28. Februar 2020 / 07:23 Uhr

Premier League Inside: Warum die Dominanz des FC Liverpool für die Liga ein Problem ist

Premier League Inside: Warum die Dominanz des FC Liverpool für die Liga ein Problem ist

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Liverpool walzt in dieser Saison in beeindruckender Manier über die Konkurrenz hinweg. Für <b>SPORT</b>BUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister liegt darin auch eine Gefahr.
Der FC Liverpool walzt in dieser Saison in beeindruckender Manier über die Konkurrenz hinweg. Für SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister liegt darin auch eine Gefahr. © Getty
Anzeige

An der Tabellenspitze der Premier League herrscht Langeweile. So bewundernswert die Leistung von Jürgen Klopps FC Liverpool ist, so problematisch ist diese Dominanz für die angeblich umkämpfteste Liga der Welt, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister. 

Anzeige
Anzeige

Man muss Jürgen Klopp wirklich Respekt dafür zollen, dass es ihm immer noch gelingt, das Offensichtliche, Unvermeidbare zu ignorieren. “Die nächsten drei Punkte sind immer die schwersten”, sagte der Trainer nach dem 3:2-Erfolg seines FC Liverpool zu Beginn der Woche gegen West Ham United. Von der Meisterschaft zu sprechen, das verweigert er weiter konsequent. Dabei ist vollkommen klar, dass Liverpool in dieser Saison das 30 Jahre langen Warten auf den Titel beenden wird, aller Voraussicht nach mit einem Punkte-Rekord und so früh wie noch keine andere Mannschaft der Premier League.

Mehr vom SPORTBUZZER

So beachtlich diese Dominanz ist, zu der auch die Schwäche der Konkurrenz beiträgt - in erster Linie die von Titelverteidiger Manchester City - so ernüchternd ist die Langeweile an der Tabellenspitze für das neutrale Publikum und die Premier League insgesamt. Denn der Kampf um die Meisterschaft sollte normalerweise die Hauptattraktion jeder Saison sein. Er sollte so lange wie möglich spannend bleiben, idealerweise bis zum Schluss.

Sorgen um die Premier League? Ein Titelrennen, dass keines ist, nützt niemandem

So hat das auch der damalige Premier-League-Chef Richard Scudamore formuliert, als Manchester City vor zwei Jahren schon Mitte April als Meister feststand: "Ich will, dass wir am letzten Spieltag verschiedene Trophäen in verschiedenen Stadien brauchen, weil man nicht weiß, wie es ausgeht", sagte er. City-Trainer Pep Guardiola hat gerade an diese Kommentare erinnert. Wenn die Überlegenheit seiner Mannschaft in der Vergangenheit ein Problem war, dann soll es Liverpools aktuelle Stellung bitte schön auch sein. Und er hat ja Recht: Ein Titelrennen, dass keines ist, nützt niemandem. Außer natürlich dem Verein, der an der Spitze allein seine (Ehren-)Runden dreht.

Liverpools Dominanz ist ein schlechtes Signal für die Premier League, weil sie am Markenkern des Wettbewerbs kratzt. Eigentlich ist die Liga stolz darauf, dass sie an der Spitze so umkämpft ist wie keine andere – ganz im Gegensatz zur Bundesliga, der italienischen Serie A, der Ligue 1 in Frankreich oder mit Abstrichen La Liga in Spanien, wo seit Jahren die immer gleichen Mannschaften (FC Bayern, Juventus, Paris Saint-Germain, FC Barcelona) Meister werden.

50 ehemalige Spieler des FC Liverpool und was aus ihnen wurde

Steven Gerrard, Fernando Torres und Mario Balotelli gehören fraglos zu den bekanntesten Spielern in der Geschichte des FC Liverpool. Doch was machen Sie heute? Der <b>SPORT</b>BUZZER hat sich auf Spurensuche begeben. Was machen 50 ehemalige Liverpool-Stars wie Michael Owen und Emile Heskey heute? Klickt Euch durch die Galerie! Zur Galerie
Steven Gerrard, Fernando Torres und Mario Balotelli gehören fraglos zu den bekanntesten Spielern in der Geschichte des FC Liverpool. Doch was machen Sie heute? Der SPORTBUZZER hat sich auf Spurensuche begeben. Was machen 50 ehemalige Liverpool-Stars wie Michael Owen und Emile Heskey heute? Klickt Euch durch die Galerie! ©
Anzeige

Bei ManCity steht alles in Frage - andere Klubs sind im Umbruch

Liverpools Überlegenheit bedroht dieses Alleinstellungsmerkmal. Und es kann gut sein, dass sich das Bild der laufenden Saison zum Dauerzustand entwickelt. Klopps Mannschaft kommt gerade erst am Zenit ihrer Schaffenskraft an und hat das Zeug, in der kommenden Spielzeit ähnliche Fabel-Leistungen zu vollbringen wie in dieser. Bei Manchester City steht dagegen alles in Frage wegen der von der Uefa verhängten Champions-League-Sperre. Andere Klubs wie Chelsea, Manchester United, Tottenham, Arsenal oder Überraschungsmannschaft Leicester stecken in verschiedenen Phasen des Umbruchs und/oder sind noch lange nicht so weit, um ernsthaft mit Liverpool zu konkurrieren.

Das ist nichts, wofür sich Klopps Mannschaft entschuldigen müsste. Gut ist eine solche Dominanz aber auch nicht.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus aller Welt