11. April 2020 / 11:21 Uhr

Sion-Klubchef nimmt vier Kündigungen zurück und schießt gegen entlassene Profis um Djourou: "Egoisten"

Sion-Klubchef nimmt vier Kündigungen zurück und schießt gegen entlassene Profis um Djourou: "Egoisten"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Streit beim FC Sion: Klubchef Constantin feuerte neun Spieler, darunter Ex-HSV-Profi Djourou (r.) oder den früheren Arsenal-Star Song. Vier Kündigungen wurden inzwischen zurückgenommen, etwa die von Großverdiener Kasami (hinten).
Streit beim FC Sion: Klubchef Constantin feuerte neun Spieler, darunter Ex-HSV-Profi Djourou (r.) oder den früheren Arsenal-Star Song. Vier Kündigungen wurden inzwischen zurückgenommen, etwa die von Großverdiener Kasami (hinten). © imago images/Montage
Anzeige

Beim FC Sion herrscht auch drei Wochen nach der von Klubchef Christian Constantin vorgenommenen Massen-Entlassung von neun Profis Chaos. Der exzentrische Boss nahm zwar vier Kündigungen wieder zurück, attackierte die übrigen Spieler aber erneut scharf.

Anzeige

Beim Schweizer Erstligisten FC Sion geht es hoch her. Vor drei Wochen feuerte der exzentrische Klubchef Christian Constantin fristlos insgesamt neun Profis aus dem Kader, weil sie sich nicht spontan an vorgeschlagenen Regelungen für Kurzarbeit beteiligen wollten. Darunter war auch der frühere HSV-Profi Johan Djourou. Constantin sprach von "Krieg", nahm nun aber immerhin vier der neun Kündigungen wieder zurück - er ließ sich jedoch nicht nehmen, gegen die übrigen Spieler hart auszuteilen.

Anzeige
Mehr zum Thema

Insbesondere Djourou, der erst seit Januar für die Schweizer spielte, wird attackiert. Der 33-Jährige hatte Constantin nach der fristlosen Kündigung wegen Ehrverletzung auf Genugtuung verklagt. Die gefeuerten Sioner Profis seien "nicht einfach einzig vom Geld getriebene Söldner, wie wir in dieser Sache daherkamen", sagte Djourou der Zeitung Nouvelliste. Er kündigte an, im Falle eines Sieges vor Gericht die Summe zu spenden.

Sion-Boss greift Djourou an: "Gewisse Fußballer sind Egoisten"

Constantin zeigte sich gegenüber Blick empört über den ehemaligen Hamburger. Djourou könne "noch lange 'täubelen' (Schweizerdeutsch für schmollen, d. Red.) und von Genugtuung sprechen. Aber ich werde ihm in die Augen sagen, was ich hier jetzt sage. Nämlich, dass einige Spieler nun den Fehler anderswo suchen. Dabei sind gewisse Fußballer Egoisten, die nicht über die Nasenspitze hinausschauen und die drohenden Gefahren nicht erkennen, weil sie nicht eine genügende generelle Sicht der Dinge haben."

Der frühere Fulham-Profi Pajtim Kasami, der bestbezahlte Spieler im Kader, Ermir Lenjani, Birama Ndoye sowie Mickaël Facchinetti hatten sich mit "CC", wie der Sioner Boss in Schweizer Medien oft nur genannt wird, separat einigen können. Constantin hatte den Ex-Premier-League-Spieler eigentlich als einen der Rädelsführer neben Kapitän Xavier Kouassi ausgemacht. "Pajtim ist eigentlich ein anständiger Junge. Er ist blind Captain Kouassi gefolgt, der nur seine Kohle verteidigen wollte", sagte Constantin.

Fortsetzung oder Abbruch: So ist der Stand in den internationalen Topligen

Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der <b>SPORT</b>BUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? Zur Galerie
Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der SPORTBUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? ©

Ex-Arsenal-Star und weitere Profis schalten FIFA ein - Constantin unbeeindruckt

Bei allen vier Spielern läuft der Vertrag am Ende der Saison aus - wohl auch deshalb stimmten sie für drei Monate den herben finanziellen Einschnitten zu. Drei Profis - Ex-Kapitän Kouassi, Seydou Doumbia und der frühere Arsenal- und Barcelona-Star Alex Song - wandten sich dagegen an die FIFA. Constantin bleibt deshalb aber entspannt: "Was die drei nicht wussten, als sie die FIFA einschalteten: Ich war zuvor bereits an ein Walliser Zivilgericht gelangt, weshalb der Fall dort nun pendent ist. Wegen dieser Rechtshängigkeit und weil es ums Arbeitsrecht geht, wird der Fall nun dort beurteilt."