25. Mai 2020 / 18:51 Uhr

FC Schönberg 95 hofft auf Aufstieg und den Landespokal

FC Schönberg 95 hofft auf Aufstieg und den Landespokal

Hendrik König
Lübecker Nachrichten
Sven Wittfot hofft mit dem FC Schönberg auf ein Zustandekommen des Landespokal-Viertelfinals.
Sven Wittfot hofft mit dem FC Schönberg auf ein Zustandekommen des Landespokal-Viertelfinals. © Steffen Oldörp
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Am 27. Mai will der Verband sich endgültig entschieden haben.

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Was war das für eine Saison, die der FC Schönberg 95 da aufs Parkett gelegt hat? Mit 54 von maximal 57 erreichbaren Punkten dominierte die Mannschaft von Trainer Thomas Manthey die Landesliga West quasi nach Belieben, stellt mit 71 Toren die beste Offensivabteilung und mit lediglich acht Gegentreffern dazu noch die mit Abstand stabilste Verteidigung. Rein sportlich gesehen ist der Aufstieg in die Verbandsliga bei 14 Zählern Vorsprung auf den FSV Bentwisch also nur noch Formsache. Bei einem Aufstieg würde man unter anderem auf namhaftere Teams wie den FC Mecklenburg Schwerin, FC Anker Wismar oder den 1. FC Neubrandenburg 04 treffen. Gegen letztgenannten Klub, der mit Platz Drei eine starke Serie gespielt und im engen Dreierfeld mit Wismar und dem Rostocker FC ganz oben mitgemischt hat, wollte man sich aber eigentlich auch noch gerne im Viertelfinale des Landespokals duellieren. Schon am 29. März hätte man zuhause im Palmberg-Stadion an der Maurine auf den 1. FC treffen sollen, doch Corona ermöglichte bis heute kein Zustandekommen dieser Partie.

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Bestimmt der Landesverband den Teilnehmer für den DFB-Pokal?

Für den FC Schönberg wäre sie also durchaus noch da gewesen, die Chance auf einen erneuten Einzug in den DFB-Pokal. Seit 1995 holte man den Cup sechs Mal und qualifizierte man sich gleichbedeutend ebenfalls sechs Mal für den DFB-Pokal. Wie es weitergeht, ist in Mecklenburg-Vorpommern noch völlig offen. Am Montag findet aufgrund der aktuellen Situation der DFB-Bundestag statt. Weil man unbedingt im Landespokal spielen möchte und der Finaltag der Amateure unter normalen Umständen bereits am letzten Samstag stattgefunden hätte, war der FC Schönberg 95 für kurze Zeit in der ARD-Sportschau zu sehen. Im Bericht rund um den abgesagten Tag der Amateure, hatten alle noch verbliebenen Amateurvereine die Möglichkeit, mit einer Videobotschaft ein Statement rund um das Thema "Fortsetzung der Landespokalwettbewerbe" abzugeben. Das Statement des FC gibt's HIER im Video von 3:19 - 3:33. Auch in diesem Jahr soll es so sein, dass 21 Pokalsieger im großen DFB-Pokal mitspielen dürfen. Aber wann geht es weiter, wie geht es weiter? Für den in so vielen Satzungen nicht vorgesehenen Fall, dass höhere Gewalt wie eine Pandemie eine sportliche Austragung verhindert, will der DFB seine Spielordnung ergänzen. "Soweit der Pokalwettbewerb eines Landesverbandes der Spielzeit 2019/2020 bis zum Ablauf der Meldefrist nicht beendet ist, kann der jeweilige Landesverband innerhalb der Meldefrist statt des Verbandspokalsiegers in eigener Verantwortlichkeit einen anderen Teilnehmer für den DFB-Vereinspokal der Herren der Spielzeit 2020/2021 benennen", heißt es in einem Antrag, der auf dem außerordentlichen Bundestag des DFB behandelt werden soll. Weiter steht dort: "Wird innerhalb der Frist von einem Landesverband kein Teilnehmer benannt, wird der Startplatz stattdessen an einen anderen Landesverband, der bislang keinen zweiten Teilnehmer stellen darf, entsprechend des vorstehenden Absatzes vergeben."

FC Schönberg 95 seit letzter Woche wieder im Training

Wie beurteilt Trainer Thomas Manthey die verzwickte Lage? "Wir sind natürlich alle Sportler und wollen unsere Ziele auch sportlich erreichen. Die Jungs wollen spielen und wir wünschen uns diesen Wettbewerb weiterhin. Deswegen trainieren wir aktuell auch zwei Mal pro Woche, um fit zu bleiben. Deswegen ist man ja auch mal Fußballer geworden, um solche Highlights erleben zu dürfen. Seit letzter Woche sind wir wieder dabei, achten sehr streng auf die Hygienemaßnahmen. Zum Beispiel darauf, dass der Sicherheitsabstand eingehalten wird. Klar kann man nicht so komplex in den Spielformen trainieren. Trotzdem ist es für mich wichtig, dass die Jungs zusammenkommen und sich regelmäßig sehen."

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Bisher für den Wiener Zweitligisten Floridsdorf am Ball, jetzt für den VfB Lübeck: Osarenren Okungbowa (M.). Zur Galerie
Bisher für den Wiener Zweitligisten Floridsdorf am Ball, jetzt für den VfB Lübeck: Osarenren Okungbowa (M.). ©

Im Landespokal geht es auch bei vorzeitigem Ausscheiden um Prämien

Auch Schönbergs Sportlicher Leiter Sven Wittfot spricht sich für eine faire Lösung aus und meint: "Natürlich wäre es schöner, eine Entscheidung auf dem grünen Rasen anstatt am Grünen Tisch zu haben. Für die Situation an sich kann ja letztlich keiner was. Langsam sollte aber wieder einigermaßen Normalität einkehren. Sollte sich der Landesverband für einen Klub entscheiden, fällt die Wahl sicherlich auf Hansa Rostock. Das Viertelfinale gegen Neubrandenburg wäre natürlich alles andere als einfach, denn sie spielen eine starke Saison. Dazu kommt, dass es im Pokal ja dann schon um Geld geht, auch wenn man sich am Ende nicht für den DFB-Pokal qualifiziert hat. Wir warten jetzt die Entscheidung des Landesverbandes ab. Aber es ist natürlich klar: Wenn man mit 14 Punkten Vorsprung Tabellenführer ist, will man nach so einer Saison selbstverständlich auch aufsteigen."