiter vorantreiben. Die Rostocker planen den Aufstieg ihrer U 19 in die A-Junioren-Regionalliga Nordost. Die Schneider-Kicker rangieren in der A-Junioren-Verbandsliga auf dem Spitzenrang, haben alle ihre bisherigen sechs Partien gewonnen. Ob der Förderkader aufsteigen darf, wird davon abhängen, wie der Landesfußballverband die coronabedingt unterbrochene Saison fortsetzen und am Ende werten wird.

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Der Verein vom Damerower Weg klärt im Hintergrund derzeit die sportlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, um für einen Sprung in die zweithöchste deutsche Nachwuchsspielklasse gewappnet zu sein. Marcel Jankowski, seit Jahresbeginn Vereinssportlehrer beim FC Förderkader, weiß, dass die Organisation eine große Herausforderung bedeutet. Reise-, Verpflegungs- und Schiedsrichterkosten würden sich auf einen fünfstelligen Betrag belaufen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Deutsche Fußball-Bund die Förderung der U 19- und U-17-Regionalligen vor der laufenden Saison eingestellt hat. „Wir sind aber auf einem guten Weg, dass wir das finanziell stemmen könnten“, sagt Jankowski.

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Derzeit spielen mit dem FC Hansa Rostock, 1. FC Neubrandenburg und FC Mecklenburg Schwerin drei Teams aus MV in der A-Junioren-Regionalliga Nordost. Während der FC Hansa als Tabellenführer gute Chancen auf den Bundesliga-Aufstieg hat, liegen der FCN und FCM jeweils vier Punkte vor einem Abstiegsrang.

Mit dem Förderkader könnte in der kommenden Spielzeit ein weiterer Landeskontrahent dazukommen. Die Rostocker wollen bei ihrem Vorhaben auch auf die Erfahrungen von Stephan Malorny zurückgreifen. Der Coach der ersten Herrenmannschaft trainierte von 2002 bis 2009 die A-Junioren des FSV Bentwisch, davon fünf Jahre in der Nachwuchs-Regionalliga. Er kennt die Abläufe im überregionalen Wettbewerb und wird sicherlich einige Tipps geben.

Für den Förderkader wäre es der zweite Versuch, mit seiner U 19 in die Regionalliga vorzudringen. Schon 2017 hatten sich die Rostocker als Landesmeister für die Relegation gegen den BFC Dynamo qualifiziert. Allerdings sagten die Ostseestädter die Aufstiegsspiele ab. Ein Großteil der Erfolgsmannschaft hatte den Verein zur neuen Saison verlassen. Der Förderkader sah sich durch den personellen Aderlass nicht konkurrenzfähig genug für die Regionalliga aufgestellt.

„Wir haben das Ziel Regionalliga nie aus den Augen verloren. Talente, die sich überregional messen, fällt der Übergang in den Männerbereich später etwas leichter“, meint Jankowski. Er selber spielte unter Malorny in Bentwisch in der Regionalliga. Daher weiß Jankowski, dass sich das U-19-Team im Erfolgsfall auf einige sportliche Herausforderungen freuen kann. „Athletisch und sportlich würde da auf uns ein deutlich höheres Niveau zukommen."

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20. Platz: TSG Neustrelitz - 8 Spielzeiten - 462:309 Tore - 320 Punkte ©

Den Weg mit den A-Junioren will der Förderkader weiterhin mit Trainer Helge Marquardt gehen. Der 46-Jährige war im vergangenen Sommer vom Verbandsliga-Absteiger TSV Bützow gekommen. Marquardt soll in der kommenden Spielzeit von Jakob Hoffmann als Assistenzcoach unterstützt werden. Mit einem weiteren Co-Trainer sind die Verantwortlichen derzeit noch in Gesprächen. Obendrein sollen Rita und Ronny Wedemeyer als Betreuerin und Betreuer den Wohlfühlfaktor in der Mannschaft fördern.

Nach Aussagen von Jankowski laufen auch die Planungen für den Spielerkader gut an. Mit einigen Akteuren wurde schon gesprochen. Nur hinter einzelnen Spielern stehe ein noch Fragezeichen. Abhängig ist das bei ihnen vor allem durch berufliche Entwicklungen. „Bei den meisten Spielern, mit denen wir planen, wird das klappen. Wir sind bemüht uns konkurrenzfähig aufzustellen", kommentiert Jankowski.

Als Spieler der Herrenmannschaft hat er in den vergangenen Jahren immer wieder miterlebt, wie der Förderkader viele eigene Talente in den Männerbereich hochgezogen hat. Allein zur laufenden Saison waren es mit Luca Lüth, Niklas Haas, Florian Odenkirchen, Niklas Kern, Kevin Gerullis und Emil Eich sechs Eigengewächse. Den Weg wollen die Rostocker in Zukunft verstärkt fortsetzen.

"Wir haben vom ältesten bis zum jüngsten Nachwuchsjahrgang ein homogenes Trainerteam."

Damit die Jugendarbeit des Förderkaders auch in den kommenden Jahren weiter Früchte tragen wird, soll es weitere Veränderungen zum Sommer geben. Der Klub will neben einer B1- auch eine B2-Junioren-Mannschaft für die U-17-Verbandsliga melden. Mit 13 Kickern aus Jahrgang 2005 und 21 aus der Altersklasse 2006 wäre ein großer Spielerpool vorhanden. „Den 06er-Jahrgang haben wir bis zu den C1-Junioren komplett ausgebildet und wollen das auch weiter tun. Dass wir ein zweites Team bei den B-Junioren melden wollen, wird auch der Verbandsliga guttun", glaubt Jankowski.

Seit Winter 2018 ist er Jugendkoordinator beim Förderkader. Seitdem hat der 27-Jährige mit den vielen Trainern, mit denen er zusammenarbeitet, einiges bewegt. „Wir haben vom ältesten bis zum jüngsten Nachwuchsjahrgang ein homogenes Trainerteam. Alle ziehen super mit", lobt Jankowski, der bis zum vergangenen Jahr noch als Physiotherapeut hauptberuflich gearbeitet hat. Seit 1. Januar übt der gebürtige Wustrower die Funktion als Vereinssportlehrer aus.

Dieser Schachzug war vom Förderkader auch eine Belohnung für Jankowski, der immer wieder neue Ideen umsetzen will. So möchte er, dass sich Athletiktrainerin Sharon Pijpers fortan um alle Großfeldmannschaften im Verein kümmert, Aktuell ist sie in gleicher Funktion bei der U 15 installiert. „Wenn man sieht, was das Team in Zusammenarbeit mit Sharon für Fortschritte im athletischen Bereich gemacht hat, ist das der Wahnsinn. In Zukunft soll sie sich um die mannschaftliche Fitness und um verletzte Spieler kümmern, die bei ihr individuell trainieren werden", erklärt Jankowski seine Vorstellungen.

Zu guter Letzt plant der Förderkader zur Saison 2021/22, wieder mit einer zweiten Männermannschaft im Kreis an den Start zu gehen. Der Kaderumfang soll 14 bis 16 Spieler betragen. Einige Talente aus dem älteren Jahrgang der aktuellen U 19 sollen in der Truppe integriert werden. „Es soll eine Mannschaft geformt werden, die unabhängiger als vorher von den 1. Herren und den A-Junioren ist. Die Spieler können sich über das Training mit dem Verbandsliga-Kader für höhere Aufgaben empfehlen", schildert Jankowski. Im Winter 2019 hatte der Verein sein Reserveteam noch aus personellen Gründen in der Landesklasse abmelden müssen.