15. August 2019 / 17:21 Uhr

Backstage beim DFB-Pokal: "Ein bisschen wie Weihnachten"

Backstage beim DFB-Pokal: "Ein bisschen wie Weihnachten"

Chantal Ranke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ein Blick hinter die Kulissen: #GABFAF hat den Bremen-Ligisten beim DFB-Pokalspiel begleitet. 
Ein Blick hinter die Kulissen: #GABFAF hat den Bremen-Ligisten beim DFB-Pokalspiel begleitet.  © Privat
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Zwei Monate hat der FC Oberneuland sich auf das DFB-Pokalspiel gegen den Zweitligisten SV Darmstadt 98 vorbereitet. #GABFAF hat den Bremen-Ligisten begleitet. An einem Tag, auf den alle hin gefiebert haben. 

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„Tor für die Mannschaft in Rot-Weiß, Tor für den FC Oberneuland!“ Es läuft die 48. Spielminute, als Stadionsprecher Florian Diettrich endlich diesen Satz rufen darf. Die Zuschauer springen auf, das Team feiert den Torschützen Ebrima Jobe, und sogar die Fans des Gegners applaudieren - auf diesen einen Moment haben sie alle gewartet.

Plötzlich entsteht eine ganz neue Euphorie auf der Tribüne und bei den Trainern. Ist in diesem Spiel etwa doch mehr drin? „Natürlich flachst man dann rum, was passieren könnte, wenn noch das 2:3 fällt. Aber wir sind realistisch genug um zu sehen, dass die Chancen doch eher gering waren“, sagt Trainer Kristian Arambasic gelöst nach dem Spiel. Am Ende verliert der FC Oberneuland seine Partie in der 1. Runde des DFB-Pokals mit 1:6 gegen den Zweitligisten SV Darmstadt 98. Trotz der Niederlage: Enttäuscht ist beim Bremen-Ligisten keiner.

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Spielvorbereitung auf Bremer Art

Knapp zweieinhalb Stunden vor dem Anpfiff herrscht am Florian Wellmann Stadion noch pure Idylle. Bis auf ein paar wartende Sicherheitskräfte und Polizisten tut sich vor dem Stadion nicht viel. Hier soll gleich ein DFB-Pokalspiel stattfinden?

Im Stadioninneren rotieren sie dagegen, damit sich der FC Oberneuland als perfekter Gastgeber präsentiert. Und dennoch, wirklich gestresst ist niemand. So sind die Bremer eben.

Ein Mitglied des Organisationsteams ist Vize-Präsident Uwe Piehl. Auch er packt überall da an, wo noch Hilfe gebraucht wird. Fehlende Tickets an die Gästekasse bringen, Medienvertreter begrüßen. Sogar als Wasserträger fungiert er an diesem Tag. Bei allem Trubel, für einen lockeren Plausch mit den Spielern ist immer Zeit: „Gib dem Mal einen Kurzen, der kann das vertragen“, ruft er der Helferin hinter der Bar zu, als sich zwei Spieler kurz vor dem Warm-Up noch einen Kaffee holen. Generell ist die Stimmung locker. Der ganze Verein hat auf diesen Tag hin gefiebert, steckte wochenlang Arbeit in die Vorbereitung – und das neben ihren normalen Jobs, den die Mitarbeiter alltäglich ausüben.

Darmstadt-Fan Jens Bürger im Interview mit Stadionsprecher Florian Diettrich. Ganze 430 Kilometer fuhr er mit dem Fahrrad von Kassel nach Bremen, um dieses Spiel zu sehen. 
Darmstadt-Fan Jens Bürger im Interview mit Stadionsprecher Florian Diettrich. Ganze 430 Kilometer fuhr er mit dem Fahrrad von Kassel nach Bremen, um dieses Spiel zu sehen.  © imago images/ Jan Huebner
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Pünktlich zum Einlass kommt dann doch langsam Pokal-Stimmung auf. Die Tore werden geöffnet, die ersten Fans strömen ins Stadion. Unter den Darmstädtern befindet sich ein Fan mit einer ganz besonderen Geschichte. 430 Kilometer von Kassel bis nach Bremen fuhr Jens Bürger mit dem Fahrrad, um dieses Spiel zu erleben. „Ich wollte unbedingt den Weserradweg fahren“, erzählt Bürger. „Gestern bin ich in Bremen angekommen und wurde von allen super aufgenommen. Die Menschen hier sind wirklich toll.“ Zurück muss der Darmstadt-Fan den langen Weg nicht mit dem Rad auf sich nehmen: „Da nimmt mich der Fanbus mit."

Ziel erreicht: "Wir sind sold-out."

Auf einmal wird es doch hektisch. Piehl macht sich schnellen Schrittes auf ins Vorstandsbüro, wo Kassenwart Carsten Hartung vor einem Problem steht: Die Ticketdruckmaschine streikt. Was zunächst den Anschein eines mittelschweren Dramas hat, erledigt sich postwendend. „Wir sind sold-out“, verkündet Hartung freudig. „Alle Karten, die wir verkaufen konnten, sind weg.“ 2353 Zuschauer haben den Weg ins Stadion gefunden.

Die Parksituation am Florian Wellmann Stadion ist enorm begrenz. Viele Fans kommen daher mit dem Fahrrad. 
Die Parksituation am Florian Wellmann Stadion ist enorm begrenz. Viele Fans kommen daher mit dem Fahrrad.  © Privat

Doch der Moment der Freude hält nur kurz an, schließlich ist vor Spielbeginn noch einiges zu erledigen. Mitarbeiterin Christian Schmidt muss jetzt schnell runter, um sich um die Einlaufkinder zu kümmern, die zunächst vor dem Spielertunnel platziert werden. Mehr als eine halbe Stunde vor dem Anpfiff. Ungeduldig scharren die E-Jugendlichen auf der Stelle. Dann dürfen sie sich endlich im Tunnel versammeln. Als die Spieler nach dem Aufwärmen das erste Mal an den Kindern vorbeilaufen, ist die Freude riesengroß. Sie klatschen sich gegenseitig ab und applaudieren. Eines der Kinder ruft: „Heute gibt’s einen 5:1-Sieg für Oberneuland.“

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Jobes Tor krönt den Tag

Punkt 15:27:30 erklingt die DFB-Pokal-Hymne, und die Spieler laufen in das Stadion ein. Zeit für den Vorstand sich einen vernünftigen Platz zu suchen und das Spiel zu genießen. Für Uwe Piehl der Moment, das erste Mal tief durchzuatmen: „Bisher hat alles super geklappt, richtig entspannen kann ich aber erst heute Abend.“ Auch wenn die Hoffnung auf einen sportlichen Erfolg gering war, steht den Fans die Enttäuschung beim 0:3-Halbzeitstand ins Gesicht geschrieben. Umso größer ist daher der Jubel bei Jobes Treffer zum 1:3. Vor allem, weil es nicht einfach nur ein Glückstreffer war, sondern toll herausgespielt und eiskalt abgeschlossen: Genau das wollen die Zuschauer hier sehen.

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„Wir haben lange gekämpft, aber Darmstadt war vor dem Tor einfach zu souverän“, gibt Oberneuland-Kapitän Timo Dressler zu. Doch die Freude über das eigene Tor überwiegt. Es ist der versöhnliche Abschluss einer langen Zeit der Vorbereitung. Da wird Piehl beinahe ein bisschen wehmütig: „Das ist ein bisschen wie Weihnachten. Man freut sich so lange darauf, bereitet so viel vor und mit einem Schnips ist es schon wieder vorbei.“

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