19. Oktober 2020 / 12:49 Uhr

FC Kilia Kiel erobert dank überragendem Yannik Jakubowski die Tabellenspitze vom TSV Klausdorf

FC Kilia Kiel erobert dank überragendem Yannik Jakubowski die Tabellenspitze vom TSV Klausdorf

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Von links nach rechts: Mittelfeldduell zwischen Christer Reiser, Jonathan Beeck, Chris Sebastian Wippich und Enis Jashari.
Von links nach rechts: Mittelfeldduell zwischen Christer Reiser, Jonathan Beeck, Chris Sebastian Wippich und Enis Jashari. © Karsten Freese
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In der Fußball-Landesliga Mitte gewann der FC Kilia Kiel das Spitzenspiel beim zuvor noch ungeschlagenen TSV Klausdorf mit 4:1 und übernimmt damit nach dem fünften Spieltag erstmalig die Tabellenführung. Während der Osterönfelder TSV beim SV Tungendorf zumindest einen Punkt mitnehmen erkämpfen konnte, musste der Gettorfer SC ohne Punkt im Gepäck vom MTSV Hohenwestedt die Heimreise antreten.

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TSV Klausdorf – FC Kilia Kiel 1:4

Die temporeiche und kampfbetonte Partie mit vielen Höhepunkten wurde über weite Strecken von den technisch versierteren Kielern beherrscht, die bereits in der dritten Minute die erste Möglichkeit hatten. Benjamin Patrick traf mit einem frechen 30-Meter-Freistoß aus halbrechter Position die Oberkante der Latte. Chancenlos waren die Klausdorfer, die durch ein schnelles, gradliniges Konterspiel gefielen, allerdings nicht. Deren auffälligster Spieler Johannes Kaak traf ebenfalls den Querbalken (8.). Für den ersten Treffer sorgte dann der Spieler des Tages. Yannik Jakubowski kam, nachdem der Kilianer bereits zwei Großchancen liegengelassen hatte (7., 15.), nach schwerem Klausdorfer Patzer an den Ball und schob überlegt zum 1:0 für die Gäste ein (18.). „Es ist schon schwer genug gegen Kilia. Wenn man dann noch Geschenke verteilt, kann man gegen die nicht gewinnen“, sagte Klausdorfs Trainer Dennis Trociewicz, dessen Team aber in die Partie hätte zurückfinden können. Mirco Znaniewicz, der zuvor einen Ball vor der Linie des eigenen Tores abgewehrt hatte (33.), hatte allerdings Pech. Seine verunglückten Hereingabe sprang vom Kilia-Innenpfosten wieder ins Feld (48.). Kilia hatte mehr Glück: Als Jonathan Beeck bei einem Tackling erst den Ball und dann Petrick traf, ahndete der Unparteiische das Foul trotzdem und entschied auf Strafstoß, den Jakubowski verwandelte (0:2, 56.).

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Das Match war aber noch nicht entschieden. Als Kaak dem unkonzentrierten Chris Schimming den Ball am Kieler Strafraum abluchste, ging ein Raunen durch die 250 Zuschauer. Sein Schuss verfehlte das Tor um Haaresbreite (60.). Neun Minuten später stellte Petrick auf 3:0 – die Vorentscheidung. Daran änderte auch das Freistoßtor von Klausdorfs Christer Reiser nichts (1:3, 81.). Jakubowski krönte seine starke Leistung mit seinem dritten Tor zum 4:1-Endstand (88.). „Der Sieg von Kilia geht heute voll in Ordnung. Es ist ärgerlich, dass wir in diesem Spiel nicht unsere beste Leistung abrufen konnten. Da ist noch viel Luft nach oben“, resümierte Trociewicz, während Kilias Trainer Steve Frank von einem „hart erkämpften, aber auch in der Höhe hochverdienten Erfolg“ seiner Mannschaft sprach.

Klickt euch durch die Fotos zum Topspiel der Landesliga Mitte zwischen dem TSV Klausdorf und dem FC Kilia Kiel:

Die Kieler Strafraumgrenze stellte für den TSV Klausdorf zumeist eine unsichtbare Hürde dar. Christer Reiser (Mitte) und Leon Luca Fey (rechts) haben es bis vor Torwart Steven Steiner (links) geschafft, aber der Kieler Schlussmann ist schneller am Ball. Zur Galerie
Die Kieler Strafraumgrenze stellte für den TSV Klausdorf zumeist eine unsichtbare Hürde dar. Christer Reiser (Mitte) und Leon Luca Fey (rechts) haben es bis vor Torwart Steven Steiner (links) geschafft, aber der Kieler Schlussmann ist schneller am Ball. ©

MTSV Hohenwestedt – Gettorfer SC 4:1

Gettorf legte einen perfekten Start hin und führte durch einen Treffer von Torben Dahsel schnell mit 1:0 (11.). Danach nahm Hohenwestedt das Heft in die Hand. „Wir kamen nach unserem Tor nie wieder in die Zweikämpfe und haben im Spiel nach vorne zu viele leichte Ballverluste gehabt. Der Ausgleich lag in der Luft“, erklärte GSC-Trainer Christian Schössler, dessen Team vor allem gegen MTSV-Angreifer Thies Kochanski kein wirksames Mittel fand. Der Stürmer sorgte mit seinen drei Treffern praktisch im Alleingang für den Sieg der Hausherren (24., 43., 52.). Das 4:1-Endergebnis stellte der GSC-er Jannik Klein per Eigentor her (63.). „Das Ergebnis geht in Ordnung. Aber wir hätten ins Spiel zurückkommen können. Doch unsere Torschüsse gingen heute immer direkt auf den Torwart“, trauerte Schössler zwei sehr guten Gelegenheiten nach (48., 62.).

SV Tungendorf – Osterrönfelder TSV 3:3

Beide Teams zeigten im ersten Spielabschnitt kein gutes Fußballspiel. Dennoch konnte Julien Huber mit einer feinen Einzelaktion drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff den SVT in Führung bringen. Nach dem Seitenwechsel erspielten sich beide Mannschaften eine Vielzahl an Torgelegenheiten. Zunächst erhöhte Simon Fuhrmann auf 2:0, ehe der OTSV innerhalb weniger Minuten ausgleichen konnte. Erst nagelte Kevin Rathjen eine Flanke von der Grundlinie volley in den Winkel, dann nutzte Florian Kuklinski einen Ballverlust von Kennet Braasch zum 2:2. Zehn Minuten vor dem Ende brachte Felix Piaskowski den SVT wieder in Front. Doch der OTSV wehrte sich gegen die Niederlage. In der Nachspielzeit segelten unzählige Freistöße in den Strafraum der Gastgeber. Eine dieser Situationen verwertete Felix Mosebach zum 3:3-Endstand. „Das Ergebnis geht schon in Ordnung. In der zweiten Hälfte gab es auf beiden Seiten Chancen in Hülle und Fülle“, bilanzierte Tungendorfs Co-Trainer Nils Voss.


(von Jan Claas Harder)

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