03. Oktober 2021 / 17:38 Uhr

FC Grimma verliert gegen VfL Halle: "Befinden uns im Abstiegskampf"

FC Grimma verliert gegen VfL Halle: "Befinden uns im Abstiegskampf"

Tom Rietzschel / lvz
Leipziger Volkszeitung
Grimmas Matty Goldammer wird von zwei Hallensern in die Zange genommen. 
Grimmas Matty Goldammer wird von zwei Hallensern in die Zange genommen.  © Karsten Hannover
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Der FC Grimma verliert mit 0:3 gegen starke Hallenser und hängt weiter unten drin. Für die Truppe von Trainer Kunert war das schon die sechste Saisonniederlage. 

Grimma. Der FC Grimma bleibt weiterhin in der unteren Region der Fußball-Oberliga stecken. Gegen den Vorjahres-Vize VfL Halle 96 zogen die Schützlinge von Trainer Alexander Kunert im heimischen Husaren-Sportpark mit 0:3 (0:1) den Kürzeren und rutschten damit in der Tabelle auf Rang 16 ab. Fast über die komplette Spielzeit gelang es den Muldestädtern nicht, das eigene Potenzial auch nur ansatzweise abzurufen. Hauptverantwortlich dafür war vor allem die mangelnde Pass-Qualität. Dadurch kam nie richtig Tempo in die Aktionen der Gastgeber, so dass jegliche Durchschlagskraft im letzten Drittel vermisst wurde. Die Gäste aus Halle spielten nicht wirklich einen überragenden Fußball – doch reichte deren Vorstellung absolut aus, um am Ende den Platz als Sieger zu verlassen.

Demzufolge war die Zufriedenheit bei 96-Trainer René Behring, welcher 2004/2005 für die Grimmaer in der Oberliga kickte, groß. „Wir haben nach leichten anfänglichen Schwierigkeiten die Oberhand gewonnen und letztlich das Spiel verdientermaßen siegreich gestaltet“, so Behring. „Aus unserer Sicht war es ein gelungener Nachmittag.“

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Der FC Grimma bleibt weiterhin in der unteren Region der Oberliga hängen. Gegen den Vorjahres-Vize VfL Halle 96 zogen die Schützlinge von Trainer Alexander Kunert im heimischen Husaren-Sportpark nach 90 Minuten mit 0:3. Zur Galerie
Der FC Grimma bleibt weiterhin in der unteren Region der Oberliga hängen. Gegen den Vorjahres-Vize VfL Halle 96 zogen die Schützlinge von Trainer Alexander Kunert im heimischen Husaren-Sportpark nach 90 Minuten mit 0:3. ©

Auf der anderen Seite sah die Gefühlslage seines ehemaligen Mitspielers Alexander Kunert natürlich ganz anders aus. „Unsere extrem junge Mannschaft kommt mit der aktuellen Situation nicht klar“, traf der Grimmaer Trainer in seiner Auswertung den Nagel auf den Kopf. „Wir befinden uns definitiv im Abstiegskampf, welchen wir auch so annehmen müssen. Und aus diesem werden wir uns nur gemeinsam befreien können.“

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Hohe Fehlerquote im Passspiel

Im Ballvortrag unterliefen den Kunert-Schützlingen unglaublich viele Unzulänglichkeiten, so dass es damit den Gästen immer wieder gestattet wurde, selbst konstruktive Offensivaktionen einzuleiten. Allerdings agierten die 96-er im Passspiel ähnlich ungenau und fahrig wie die Muldestädter, so dass den Zuschauern eine niveauarme Partie geboten wurde. Nichtsdestotrotz deuteten die Trothaer das eine oder andere Mal ihre Gefährlichkeit an.

Nachdem FC-Keeper Nico Becker zunächst einen Kopfball von Tommy Kind aus dem Eck fischte, brachte der anschließende Grundlinien-Rückpass Marcio Pälchen in Schussposition, welcher das Streitobjekt von der Strafraumgrenze zum sich nicht unbedingt andeutenden 0:1 ins Tor hämmerte (23.). Von diesem Gegentreffer erholten sich die Platzherren äußerst schwer.

Zwar hatten sich die Kunert-Schützlinge für die zweiten 45 Minuten einiges vorgenommen, doch blieb die Fehlerquote im eigenen Passspiel weiterhin extrem hoch. Nicht eine einzige zwingende Tormöglichkeit konnten sich die Gastgeber in den gesamten 90 Minuten erarbeiten – zu wenig, wenn man in der aktuellen Situation dringend auf Punkte angewiesen ist.


"Karre gemeinsam aus dem Dreck ziehen"

Die Gäste aus Halle rissen zwar auch im zweiten Durchgang keine Bäume aus, doch profitierte der VfL immer wieder von Grimmaer Ballverlusten, um selbst gefährlich zu werden. Kurz nach Wiederbeginn hätten die Gäste schon auf 0:2 erhöhen können, doch Kind traf nach guter Kombination über Ekzem Ferati und Linus Lorenz nur das Außennetz (47.). Wenig später machte es der VfL-Torjäger allerdings deutlich besser. Ausgangspunkt war ein erneuter Grimmaer Ballverlust auf der rechten Seite – Tommy Kind nutzte daraufhin die Unordnung in der FC-Hintermannschaft und verwertete den Diagonalpass von Lorenz zum 0:2 (57.) – sein sechster Saisontreffer.

Fortan wurde der Rucksack der Muldestädter immer schwerer, was man der Mannschaft deutlich ansah. „Bei einigen meiner Spielern fehlte einfach der letzte Biss“, kritisierte Grimmas Coach Alexander Kunert. Dass die Gäste noch zum 0:3 kamen, soll nicht unerwähnt bleiben – auch wenn dabei das Schiedsrichter-Kollektiv eine nicht unwesentliche Rolle spielte. Von Schubert über die rechte Seite eingeleitet, schalteten die Gastgeber urplötzlich ab, nachdem Assistent Bruno Scharnowski (Eisenberg) aufgrund einer Abseitsstellung das Fahnenzeichen brachte. Dieses ignorierte Referee Christopher Jänike (Jena) allerdings vollends, in der Annahme, der Ball wäre von den Grimmaern gespielt worden. Diese Einladung nahmen die Trothaer natürlich dankend an – nach einem Querpass von Arndt hatte Dabel daher wenig Mühe, den Ball zum 0:3-Endstand im verwaisten Tor unterzubringen (90.+3).

Dieser Gegentreffer trieb den Einheimischen nach dem darauffolgenden Abpfiff natürlich die Zornesröte ins Gesicht, doch hatte dieses Tor nicht im Geringsten irgendeinen Einfluss auf das Ergebnis der Partie. „Für uns gilt es nun zusammen anzupacken, um die Karre gemeinsam aus dem Dreck zu ziehen“, gab sich Kunert kämpferisch.