29. September 2020 / 06:05 Uhr

Trainersuche auf Schalke und in Mainz: Büskens, Schwarz und Co. – Bald altbekannte Gesichter an den Seitenlinien?

Trainersuche auf Schalke und in Mainz: Büskens, Schwarz und Co. – Bald altbekannte Gesichter an den Seitenlinien?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Suchen einen neuen Trainer: Schalke-Vorstand Jochen Schneider (l.) und Mainz-Vorstand Rouven Schröder (r.).
Suchen einen neuen Trainer: Schalke-Vorstand Jochen Schneider (l.) und Mainz-Vorstand Rouven Schröder (r.). © imago images/RHR-Foto, GEPA pictures, RHR-Fotos, Amirhossein Kheirkhah, Wolfgang Zink/imago images (4), Jan Woitas, Frank Rumpenhorst, Matthias Balk/dpa (3), Natee Meepian/stock.adobe.com; Montage: Nowak/RND
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Der FC Schalke 04 steht vor der wohl schwierigsten Trainersuche seiner Klubgeschichte – auch Mainz 05 braucht einen neuen Übungsleiter und könnte auf den Vorgänger des entlassenen Achim Beierlorzer zurückgreifen.

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Jochen Schneider ist nicht zu beneiden. Der Sportvorstand des schwer angeschlagenen FC Schalke 04 muss eine kaum zu lösende Aufgabe bewältigen – sonst könnte es für den 50-Jährigen bald selbst ungemütlich werden: Er soll einen geeigneten und bezahlbaren Trainer finden, der nicht am Ende wieder vor diesem Verein, dem schwierigen Umfeld und dem fragilen Kader kapituliert. Aktuell steht Schneiders Handy nicht still.

Ralf Rangnick hat als erster "großer Name" bereits abgewunken – zumindest für den Trainerposten. "Ich kann mir zurzeit überhaupt nicht vorstellen, ein drittes Mal zu Schalke 04 zu kommen, und schon gar nicht als Trainer, der kurzfristig die Negativserie beenden soll", sagte er der Funke-Mediengruppe.

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Spätestens da war klar, wie schwierig das Unterfangen wird. Vor David Wagner, der am Sonntag freigestellt wurde, waren schon Domenico Tedesco, Markus Weinzierl, André Breitenreiter, Roberto di Matteo, und Jens Keller seit 2012 nach einem vielversprechenden Beginn und einem beispiellosen Absturz mehr oder weniger gescheitert.

Selbst renommierte Trainer scheinen sich daher zu fragen, ob sie sich den Job beim schlechtesten Bundesliga-Team des Jahres 2020 überhaupt antun möchten, wie man an Rangnicks Absage erkennt. "Bei der Entscheidung steht Qualität vor Geschwindigkeit", sagte Schneider, der selbst in der Kritik steht.

Problematisch und möglicherweise abschreckend für Trainer-Kandidaten könnte auch die Personalpolitik Schalkes und die finanzielle Lage sein. Weil nach zwei Spielzeiten ohne Europapokal-Qualifikation sowie coronabedingt kein Geld für kostspielige Transfers vorhanden war, musste Wagner zuletzt schon auf Spieler setzen, die zuvor ausgemustert waren. Dass dies nicht funktionieren konnte, schien vorhersehbar. Schneider will nun jemanden finden, der aus dem Kader, der nicht optimal zusammengestellt scheint, mehr herausholt.

"Die Fragen, die wir stellen, lauten: Was für einen Typen braucht die Mannschaft? Und welche Typen sind verfügbar?", sagte Schneider, der vor allem auch beantworten muss, wer überhaupt bezahlbar ist. Der einstige Champions-League-Dauergast muss inzwischen die Personalkosten drastisch herunterfahren, Wagner und sein Trainerteam zunächst aber noch bis 2022 weiter bezahlen.

Als Favorit auf den Posten gilt der frühere Augsburger und aktuelle deutsche U20-Nationaltrainer Manuel Baum, weitere Kandidaten sind Mike Büskens, Marc Wilmots, Dimitrios Grammozis, Sandro Schwarz und Valérien Ismaël. Mit einer schnellen Entscheidung ist nicht zu rechnen.

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Am Montag tagte der Aufsichtsrat – turnusmäßig. Die erste Einheit der Woche am Dienstag sowie die Partie am Samstag bei RB Leipzig sollen die Athletiktrainer Werner Leuthard und Quirin Löppert leiten.

Trainer-Suche bei Mainz 05

Auch Mainz 05 sucht einen neuen Coach, nachdem am Montag wie erwartet Achim Beierlorzer freigestellt worden war, der am Ende über den Spielerstreik rund um die Degradierung von Stürmer Adam Szalai stolperte. Gleichzeitig gab der Klub bekannt, dass am Freitag beim 1. FC Union Berlin Co-Trainer Jan-Moritz Lichte auf der Bank sitzen wird – mit der eingeräumten Chance, eine Dauerlösung zu werden. "Wir werden seine Entwicklung in unsere Entscheidung über die künftige Besetzung der Trainerposition einbeziehen und geben ihm und uns die nötige Zeit dafür", sagte Sportvorstand Rouven Schröder.

Nicht ausgeschlossen ist auch, dass als Nachfolger von Beierlorzer sein Vorgänger an den Bruchweg zurückkehrt. Für die durch die Corona-Krise finanziell klammen Mainzer wäre ein erneutes Engagement von Sandro Schwarz wohl eine Option.