22. Mai 2020 / 09:55 Uhr

"After-Isolation-Tournament": Egestorfer Spieler trainieren mit Wettkampfcharakter

"After-Isolation-Tournament": Egestorfer Spieler trainieren mit Wettkampfcharakter

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Herr der Zahlen: Paul Nieber schaut ganz genau hin, was seine Spieler im After-Isolation-Tournament leisten.
Herr der Zahlen: Paul Nieber schaut ganz genau hin, was seine Spieler im "After-Isolation-Tournament" leisten.
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Auf Mannschaftstraining haben die Fußballer des 1. FC Germania Egestorfer/Langreder lange warten müssen, Spiele sind aber noch länger nicht in Sicht. Um Wettkampfcharakter in die Einheiten zu bringen, treten die Kicker nun in einem Zeitraum von zwei Wochen im "After-Isolation-Tournament" gegeneinander an.

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Endlich wieder auf den Platz gehen können und trainieren – die Freude über diese seit etwas mehr als zwei Wochen geltende Lockerung der Corona-Maßnahmen ist bei den Amateurkickern groß gewesen. Doch wie ist es unter den strengen Auflagen möglich, für die Kleingruppen so etwas wie Wettkampfcharakter in die Übungseinheiten zu bekommen? Der 1. FC Germania Egestorf/Langreder hat sich etwas einfallen lassen und das sogenannte „After-Isolation-Tournament“ ins Leben gerufen.

Wettbewerb über zwei Wochen

In Zweier- beziehungsweise Dreierteams (diese beinhalten immer einen Rekonvaleszenten) treten die Formationen im Fernduell an mehreren Spieltagen in vier Technik- und Passübungen gegeneinander an. „Natürlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln“, sagt Teammanager Tim Müller.

Die Zeiten werden notiert, Treffer auf Kleintore geben Extrapunkte. Beide Werte werden zusammengeführt, über ein Punktesystem entsteht ein Ranking. Der Wettbewerb, der seit Dienstag über einen Zeitraum von zwei Wochen ausgetragen wird, wird auf den Social-Media-Kanälen des Oberligisten begleitet, sodass jeder den aktuellen Tabellenstand einsehen kann.

Bilder vom "After-Isolation-Tournament" des 1. FC Germania Egestorf/Langreder

Marvin Stieler nimmt die nächste Aufgabe ins Visier. Zur Galerie
Marvin Stieler nimmt die nächste Aufgabe ins Visier. ©

Jeweils zwei Teams befinden sich parallel auf dem Trainingsgelände in Langreder – mal vormittags, mal am Abend. Ein bis zwei Vertreter aus dem Trainerteam von Paul Nieber sind zugegen und kümmern sich um den Aufbau und die Steuerung. Nach dem 30-minütigen Aufwärmprogramm mit Koordinations- und Kräftigungsübungen geht es auf Punktejagd.

Stangen, Hütchen, Miniaturtore

Hütchen müssen umdribbelt, ein Stangenparcours hinter sich gelassen werden. Das Ballgefühl soll über eine Passspielübung aufgefrischt werden, der Abschluss wird beim Zielen auf Miniaturtore trainiert. „Es gibt keine Zweikämpfe oder Übungen zu zweit, alles findet kontaktlos und mit Abstand statt“, sagt Müller. Die Egestorfer halten sich an die Regeln, um wieder in den regelmäßigen Modus zu kommen.

Das Turnier dient dem Überbrücken der Zeit, in der noch keiner so recht weiß, wie es weitergeht. Saisonabbruch ja oder nein, wie lange würde eine Sommerpause gehen, in welcher Form und wann wird die nächste Spielzeit über die Bühne gehen – all diese Fragen gehen nicht nur den Spielern des 1. FC Germania durch den Kopf, obwohl sie eigentlich doch nur den Ball am Fuß auf dem grünen Rasen haben wollen.

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„Wir standen vor der Herausforderung, eine smarte Lösung dafür zu finden, wie wir trotz der begrenzten Anzahl an Spielern und unter Einhaltung der Vorgaben Spannung und Spaß ins Training bekommen“, sagt der Teammanager. Ein bisschen Wettkampfcharakter soll das After-Isolation-Tournament versprühen – die Reaktionen innerhalb der Mannschaft sind sehr positiv.

Am vergangenen Donnerstag versammelte Nieber sein Trainerteam mit Antonios Agaoglou, Markus Straten-Wolf, Sascha Derr, Christoph Raum und Müller auf der Anlage, um die Übungen auszuprobieren und durchzuspielen. „Kann man sich dabei vernünftig aus dem Weg gehen, läuft alles glatt aus hygienischer Sicht? Wir wollten auf Nummer sicher gehen“, sagt Müller.

Eine Wertung haben die Übungsleiter bei der Generalprobe nicht vorgenommen, „ich habe aber vier von fünf Versuchen im Minitor versenkt. Natürlich nur dank der großartigen Flanken von Markus Straten-Wolf“, sagt Müller lachend. Der Torwarttrainer der Egestorfer scheint also auch fußballerisch einiges auf dem Kasten – den er als Keeper der Germania in der Ober- und Regionalliga immer gekonnt bewacht hat – zu haben.

Und was erhält der Sieger des zweiwöchigen Turniers? „Es geht eher darum, nicht zu oft zu verlieren“, verrät Müller. Die letzten drei der Abschlusstabelle müssen sich für ihre Teamkollegen etwas Nettes überlegen – ein opulentes Frühstück oder eine Pizzasession seien mindestens angebracht. Und eines ist sicher: Auch bei dem kulinarischen Abschluss werden sich die Egestorfer mit gebührendem Abstand gegenüberstehen.