14. Oktober 2019 / 16:58 Uhr

Post über türkisches Militär: FC St. Pauli trennt sich von Cenk Sahin - "Wiederholte Missachtung der Werte"

Post über türkisches Militär: FC St. Pauli trennt sich von Cenk Sahin - "Wiederholte Missachtung der Werte"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Türke Cenk Sahin wurde vom FC St. Pauli freigestellt.
Der Türke Cenk Sahin wurde vom FC St. Pauli freigestellt. © Getty
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Der FC St. Pauli hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Offensivspieler Cenk Sahin getrennt. Der Türke hatte auf Instagram seine Unterstützung für die umstrittene Operation des türkischen Militärs in Syrien bekundet.

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Der FC St. Pauli stellt mit sofortiger Wirkung seinen Angreifer Cenk Sahin frei - und reagiert damit auf Forderungen der eigenen Fanbasis. Der 25-Jährige hatte nach der völkerrechtlich höchst umstrittenen Offensive des türkischen Militärs in Syrien in türkischer Sprache auf Instagram seine Unterstützung für die Operation bekundet: "Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und der Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!" Nach Gesprächen zwischen Vereinsvertretern und Sahin gab der Hamburger Zweitligist nun die Trennung vom Türken bekannt.

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"Zur Entscheidungsfindung trugen vor allem die wiederholte Missachtung der Werte des Vereins sowie der Schutz des Spielers bei", erklärte der Verein in einem knappen Statement auf der eigenen Homepage. Es sei nicht der erste "sprachliche und mediale Ausrutscher", schrieben Fans nach dem Posting des Offensivspielers.  "Bereits in der Vergangenheit äußerte er sich pronationalistisch, regimetreu und verächtlich über das Sterben der kurdischen Bevölkerung." Die Forderung nach einer Entlassung Sahins wurde vom Verein nun zumindest teilweise erfüllt.

FC St. Pauli zum Sahin-Rauswurf: "Ohne Zweifel lehnen wir kriegerische Handlungen ab"

Der FC St. Pauli erklärte die Maßnahme wie folgt: "Nach zahlreichen Gesprächen mit Fans, Mitgliedern und Freund*innen, deren Wurzeln in der Türkei liegen, ist uns bewusst geworden, dass wir differenzierte Wahrnehmungen und Haltungen aus anderen Kulturkreisen nicht bis ins Detail beurteilen können und sollten. Ohne jegliche Diskussion und ohne jeglichen Zweifel lehnen wir dagegen kriegerische Handlungen ab. Diese und deren Solidarisierung widersprechen grundsätzlich den Werten des Vereins."

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Der bis 2021 laufende Vertrag Sahins behalte dennoch seine Gültigkeit, der Rechtsaußen erhielt "zum Schutze aller Beteiligten" eine Trainings- und Gastspielgenehmigung bei den Hamburgern. Sahin spielt seit 2017 für die Hamburger, war in der vergangenen Saison an den FC Ingolstadt 04 ausgeliehen. In dieser Saison kam er lediglich zu einem Einsatz für den FCSP-

Auch DFB und UEFA müssen sich mit Folgen der türkischen Militäroffensive befassen

Die völkerrechtlich höchst umstrittene türkische Militäroperation in Syrien beschäftigt nicht nur den FC St. Pauli, sondern auch DFB und UEFA. Während der europäische Fußballverband über Sanktionen gegen die türkische Nationalmannschaft berät (die beim 1:0 gegen Albanien mit einer Solidaritätsbekundung für die kämpfenden Soldaten für Schlagzeilen gesorgt hatte), sieht sich der DFB in Erklärungsnot: Die türkischstämmigen deutschen Spieler Ilkay Gündogan und Emre Can hatten vor dem DFB-Spiel in Estland ein Instagram-Posting des türkischen Torschützen Cenk Tosun geliked, auf dem der Salut-Jubel des türkischen Teams abgebildet war.

Gündogan und Can nahmen ihr Like kurze Zeit später wieder zurück - gerieten vor dem Spiel gegen die Esten trotzdem so sehr in die Kritik, das beide sich genötigt sahen, Statements abzugeben. Nach seinem sportlichen Signal bekräftigte Gündogan am späten Abend in den Stadion-Katakomben„Da war natürlich absolut keine politische Absicht hinter. Emre und ich sind beide konsequent gegen jeglichen Terror und gegen jeglichen Krieg.“ Dass aus seiner Unterstützung für seinen „sehr guten Freund“ Tosun eine solche Geschichte werde, sei „ein bisschen schade“, sagte Gündogan

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