27. September 2021 / 18:01 Uhr

FC Grimma kommt zweimal vergeblich zurück: Niederlage in Nordhausen

FC Grimma kommt zweimal vergeblich zurück: Niederlage in Nordhausen

Tom Rietzschel / lvz
Leipziger Volkszeitung
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Der FC Grimma muss sich in Nordhausen mit 3:2 geschlagen geben. © Karsten Hannover
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Alles das, was sich Oberligist FC Grimma mit dem letztwöchigen 3:0-Heimsieg über Einheit Rudolstadt mühsam aufbaute, hat man sich nun beim bisherigen Schlusslicht Wacker Nordhausen mit dem Hinterteil fahrlässig wieder eingerissen.

Nordhausen/Grimma. Die Grimmaer schöpften beim ehemaligem Regionalligisten ihr Potenzial nicht aus und zogen mit 2:3 (1:2) den Kürzeren. Gastgeber Wacker Nordhausen riss gewiss keineswegs Bäume aus, doch in Sachen Leidenschaft hatten die Thüringer ihrem Gegner einiges voraus. „Ich bin enttäuscht, zumal wir der Mannschaft in der Spielvorbereitung noch einmal explizit aufgezeigt hatten, was uns hier erwartet“, resümierte ein sichtlich um die richtigen Worte ringender FC-Trainer Alexander Kunert. „Ich hatte den Eindruck, dass bei einigen meiner Spieler nach dem letztwöchigen Heimsieg eine gewisse Selbstzufriedenheit vorhanden war. Allerdings beginnt der Erfolg im Kopf. Nordhausen hat die entscheidenden Meter mehr gemacht, um das Spiel zu gewinnen.“ Auf der anderen Seite war man im Nordhäuser Lager natürlich total erleichtert, den ersten Saisonsieg eingefahren zu haben. „Ich bin erstmal froh, dass wir endlich den Bock umstoßen konnten“, freute sich ein sichtlich gelöster Trainer Lars Greschke.

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„Diese Gegentreffer bekommen wir viel zu einfach“

Bei schwierigen Platzverhältnissen im Albert-Kuntz-Sportpark entwickelte sich im ersten Durchgang eine Begegnung mehr zwischen den Strafräumen. Grimma hatte zwar mehr Ballbesitz, doch im Offensivspiel nicht die gewünschte Pass-Qualität. So prägten eine Reihe von Zweikämpfen im Mittelfeld die Begegnung. Den Gästen gelang es trotz ihrer Feldüberlegenheit nicht, ihre Angriffe temporeich vorzutragen. Doch nicht nur das – mit dem ersten Schuss auf das Gehäuse der Muldestädter ging Wacker in Führung. Nach einem Querpass von Richard Franz nahm der erfahrene Felix Schwerdt aus beträchtlicher Entfernung Maß und die Kugel schlug ein (10. Minute). Doch glücklicherweise gelang es den Gästen recht schnell, den Schaden zu reparieren – wobei die Südharzer kräftig mithalfen. Nach einem Rückpass vertändelte Wacker-Schlussmann Valentin Henning am eigenen Fünfmeter-Raum den Ball an Kevin Wiegner, der problemlos zum 1:1 ins verwaiste Tor schob (17.).

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Der FC Grimma konnte beim Tabellenletzten Wacker Nordhausen sein Potential nicht ausschöpfen und verlor mit 2:3. Vor allem in Sachen Leidenschaft und unbedingter Wille hatten die Gastgeber den Muldestädtern etwas voraus. Zur Galerie
Der FC Grimma konnte beim Tabellenletzten Wacker Nordhausen sein Potential nicht ausschöpfen und verlor mit 2:3. Vor allem in Sachen Leidenschaft und unbedingter Wille hatten die Gastgeber den Muldestädtern etwas voraus. ©

Als sich die meisten der 289 Zuschauer bereits auf den Gleichstand zur Pause eingestellt hatten, ging Nordhausen erneut in Führung. Nach ungehinderter Flanke von Richard Franz konnte Routinier Schwerdt zum 2:1-Halbzeitstand einköpfen, wobei Keeper Nico Becker etwas unglücklich aussah (45.). „Diese Gegentreffer bekommen wir viel zu einfach“, sparte FC-Coach Alexander Kunert nicht mit Kritik. „Beide Tore waren absolut vermeidbar, da wir einfach nicht resolut unser Tor verteidigt haben.“

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Abstauber zum 3:2

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten agierten die Gäste mit etwas mehr Schwung. Man forcierte nun etwas das Tempo, auch wenn Torgefahr dabei zunächst nur nach Standards entstand. Nach Freistoß von Michel Schwarz drückte der eingewechselte Moritz Griesbach den Nachschuss aus Nahdistanz über die Latte (54.). Die Aktionen der Gäste waren fortan etwas zielstrebiger, so dass der 2:2-Ausgleich nicht überraschend kam. Nach einem Ballgewinn am eigenen Strafraum fuhr der FC über die linke Seite einen mustergültigen Konter – Wiegner verwertete eine flache Eingabe von Moritz Griesbach aus Nahdistanz mühelos zum 2:2 (66.).

Doch es kam die kalte Dusche: Ein abgefangener Freistoß flog den Sachsen regelrecht um die Ohren. Zwar konnte FC-Keeper Becker den Schuss von Robert Knopp noch reaktionsschnell parieren, doch mangels Entschlossenheit der Verteidiger konnte Lukas Ortlepp zum 3:2 (71.) abstauben. Die Grimmaer traf dieser erneute Rückstand bis ins Mark. Sie kamen nicht mehr entscheidend vor das Gehäuse der Südharzer.

FC Grimma: Becker – Kunath, Sommer, Bartsch, Mertes (89. Konzok) – Wolf, Schwarz (79. Erdmann) – Goldammer (46. Griesbach), Brand, Hübner (89. Wenzel) – Wiegner. Z.: 289.