18. Oktober 2020 / 17:25 Uhr

Tag zum Vergessen: Sarstedter kassieren in Eldagsen spätes 0:1, Grupe schwer verletzt

Tag zum Vergessen: Sarstedter kassieren in Eldagsen spätes 0:1, Grupe schwer verletzt

Ole Rottmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sarstedts Gianluca Grupe (links) fängt hier den Ball im Strafraum vor Eldagsens Rune Flohr ab. Später muss er mit einer schweren Verletzung vom Platz.
Sarstedts Gianluca Grupe (links) fängt hier den Ball im Strafraum vor Eldagsens Rune Flohr ab. Später muss er mit einer schweren Verletzung vom Platz. © deisterpics/Stefan Zwing
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Eine Halbzeit lang hat der 1. FC Sarstedt in der Landesliga Süd beim FC Eldagsen dominiert, aber nicht getroffen. Kurz vor Schluss nutzten die Platzherren einen Elfmeter zum 1:0-Sieg. Nicht nur deswegen war es für die Gäste ein Tag zum Vergessen: Gianluca Grupe brach sich ohne Fremdeinwirkung den Knöchel.

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Zur Halbzeit hätte der 1. FC Sarstedt gut und gerne mit drei Toren Differenz führen können – da sind sich die Verantwortlichen beider Seiten einig gewesen. Doch da die Gäste sämtliche Hochkaräter ungenutzt ließen, fuhren sie am Ende mit einer 0:1 (0:0)-Niederlage von der Partie beim FC Eldagsen nach Hause. Während sich die gastgebende Mannschaft von Trainer Holger Gehrmann mit mittlerweile zwölf Punkten nach sieben Spielen langsam, aber sicher in der Tabelle der Landesliga Süd nach oben schiebt, bleibt der sieglose Aufsteiger Letzter.

Egal, wer es aufseiten der blaugewandeten Mannschaft versuchte – rein wollte der Ball nicht. Entweder stand Eldagsens seit Wochen starker Keeper Marcel Bürst im Weg oder die Sarstedter scheiterten an sich selbst. Jonas Jürgens, Christian Schäfer sowie Edwin Hertel waren nur drei Gäste, die es vergeblich versuchten. „Vielleicht fehlt uns da manchmal einfach die letzte Galligkeit“, sagte Sarstedts ­Co-Trainer Eugen Klein, dessen Team seit nunmehr über 340 Minuten auf ein Tor wartet. „Und wie dann solche Spiele eben laufen: Am Ende kriegst du sogar noch einen“, ergänzte er.

Bilder vom Spiel der Landesliga Süd zwischen dem FC Eldagsen und 1. FC Sarstedt

Eldagsens Luca Köneke (links) grätscht fair gegen Sarstedts Gilles-Asri Kwadsoyie. Zur Galerie
Eldagsens Luca Köneke (links) grätscht fair gegen Sarstedts Gilles-Asri Kwadsoyie. ©

Angesichts der Vielzahl der Sarstedter Einschussgelegenheiten fielen die Chancen der Eldagser fast nicht ins Gewicht, obgleich auch sie nicht von minderer Qualität waren. Doch nach einer Standardsituation von Timon Scharmann scheiterte Luca Köneke am Pfosten, und José Rubén Pérez versuchte es nach Ansicht seines Trainers in aussichtsreicher Lage mit dem falschen Bein.

„Da wollte er es wie Franz Beckenbauer machen“, sagte der bestens gelaunte Gehrmann lachend, „und hat den Ball elegant mit dem rechten Außenrist geschossen.“ Doch Pérez ist eben nur fast ein Kaiser – und so verfehlte sein Kunstschuss haarscharf die lange Ecke des Tores. „Der linke Fuß wäre hier erfolgversprechender gewesen“, tadelte Gehrmann mit gespieltem Zorn.

"Viele Beine im Strafraum, und eins davon trifft ihn"

Die Hochstimmung des 54-Jährigen war neben der Zielungenauigkeit des Neulings mal wieder Lauri Schwitalla zu verdanken, der in der 81. Minute vom Elfmeterpunkt das goldene Tor erzielte. Björn Graw war zuvor regelwidrig am Torabschluss gehindert worden. „Viele Beine im Strafraum, und eins davon trifft ihn“, sagte Klein. Ein „dummer Elfmeter“ sei das gewesen, an dessen Rechtmäßigkeit jedoch keinerlei Zweifel bestünden.

Ohnehin hatten sich in den zweiten 45 Minuten die Kräfteverhältnisse umgekehrt – nun hatten die gelb-schwarzen Senfstädter den Taktstock in der Hand. Möglicherweise war auch der Schock über die schwere Verletzung ihres Kollegen Gianluca Grupe, der sich ohne gegnerische Einwirkung den Fuß derart vertreten hatte, dass dabei der Knöchel brach, ursächlich für die schwächere Halbzeit des 1. FC. Gehrmann hatte Grupe, der am Sonntag bereits operiert wurde, noch am Spielfeldrand einen Verband angelegt.