13. Juli 2019 / 09:21 Uhr

FC St. Pauli: Trainer Jos Luhukay lästert über Teambuilding - "Dachte, bin ein Affe"

FC St. Pauli: Trainer Jos Luhukay lästert über Teambuilding - "Dachte, bin ein Affe"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trainer Jos Luhukay kann Teambuilding-Maßnahmen wie Rafting (links das Team von 1860 München) mittlerweile nichts mehr abgewinnen.
Trainer Jos Luhukay kann Teambuilding-Maßnahmen wie Rafting (links das Team von 1860 München) mittlerweile nichts mehr abgewinnen. © Getty Images/imago images/MIS
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Viele Trainer schwören darauf, das Gemeinschaftsgefühl innerhalb einer Mannschaft durch Teambuilding-Maßnahmen zu fördern. Einen gänzlich anderen Blick hat Jos Luhukay: Der Trainer des FC St. Pauli bezeichnet diese als "scheinheilig".

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Klettertouren, Rafting und Co.: Viele Fußballtrainer planen, vor allem in der Vorbereitung, zahlreiche Aktivitäten zur Förderung des Teamgeistes. Doch ein erfahrener Coach kann diesem Gedanken mittlerweile gar nichts mehr abgewinnen. Jos Luhukay, Trainer des Zweitligisten FC St. Pauli, hat gegenüber der Bild mit Teambuilding-Maßnahmen abgerechnet. "Spaß auf dem Wasser zu haben oder mal in den Kletterpark zu gehen. Das ist doch alles nur Scheinheiligkeit", sagte Luhukay.

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Luhukay fühlt sich wie "Peppi der Clown"

Der 56-Jährige selbst habe in seiner bisherigen Laufbahn als Trainer mehrfach derartige Aktionen mit seinen Teams gestartet - fühlte sich dabei aber offenbar gar nicht wohl in seiner Haut. „Als Trainer habe ich häufig in Österreich auf dem Wasser gesessen und war im Kletterpark. Da habe ich gedacht, ich bin ein Affe, wenn ich mich da oben selber sehe.“

„Ich will nicht für die Öffentlichkeit in einem Boot sitzen und einen Neoprenanzug sowie Helm tragen. Das habe ich schon alles gemacht. Am Anfang dachte ich, ich bin Peppi der Clown", betonte Luhukay. Aus seiner Sicht sind Teambuilding-Maßnahmen also vor allem PR-Aktionen. Deshalb überlasst der St.-Pauli-Coach es im aktuellen Trainingslager in Mayrhofen (Österreich) jetzt jedem Spieler selbst, ob er zum Rafting geht oder nicht.

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Funkel: "Das ist ja lächerlich"

Zustimmung bekommt Luhukay, der unter anderem bei Borussia Mönchengladbach (2007 bis 2008), dem FC Augsburg (2009 bis 2012) und Hertha BSC (2012 bis 2015) auf der Trainerbank saß, von einem - ebenfalls erfahrenen - Trainerkollegen aus der Bundesliga. Friedhelm Funkel hält wohl ebenfalls wenig von Teambuildung-Maßnahmen. "Teamgeist entsteht beim Essen, in Gesprächen, bei den Mannschaftssitzungen. Aber nicht wenn man einmal im Jahr zum Rafting fährt. Das ist ja lächerlich", sagt der Coach von Fortuna Düsseldorf.

Es gibt aber durchaus auch einige Befürworter dieser speziellen Form von der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. Der Zweitligist 1. FC Nürnberg beschäftigt ein eigenes Teambuilding-Trainerteam. In der Vorbereitung hat der Absteiger mehrere Events wie Kanufahren organisiert. Gleiches gilt für Eintracht Frankfurt, das unter Trainer Adi Hütter im Trainingslager beim Rafting war - und offenbar Gefallen daran gefunden hat. "Das hat Spaß gemacht, war geil", sagte etwa SGE-Zugang Erik Durm der Bild.

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