10. Juni 2021 / 15:57 Uhr

FC Schwülper: Für DFB-Fußballheldin Müller steht stets die Mannschaft im Mittelpunkt

FC Schwülper: Für DFB-Fußballheldin Müller steht stets die Mannschaft im Mittelpunkt

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Teamplayerin: Auch wenn es für Schwülpers Kapitänin Christine Müller als DFB-Fußballheldin nach Spanien ging, steht für sie stets die Mannschaft im Mittelpunkt.
Teamplayerin: Auch wenn es für Schwülpers Kapitänin Christine Müller als DFB-Fußballheldin nach Spanien ging, steht für sie stets die Mannschaft im Mittelpunkt. © Michael Franke / Privat
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Sie ist der Kopf des Teams, ihr Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Die Fußball-Kapitänin. In der Corona-Krise ist vieles anders, sie aber nicht weniger gefordert. Gut: Die Inzidenzwerte sind gesunken, es gibt die ersten Lockerungen. Doch wie funktionierte Zusammenhalt in Zeiten der Distanz? Wie ging Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie funktionierte Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitänin?

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Ihre Mannschaft ist für Christine Müller eine Herzensangelegenheit: Die 24-Jährige hatte das Team, das mittlerweile unter dem Banner des FC Schwülper in der Frauen-Bezirksliga kickt, einst mit ins Leben gerufen. Kein Wunder also, dass es die FC-Kapitänin deshalb immer wieder zurück in die Gegend zieht - zwischenzeitlich sogar dreimal die Woche.

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Ihr Jura-Studium hatte Müller vor fünf Jahren nach Hannover geführt, der Fußball durfte aber trotzdem nicht fehlen. "Es war nicht leicht, dreimal die Woche zu pendeln, aber mein Herz ist immer bei der Mannschaft geblieben", erklärt Müller. "Mein Lebensmittelpunkt war durch den Fußball immer hier." Auch beruflich wird er es künftig wieder sein: "Im Juni fange ich ein Referendariat beim Oberlandesgericht in Braunschweig an. Deshalb bin ich auch wieder dorthin gezogen", erklärt Müller.

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Beisitzerin im Sportgericht

Passend zur Berufswahl ist Müller zusätzlich Beisitzerin im Sportgericht des NFV-Kreises Gifhorn. Tatsächlich ist der Karriere-Weg sogar der Auslöser dafür gewesen - "da hat mich Sven Bärensprung vom NFV-Kreis wegen meines Studiums als passend gesehen", erzählt die Verteidigerin mit einem Schmunzeln. Zuletzt hat das Amt allerdings ruhen müssen - nicht aus Zeitgründen, sondern einfach, weil keine Spiele stattfanden. Müller: "Da gab es für das Sportgericht nichts zu entscheiden."



Der Kontakt zu den Mannschafts-Kolleginnen war indes auch während Müllers Zeit in Hannover gut - genau wie in der Corona-Krise. "Der Teamgeist war durch den Einsatz unserer Trainerin Julia Wintgen sowie der Trainer Kalli Brandes und Marco Hein trotzdem sehr gut. Das Mannschafts-Gefüge ist intakt, was das angeht, sind wir sehr zufrieden", freut sich Müller. Ebenfalls ein wichtiger Faktor: "Wir sind auch neben dem Platz gut befreundet und uns wichtig."

Als DFB-Fußballheldin in Spanien

Zudem versuchten die FC-Frauen viel Virtuelles. "Wir haben zweimal die Woche online trainiert, eine Laufeinheit über Runtastic gab es auch. Die Fitness-Einheiten haben wir uns aufgeteilt, ich habe auch einige übernommen und geleitet." Zudem waren Müller und ihre Co-Kapitänin Valeska Volny stets für das Team da: "Valeska und ich haben immer versucht, ein offenes Ohr für alle zu haben. Online ist das natürlich schwierig, Fußball lebt ja durch das Persönliche", sagt Müller. Immerhin: Am 27. Mai konnte das Team erstmals wieder gemeinsam unter Einhaltung der Corona-Regeln auf dem Platz trainieren.

Das Kapitänsamt ist für Müller indes gar nicht so wichtig. "Ich habe es immer wieder mal gemacht, zuletzt seit 2020. Aber jede Kapitänin ist nur so gut wie ihre Mannschaft", betont die FC-Spielführerin, die von ihren Teamkolleginnen gewählt wurde - und ganz Teamplayer ist: "Alles, was wir in den letzten Jahren geschafft haben, ist Verdienst der Mannschaft." 2019 nahm Müller als DFB-Fußballheldin an einer Bildungsreise nach Spanien teil - "die Auszeichnung war mir aber auch etwas unangenehm, ich möchte mich eigentlich nicht so ins Rampenlicht rücken", so die FC-Kapitänin bescheiden.

Neben dem Platz blieb Müller derweil zuletzt nicht allzu viel Freizeit. "Das Studium hat schon viel Zeit gefordert, aber wenn ich mal etwas Freizeit habe, zieht es mich in die Natur. Ich koche auch sehr gern, und meine Freunde sind mir sehr wichtig."

Die Kapitäninen-Tipps für die Corona-Zeit:

Freunde-Tipp: "So viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen. Wir haben mehrmals die Woche geskypet, zusammen Filme geschaut oder Online-Spiele wie Escape Rooms gespielt."

Natur-Tipp: "Bei gutem Wetter gehe ich gern in den Garten, um eine kleine Urlaubs-Oase im Alltag zu haben."

Podcast-Tipp: "Zeit Verbrechen. Das ist vielleicht ein bisschen Berufskrankheit, aber es ist der Podcast meines Herzens. Darin werden spannende Kriminalfälle erzählt."