13. Mai 2019 / 12:48 Uhr

FC Grimma steht nach Auswärtssieg mit einem Bein in der Oberliga

FC Grimma steht nach Auswärtssieg mit einem Bein in der Oberliga

Matthias Wohllebe
Leipziger Volkszeitung
Christoph Jackisch und der FC Grimma lassen sich nicht aufhalten.
Christoph Jackisch und der FC Grimma lassen sich nicht aufhalten. © Karsten Hannover
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Die Muldestädter können nach dem Auswärtssieg in Großenhain nur noch theoretisch von Platz eins gestoßen werden und wollen im nächsten Heimspiel den Sachsenmeistertitel klar machen.

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Großenhain. Auch am 25. Spieltag der Landesliga hat sich niemand gefunden, der dem FC Grimma Paroli bieten konnte. Großenhain spielte engagiert, zielstrebig und phasenweise guten Fußball, aber auch der Verein aus dem Bezirk Dresden konnte die Muldestädter nicht aufhalten. Im zehnten Rückrundenspiel gab es den zehnten Dreier für den FCG. Bei noch 15 zu vergebenden Punkten haben die Grimmaer 13 Zähler Vorsprung. Die Mannschaft von Alexander Kunert kann also nur noch theoretisch von Platz eins gestoßen werden. Zum Heimspiel am 19. Mai können die Muldestädter mit einem Sieg gegen Neusalza-Spremberg die Meisterschaft klar machen. 13 Jahre nach dem Abstieg aus der Oberliga ist ihnen die Rückkehr kaum noch zu nehmen. Was Kunert in knapp einem Jahr aus dieser Mannschaft gemacht hat, ist beeindruckend. Nach dem Umbruch im Sommer formte er trotz einiger Schwierigkeiten ein schlagkräftiges Team.

In Großenhain ging es holprig los, beide Mannschaften hatten eine gesunde Portion Respekt. Auf regennassem Rasen waren die Gäste wie auch die Hausherren zunächst bemüht, dem eigenen Spiel Sicherheit und Struktur zu verleihen. Es entwickelte sich eine Partie, die größtenteils zwischen den Strafräumen stattfand. Grimma zeigte sich erstmals gefährlich, als Kevin Wiegner am langen Pfosten lauerte, um einen Jackisch-Freistoß zu verwerten. Sein Kopfball verfehlte das Tor nur knapp (13.). Torsten Marx war auf Großenhainer Seite ebenfalls durch Freistöße tororientiert (19., 24.).

Marx mit überraschendem Ausgleich

Der FC Grimma spielte gefällig und verlagerte das Spiel gut auf die Außen. Eine Sommer-Flanke im Großenhainer Regen nahm Jackisch volley, verfehlte das Tor aber knapp (30.). Beim Grimmaer Führungstreffer hatte Jackisch entscheidenden Anteil: Seine Ecke landete am langen Pfosten bei Wiegner, der den Ball unhaltbar einköpfte (44.). Alle hatten sich auf eine Pausenführung eingestellt, als Torsten Marx mit einem Sonntagsschuss am Samstag nur eine Minute später den weit vor seinem Tor stehenden Pascal Birkigt überwand, kam es anders, fiel der Ausgleich (45.). Die Grimmaer hatten dabei den Torschützen schlecht verteidigt.

Zur Pause war klar, dass der Verfolger der Kunert-Elf, die Einheit aus Kamenz, beim 0:0 gegen Lößnitz nur einen Punkt holte. Trotzdem verzichtete Kunert darauf, dies seiner Mannschaft mitzuteilen.

Felix Käseberg schießt drittes Tor

Im zweiten Spielabschnitt gab es zwölf Minuten nach Wiederanpfiff eine spielentscheidende Situation. Nach einer von Michel Schwarz getretenen Ecke köpfte Kevin Ruppelt gefährlich auf das Tor. Keeper Roßmüller war bereits geschlagen, als Max Kirsche auf der Torlinie stehend in Torhütermanier die Hand nahm, blieb Gunnar Stary nichts anderes übrig, als in die Gesäßtasche zu greifen und auf den Punkt zu zeigen. Kirsche bekam den Platzverweis und Grimma den Elfmeter. Christoph Jackisch trat an und verwandelte den Ball sicher zur Grimmaer Führung (57.). Mit diesem Treffer markierte Jackisch sein 100. Tor in der Landesliga.

Die Muldestädter kamen nun mehr und mehr zu Kontermöglichkeiten, welche aber teilweise fahrlässig vergeben wurden. Als Wiegner mit Außenrist auf Ruppelt spielte, konnte Roßmüller nur mit einer Glanzparade klären (59.). Ruppelt vergab die nächste Chance, als der zwischenzeitlich eingewechselte Kurzbach ihn per Flanke bediente (72.). Grimma bekam nun Platz und spielte einige Konter. Ein ums andere Mal kamen die Muldestädter schnell und gefährlich ins letzte Drittel der Röderauer. Wie unkonzentriert und fahrlässig dann aber teilweise die letzten Pässe gespielt wurden, brachte Kunert auf die Palme: „Wir hatten ’zig Kontermöglichkeiten, um das Spiel zu entscheiden, haben uns aber vor dem Tor zu dämlich angestellt.“

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Die Entscheidung gelang Felix Käseberg zwei Minuten nach seiner Einwechslung. Von der Strafraumkante zog er ab, und der Ball schlug abgefälscht unhaltbar im langen Torhütereck ein (88.). In der anschließenden Jubeltraube war neben den Spielern auf dem Feld auch die komplette Grimmaer Bank zu finden. Mit Käseberg markierte ein echtes Eigengewächs seinen ersten Landesliga-Treffer. Viele hatten ihm vor der Saison fehlende Landesliga-Tauglichkeit vorgeworfen, doch er strafte alle Kritiker. Er steht wie vielleicht kein anderer für den im letzten Sommer eingeschlagenen Weg des Vereins, denn unter der Leitung von Kunert bekommt jeder die Möglichkeit, sich zu entwickeln.

FC Grimma: Birkigt; Konzok (46. Kurzbach), Ruppelt, Tröger, Jackisch, Markus, Schwarz, Wiegner (86. Käseberg), Ziffert, Streubel, Sommer (78. Christos Paschos).

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