16. Mai 2022 / 19:13 Uhr

Peter Neururer erklärt: So einen Trainer braucht der FC Schalke 04 in der Bundesliga

Peter Neururer erklärt: So einen Trainer braucht der FC Schalke 04 in der Bundesliga

Moritz Speer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Auf Trainersuche: Die Schalker Verantwortlichen Rouven Schröder und Peter Knäbel. Ex-S04-Coach Peter Neururer glaubt, dass Schalke einen Trainer mit Bundesliga-Erfahrung braucht. 
Auf Trainersuche: Die Schalker Verantwortlichen Rouven Schröder und Peter Knäbel. Ex-S04-Coach Peter Neururer glaubt, dass Schalke einen Trainer mit Bundesliga-Erfahrung braucht.  © IMAGO/RHR-Foto/eu-images (Montage)
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Der FC Schalke 04 hat den direkten Wiederaufstieg geschafft und spielt in der kommenden Saison wieder in der Bundesliga. Da Interimstrainer Mike Büskens zurück ins zweite Glied rücken wird, brauchen die Schalker noch einen neuen Chefcoach. Ex-Trainer Peter Neururer erklärt im Gespräch mit dem SPORTBUZZER, worauf die Knappen bei der Suche achten sollten.

"Schalke leidet wie kein anderer Verein, aber Schalke jubelt auch wie kein anderer Verein" – mit diesen Worten beschreibt Peter Neururer, der die Schalker von April 1989 bis November 1990 selbst mal als Cheftrainer betreut hatte, die Gefühlslage beim Revierklub zwischen dem trostlosen Abstieg im Jahr 2021 und dem direkten Wiederaufstieg nur ein Jahr später. Am Sonntag sicherten sich die Schalker sogar noch die Meisterschaft in der 2. Bundesliga und krönten damit ihren bärenstarken Schlussspurt mit acht Siegen aus den letzten neun Partien.

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Vater des Erfolgs ist ganz klar Interimstrainer Mike Büskens, der die Knappen nach der Entlassung von Dimitrios Grammozis zurück in die Erfolgsspur und schließlich zum direkten Aufstieg geführt hat. Fest steht allerdings: Büskens wird den Schalkern in der kommenden Saison als Chefcoach nicht mehr zur Verfügung stehen, bleibt aber als Co-Trainer erhalten. Dies hatte der 54-Jährige, der zuvor schon als Assistent unter Grammozis arbeitete, von Anfang an kommuniziert. Heißt also: Der Zweitliga-Meister braucht einen neuen Trainer. Sportdirektor Rouven Schröder erklärte am Samstagabend im Aktuellen Sportstudio des ZDF zwar, dass es "einen Favoriten" auf die Büskens-Nachfolge gebe, einen konkreten Namen ließ er sich aber nicht entlocken.

Für Ex-S04-Coach Neururer steht fest: Der neue Trainer "muss mit der Mentalität des Umfelds umgehen können. Schalke ist etwas Außergewöhnliches, das ist klar", wie er im Gespräch mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), klarstellte. Zudem sollte der künftige S04-Coach "jemand sein, der Bundesliga-Erfahrung hat". Ein Engagement von Daniel Farke, der in seiner Trainerkarriere unter anderem mit dem englischen Klub Norwich City in die Premier League aufgestiegen ist und in den vergangenen Wochen immer wieder mit Schalke 04 in Verbindung gebracht wurde, kann sich Neururer deshalb "kaum vorstellen" – auch wenn er seine fachliche Kompetenz sehr schätze.

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Neururer: "Wenn man noch nicht in der Bundesliga trainiert hat, ist das schon eine ganz gefährliche Kiste."

"Einen Trainer, der in der Bundesliga noch nicht gearbeitet hat, würde ich nicht unbedingt als Empfehlung aussprechen – gerade in der aktuellen Situation der Schalker mit dem Wiederaufstieg", stellt der 67-Jährige klar. Beim S04 müsse man nicht nur "ein sehr, sehr guter Trainer sein, sondern man sollte sich auch auskennen". Grundsätzlich sei "Bundesliga auf Schalke nicht zum Üben. Wenn man noch nicht in der Bundesliga trainiert hat, ist das schon eine ganz gefährliche Kiste", so Neururer. Sein klares Statement: "Ich glaube, dass Schalke jemanden braucht, der richtig Erfahrung hat."

Bei der Trainerfrage sieht Neururer noch ein weiteres Problem auf die Schalker zukommen. Da bereits feststeht, dass Büskens und auch Co-Trainer Matthias Kreutzer dem Trainerteam erhalten bleiben, kann der künftige Chefcoach nur eine begrenzte Anzahl an Mitarbeitern zum Revierklub mitbringen. Neururer dazu: "Wenn ich als Verein die Vorgabe mache, dass der neue Trainer keine Co-Trainer oder Mitarbeiter mitbringen darf, weil er mit dem alten Staff arbeiten muss, schließen sich schon mal einige Kandidaten aus. Gerade auf Schalke ist es verdammt wichtig, seine Mitarbeiter zu kennen. Von daher schließe ich schon mal automatisch die Trainer aus, die mit einem Staff arbeiten."

Von ebenso zentraler Bedeutung wie die Trainerfrage sei allerdings auch der Kader in der neuen Saison, erklärt Neururer. Auf Rouven Schröder warte "auf jeden Fall keine leichte Aufgabe". Als Mitglied des Revierklubs hat Neururer einen speziellen Wunsch: "Ich hoffe, dass Schalke im gesicherten Mittelfeld landet und dass man dann nach ein, zwei Jahren des Konsolidierens finanziell wieder so aufgestellt ist, dass man vielleicht wieder oben angreifen kann."