06. November 2021 / 15:40 Uhr

Beeindruckend: Hansa Rostock dreht Rückstand und siegt verdient

Beeindruckend: Hansa Rostock dreht Rückstand und siegt verdient

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Mann des Spiels: Hansa-Stürmer John Verhoek, der beim Sieg in Regensburg zwei Treffer erzielte. 
Mann des Spiels: Hansa-Stürmer John Verhoek, der beim Sieg in Regensburg zwei Treffer erzielte.  © dpa
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Der FC Hansa Rostock hat sein Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg mit 3:2 gewonnen. Ein Rückstand beeindruckte die Hanseaten dabei nicht. Zwei Treffer von John Verhoek und einer von Hanno Behrens machten den fünften Saisonsieg perfekt - und besiegelten die erste Heimniederlage der Regensburger.

Hansa Rostock hat die zweite Dienstreise binnen zehn Tagen nach Regensburg mit einem 3:2 (1:1)-Sieg gekrönt. In einem umkämpften und spannenden Zweitliga-Duell gegen den SSV Jahn Regensburg steckte das Team von Jens Härtel einen Rückstand weg, behielt in der hitzigen Schlussphase die Nerven und verdiente sich mit starker Abwehrarbeit und effektiven Offensivaktionen den fünften Saisonerfolg.

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Sarpreet Singh hatte die Gastgeber mit einem Traumtor aus 20 Metern in Führung gebracht (34.Spielminute). Für die Rostocker, die sich unbeeindruckt zeigten, glich Stürmer John Verhoek noch vor der Pause aus (43.). Nach dem Seitenwechsel markierten Hanno Behrens (49.) und abermals Verhoek (52.) die Treffer zwei und drei für die Rostocker. In der spannenden Schlussphase kassierte Hansa zwar durch Haralambos Makridis (90.) noch den Anschlusstreffer, brachte die knappe Führung aber über die vier Minuten Nachspielteit.

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Nach dem 2:1-Heimerfolg gegen Düsseldorf hatte der Hansa-Coach seine Startelf lediglich auf einer Position verändert: Anstelle von Streli Mamba begann im Jahn-Stadion Kevin Schumacher. Härtel meinte, die Kader-Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, weil das gesamte Team in einer guten Trainingswoche Gas gegeben habe. "Wir brauchen Tempo. Und wir müssen mit Tempo nachlegen können", sagte er zur einzigen Umstellung seiner Formation.

Härtels Erwartung, die Regensburger würden nach dem Pokal-Aus gegen Hansa mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch agieren, bestätigte sich. Zehn Tage nach dem Pokalknüller, in dem die Rostocker im Elfmeterschießen siegten und ins Achtelfinale eingezogen waren, gehörte den Regensburgern die Anfangsphase. Schon nach vier Minuten hatten die Hanseaten Glück, dass der Gegner eine Doppelchance nicht zur Führung nutzte. Zunächst hatte Erik Wekesser zu lange gezögert. Dann köpfte Joel Zwarts knapp am Kasten von Markus Kolke vorbei.

In den ersten zehn Minuten hatten die Hanseaten lediglich 25 Prozent Ballbesitz. Den ersten gefährlichen Torschuss für die Rostocker gab Calogero Rizutto ab, der aus halblinker Position abzog. Der Schuss hätte gepasst, wurde aber zur Ecke abgefälscht (15.).

Beim folgenden Konter hatte Benedikt Saller großes Glück. Nach einem rüden Foul gegen Nico Neidhart, dem der 29-jährige Regensburger mit offener Sohle voraus auf den Fuß gestiegen war, zeigte Schiedsrichter Patrick Ittrich lediglich Gelb. Dabei wäre Rot angesichts der Härte der Aktion durchaus vertretbar gewesen.


Hansa Rostock in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Jahn Regensburg.

Hansa Rostock in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Jahn Regensburg Zur Galerie
Hansa Rostock in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Jahn Regensburg ©

Das Aufsteiger-Team von der Küste machte geschickt weiter und variierte das Tempo des Spiel. In der Defensive leistete es sich kaum Fehler und lauerte offensiv auf eigene Möglichkeiten.

Doch dann kam Sarpreet Singh. Nachdem Nik Omladic im Mittelfeld den Ball in einem Zweikampf nicht erobern konnte, landete die Kugel beim Neuseeländer. Der vom FC Bayern München ausgeliehene Profi konnte unbedrängt in Richtung des Rostocker Strafraums marschieren, nahm aus 20 Metern Maß und ließ Kolke keine Chance.

Die kalte Dusche beeindruckte die Gäste nicht. Denn noch kurz vor der Halbzeit machte John Verhoek den Ausgleich klar. Nach Vorarbeit von Simon Rhein und einem schönem Pass von Rizzuto ins Zentrum des Strafraums behielt der Niederländer die Ruhe. 1000 Hansa-Fans in der Arena bejubelten seinen siebten Saisontreffer (43.).

Es kam noch viel besser: Nach der Pause veredelte Behrens mit Ruhe, Übersicht und viel Abgeklärtheit den ersten Angriff. Nach Zuspiel von Schumacher umkurvte der Routinier erst Jahn-Schlussmann Alexander Meyer und schob in seinem 129.Zweitliga-Spiel dann lässig ein.

Hansa hatte noch nicht genug. Und die Regensburger waren sichtlich beeindruckt und angeknockt. Wache Rostocker nutzen die schlechte Abwehrarbeit des Kontrahenten: Nach Balleroberung in der eigenen Hälfte drückte Neidhart aufs Tempo. Seine Flanke von der rechten Seite fand in Verhoek einen dankbaren Adressaten. Der 32-Jährige hatte keine Mühe zum 3:1 zu vollenden.

Stark wie Hansa sich die Führung erkämpft hatte. Stark, wie sie die Führung über die Zeit brachte. Zwar schafften die Regensburger durch den eingewechselten Haralambos Makridis noch den Anschluss. Doch den dritten Auswärtssieg ließen sich die Härtel-Schützlinge nicht mehr nehmen.

FC Hansa Rostock: Kolke - Neidhart, Meißner, Roßbach, Rizzuto - Fröde, H. Behrens (76. Bahn), Rhein (80. Meier) - Omladic (80. Malone), K. Schumacher (68. Mamba), Verhoek (68. Breier).
Tore: 1:0 Singh (34.), 1:1 Verhoek (43.), 1:2 Behrens (49.), 1:3 Verhoek (52.), 2:3 Makridis (90.).
Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg).

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