23. April 2021 / 12:17 Uhr

FC Höherberg ist auf der Suche nach einem Fusions-Partner

FC Höherberg ist auf der Suche nach einem Fusions-Partner

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Trainer Stefan Claus (r., hier mit Marek Jans) steht dem FC Höherberg nicht mehr zur Verfügung.
Trainer Stefan Claus (r., hier mit Marek Jans) steht dem FC Höherberg nicht mehr zur Verfügung. © Helge Schneemann
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Mit dem FC Höherberg könnte ein weiterer Klub von der Fußball-Landkarte des NFV-Kreises Göttingen-Osterode verschwinden. Dem Kreisligisten fehlen Spieler, inzwischen haben die Verantwortlichen schon Gespräche mit möglichen Fusionspartnern geführt.

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„Es ist nicht abzusehen, dass wir ein konkurrenzfähiges Team für die kommende Kreisliga-Saison stellen können.“ Volker Elsenhans, der Vorsitzende des FC Höherberg hat im Jahr des 25-jährigen FCH-Jubiläums keine guten Nachrichten. 1996 hatten sich die Fußballer des langjährigen Bezirksligisten SC Wollbrandshausen und des VfB Bodensee zu einer Spielgemeinschaft zusammengeschlossen, nun droht diese Liaison kurz vor der „Silberhochzeit“ zu scheitern. „Wir hatten viele Jahre etwas Besonderes, das wir genießen konnten“, klingt ein wenig Wehmut mit, wenn Elsenhans von der derzeitigen Situation berichtet.

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Personelle Probleme belasten den Verein. Schon vor der im März abgebrochenen Saison hatten einige Leistungsträger – zum Großteil wegen Umzugs - das Team verlassen. Es sind A-Jugendliche aufgerückt, die von ihren Einsätzen mit der JSG Eintracht HöhBernSee immerhin Bezirksliga-Erfahrung mitgebracht haben. „Die haben etwas aufgefangen, können die Abgänge aber nicht komplett abfedern“, sagt Elsenhans. Die beiden kleinen Dörfer Bodensee und Wollbrandshausen, die gemeinsam gerade einmal auf etwa 1500 Einwohner kommen, haben eben nicht ein unerschöpfliches Reservoir an Spielern, eine zweite Herren-Mannschaft gab es nicht mehr. „Für kleine Orte und kleine Vereine wird es immer schwieriger“, fügt der Vorsitzende an.

Junge Spieler gehen berufs- und studienbedingt

Weil einige der jungen Spieler jetzt Abitur machen und zum Studium weggehen werden, werde die Personaldecke immer dünner. „Wir haben mit den Spielern gesprochen, sie haben signalisiert, dass sie weiter für uns spielen würden. Aber ich möchte sie nicht als festes Standbein einplanen und sie unter Druck setzen“, sagt Elsenhans. Erfahrene Leistungsträger wie Paul und Max Jünemann sind ebenfalls nicht mehr dabei, sie hat es beruflich oder studienbedingt ins Ausland verschlagen. Ebenfalls nicht mehr an Bord ist Trainer Stefan Claus, der nach zwei Jahren seinen Rückzug angekündigt hat.

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Der Rückzug der Mannschaft in die 1. Kreisklasse mit den verbliebenen Spielern sei keine Option. Dafür sei die Qualität sicherlich noch da, die Quantität reiche aber einfach nicht. Wenn dann nicht mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft angetreten werden könne, bestehe die Gefahr bei den verbliebenen Spielern, dass diese die Lust verlieren. Die 2. Kreisklasse sei keine Alternative. „Natürlich wollen die jungen Spieler für ihre Dörfer und mit ihren Freunden spielen. Aber wenn sie dann nur verlieren, kann so eine Rest-Saison ganz schön lang werden. Dieses Risiko möchten wir nicht eingehen.“

Verhandlungspartner werden noch nicht verraten

Inzwischen hat der FCH-Vorstand bereits Gespräche mit Vereinen in der Nachbarschaft geführt. Wohin die Fühler ausgestreckt wurden und wie weit die Gespräche sind, soll noch nicht verraten werden, solange noch nichts spruchreif ist. „Wir überlegen in alle Richtungen“, sagt Elsenhans.

Der FC Höherberg wäre nach dem SV Germania Breitenberg dann der nächste Verein, der von der Fußball-Landkarte als eigenständiger Klub verschwinden würde. Der Bezirksligist war vor einigen Wochen in die Offensive gegangen und hatte sich dem Liga-Konkurrenten und unmittelbaren Nachbarn SG Bergdörfer angeschlossen – nach einer von allen Seiten geräuschlos geführten Verhandlung und Fusion.