23. April 2021 / 18:13 Uhr

Schalke, HSV und Co: So prominent könnte die 2. Liga in der nächsten Saison besetzt sein

Schalke, HSV und Co: So prominent könnte die 2. Liga in der nächsten Saison besetzt sein

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Schalke 04 steht als Absteiger bereits fest. Werten der HSV und Co. das deutsche Unterhaus in der kommenden Saison mit ihrem Namen auf?
Schalke 04 steht als Absteiger bereits fest. Werten der HSV und Co. das deutsche Unterhaus in der kommenden Saison mit ihrem Namen auf? © IMAGO/Team 2/Jan Huebner (Montage)
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Jetzt ist er besiegelt, der Abstieg von Schalke 04. Dass der Wiederaufstieg nicht so leicht gelingen will, wenn man erst mal in der 2. Liga steckt, haben zahlreiche Traditionsklubs bereits vorgemacht. Der SPORTBUZZER zeigt in einem Extrem-Szenario, wie prominent die 2. Liga in der Saison 2021/22 besetzt sein könnte.

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Die Spielzeit 2020/21 ist noch nicht zu Ende, mit dem FC Schalke 04 steht aber schon jetzt der erste Bundesliga-Absteiger fest. Es ist der vierte Abstieg in der Vereinsgeschichte des stolzen Revierklubs, der zuletzt seit 1991 durchgängig im Oberhaus vertreten war. Die Knappen finden sich nächste Saison – so viel steht schon jetzt fest – in einer 2. Liga wieder, die rekordverdächtig anmutet. In einem nicht unwahrscheinlichen Szenario kommen die 18 Vereine dann zusammen auf 49 Meistertitel und waren in insgesamt 191 Spielzeiten im Europapokal vertreten.

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Im Extremfall wäre die zweite Liga im kommenden Jahr sogar gleich um sechs Traditionsvereine reicher. Neben dem bereits besiegelten Abstieg der Schalker kämpfen mit Werder Bremen und dem 1. FC Köln zwei Klubs aus der Top Zehn der ewigen Bundesliga-Tabelle gegen den Absturz ins Unterhaus. Aus der dritten Liga könnten mit Spitzenreiter Dynamo Dresden, dem Tabellenzweiten Hansa Rostock und dem aktuellen Vierten 1860 München zudem drei stolze langjährige Bundesliga-Klubs dazukommen. Verspielt der Hamburger SV (aktuell Dritter in der zweiten Liga) wie in den beiden Vorjahren auf der Zielgeraden den Aufstieg und lässt stattdessen dem 1. FC Heidenheim (5.) oder Holstein Kiel (6.) den Vortritt, wäre das deutsche Unterhaus in der kommenden Spielzeit endgültig mit großen Namen gespickt. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über das Extrem-Szenario mit 18 möglichen Zweitliga-Kandidaten.

(Potenzielle) Bundesliga-Absteiger:

Bereits fest steht, dass der deutschen Eliteliga mit Schalke 04 echte Prominenz verloren geht. Für die zweite Liga bedeutet der Absturz der "Königsblauen" indes einen echten Zugewinn. Sieben Meistertitel holte der FC Schalke 04 in der höchsten deutschen Spielklasse – auch, wenn allesamt vor der Gründung der Bundesliga 1962 eingefahren wurden. Zum letzten Mal abgestiegen sind die Königsblauen 1988. Auf den Wiederaufstieg 1991 folgten dreißig Jahre, die sich sehen lassen können: Schalke gewann den UEFA-Cup 1997, den UI-Cup 2003 und 2004 und wurde dreimal Deutscher Pokalsieger (2001,2002,2011). Trotz sportlicher Erfolge taumelten die Königsblauen zuletzt in eine Abwärtsspirale. Am Ende steht eine beispiellose Chronologie der Dauer-Krise.

Tief im Abstiegskampf steckt als Tabellen-Drittletzter auch der 1. FC Köln, seines Zeichens erster und geschichtsträchtiger Meister der neu gegründeten Bundesliga. In der Ewigen Tabelle der deutschen Belétage liegen die Kölner auf einem beachtlichen neunten Platz. Mit Friedhelm Funkel hat der Traditionsklub vom Rhein zum Saisonende 2021 ein Trainer-Urgestein aus der Fußball-Rente zurückgeholt, um den Gang in die zweite Liga zu verhindern. Sollte dies erfolglos bleiben, wäre das deutsche Unterhaus um einen namhaften Kandidaten reicher.

Gleiches gilt für Werder Bremen, das mit Ausnahme der Saison 1980/81 ein Dauer-Abonnement in der Bundesliga hat und in der Vergangenheit durchaus nennenswerte Erfolge verbuchte. Der letzte Meistertitel der Bremer stammt aus der Saison 2003/04. Damals gewann das Team von Trainer Thomas Schaaf das Double aus Meisterschale und DFB-Pokal. Auch das Jahr 2009 war mit dem Einzug ins Finale des UEFA-Cups und dem Gewinn des DFB-Pokals ein großes in der Vereinshistorie. Danach ging es an der Weser jedoch sportlich bergab. In der Vorsaison erkämpften sich die Bremer mit zwei Unentschieden in der Relegation gegen Heidenheim den Verbleib in der Erstklassigkeit. Aktuell sind die Hanseaten nur vier Punkte von Platz 16 und 17 entfernt erneut ein Abstiegskandidat – und bald ein weiterer prominenter Name in der zweiten Liga?

Die drei prominentesten Abstiegskandidaten aus der Bundesliga:*

Schalke 04 (7 x Deutscher Meister, 24 Europapokalteilnahmen)**

Werder Bremen (4 x Deutscher Meister, 26 Europapokalteilnahmen)

1. FC Köln (3 x Deutscher Meister, 26 Europapokalteilnahmen)

*gemessen an Meistertiteln und Europapokalteilnahmen

**bereits abgestiegen

Potenzielle Aufsteiger aus der 3. Liga:

Im Aufstiegsrennen der dritten Liga tummeln sich gleich mehrere langjährige Bundesliga-Klubs, die das deutsche Unterhaus in der kommenden Saison allein schon mit ihrem Namen bereichern könnten. So war Spitzenreiter Hansa Rostock zwischen 1996 und 2005 Dauergast in der deutschen Eliteliga, kam dabei allerdings nie über den sechsten Platz hinaus. Dafür vertrat die "Kogge" die deutschen Farben gleich vier Mal auf internationalem Terrain. Ein Mal reichte es für die DDR-Meisterschaft.

Als aktueller Tabellendritter schickt sich zudem Dynamo Dresden an, nach einem extrem bitteren Abstieg im Vorjahr prompt in die zweite Liga zurückzukehren. In der DDR war Dynamo in Deutschlands höchster Spielklasse ein großer Name: Acht Mal kürte sich der Ost-Klub zum deutschen Meister. Gleich drei Mal schafften es die Dresdner sogar ins Viertelfinale des Europapokals der Landesmeister (heute Champions League): 1976/77, 1978/79 und 1990/91.

Nach dem durch finanzielle Probleme bedingten Absturz in die vierte Liga im Jahr 2017 befindet sich auch 1860 München in einer guten Ausgangslage für den Sprung zurück in die Zweitklassigkeit. Als Tabellenvierter ist der Aufstieg für den einst auch sportlich großen Stadtrivalen des FC Bayern durchaus möglich. In Anbetracht der derzeitigen Situation von 1860 klingt es fast unglaubwürdig, dass der Verein im Jahr 2000 in der Champions League und nach der Qualifikationsrunde dann im UEFA-Cup vertreten war. Auch einen deutschen Meistertitel holten die Münchener Blauen im Jahr 1966.

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Die drei prominentesten Aufstiegskandidaten aus der 3. Liga:*

Dynamo Dresden (8 x DDR-Meister, 20 Europapokalteilnahmen)

1860 München (1 x Deutscher Meister, 8 Europapokalteilnahmen)

Hansa Rostock (1 x DDR-Meister, 4 Europapokalteilnahmen)

*gemessen an Meistertiteln und Europapokalteilnahmen

Auswahl potenzieller Zweitliga-Klubs in der kommenden Saison:

Dass der HSV im Endspurt um die Rückkehr ins deutsche Oberhaus Schwierigkeiten haben kann, stellte der einstige Bundesliga-Dino in den beiden Vorjahren unter Beweis, als man als Tabellenvierter gleich zwei Mal in Serie den Aufstieg verpasste. Bleiben die Hanseaten – aktuell auf Relegationsplatz drei – auch nach der laufenden Saison zweitklassig, blieben sechs deutsche Meistertitel in der zweiten Liga. Nach der Peinlich-Pleite gegen Abstiegskandidat SV Sandhausen (1:2) rückte zumindest der direkte Aufstieg in die Ferne.

Der VfL Bochum hat den Sprung in Liga eins als Spitzenreiter indes fest im Visier. Theoretisch könnte der VfL jedoch noch aus den Aufstiegsrängen rutschen – und damit ein potenzielles Teilnehmerfeld des Unterhauses erheblich aufwerten. Denn obwohl der Klub aus dem Ruhrgebiet nie eine deutsche Meisterschaft gewann, rangiert man auf dem 13. Platz der ewigen Bundesliga-Tabelle.

Blickt man auf ein mögliches Line-Up der kommenden Zweitliga-Saison mit Namen wie Hannover 96 (zwei Meistertitel, ein Pokalsieg), dem Karlsruher SC, dem 1. FC Nürnberg (neun Meistertitel) oder Fortuna Düsseldorf (Platz 18 der ewigen Erstliga-Tabelle), steht das deutsche Unterhaus der Eliteliga gemessen an der Prominenz in nur kaum etwas nach. Einzig St. Pauli, der SC Paderborn, der SV Darmstadt und Jahn Regensburg schmücken sich im Extrem-Szenario weder mit Meistertiteln noch mit Europacup-Teilnahmen. Steigen zudem die gefährdeten Kandidaten SV Sandhausen (16.), VfL Osnabrück (17.) und Würzburger Kickers (18.) am Ende ab, würde der Liga keine Bundesliga-Erfahrung (0 Spiele in der Eliteklasse) verloren gehen. Auch ein Aufstieg von Greuther Fürth (2.), dem 1. FC Heidenheim (5.) und Holstein Kiel (6.) würde lediglich einen Verlust von 34 Bundesliga-Partien bedeuten.

Eine Übersicht der prominentesten Zweitligisten der kommenden Saison:*

1. FC Nürnberg (9 x Deutscher Meister, 7 Europapokalteilnahmen)

HSV (6 x Deutscher Meister, 28 Europapokalteilnahmen)

FC Erzgebirge Aue (3 x DDR-Meister, 5 Europapokalteilnahmen)

Hannover 96 (2 x Deutscher Meister, 10 Europapokalteilnahmen)

Karlsruher SC (1 x Deutscher Meister, 4 Europapokalteilnahmen)

Eintracht Braunschweig (1 x Deutscher Meister, 4 Europapokalteilnahmen)

VfL Bochum (0 x Deutscher Meister, 2 Europapokalteilnahmen)

Fortuna Düsseldorf (1 x Deutscher Meister, 5 Europapokalteilnahmen)

SV Darmstadt 98 (0 x Deutscher Meister, 0 Europapokalteilnahmen)

FC St. Pauli (0 x Deutscher Meister, 0 Europapokalteilnahmen)

SC Paderborn (0 x Deutscher Meister, 0 Europapokalteilnahmen)

Jahn Regensburg (0 x Deutscher Meister, 0 Europapokalteilnahmen)

*gemessen an Meistertiteln und Europapokalteilnahmen