12. Juli 2020 / 11:44 Uhr

"St. Pauli ist mein Leben": Timo Schultz im Porträt – Das ist der neue Trainer des Zweitligisten

"St. Pauli ist mein Leben": Timo Schultz im Porträt – Das ist der neue Trainer des Zweitligisten

Clemens Behr
Urgestein beim Kiez-Klub: Timo Schultz, hier im Dezember 2014 in seiner Funktion als Co-Trainer (großes Foto) und vier Jahre zuvor im Zweikampf mit dem damaligen BVB-Talent Mario Götze.
Urgestein beim Kiez-Klub: Timo Schultz, hier im Dezember 2014 in seiner Funktion als Co-Trainer (großes Foto) und vier Jahre zuvor im Zweikampf mit dem damaligen BVB-Talent Mario Götze. © imago images/Schwörer Pressefoto/Getty
Anzeige

Mit Timo Schultz hat der FC St. Pauli eine klubinterne Lösung für die Nachfolge von Jos Luhukay gefunden. Der Kiez-Klub befördert den bisherigen U19-Trainer zum Chefcoach. "Schulle" weiß, wie der Verein tickt. Das dürfte nach dem Luhukay-Missverständnis bei der Entscheidung für den neuen Trainer gesprochen haben. 

Anzeige
Anzeige

Der FC St. Pauli hat einen neuen Cheftrainer verpflichtet: Der bisherige Nachwuchscoach Timo Schultz tritt bei den Hamburgern die Nachfolge des Niederländers Jos Luhukay an, von dem sich der Verein nach dem enttäuschenden 14. Platz und diversen Auseinandersetzungen mit Führungsspielern nach dem Saisonende getrennt hatte. Der 57-Jährige eckte immer wieder an, kam bei der Mannschaft, Verantwortlichen und Fans nicht gut an und wurde wohl auch selbst nicht richtig mit dem Kiez-Klub warm. Diese Gefahr besteht bei Timo Schultz nicht.

"St. Pauli ist mein Leben, meine zweite Familie", hatte Schultz mal in einem Interview auf DFB.de gesagt. "Timo ist ein junger Trainer, der den Verein, das Umfeld und die Bedürfnisse bestens kennt", sagte Sportchef Andreas Bornemann über den neuen Trainer, der seit 2005 in verschiedenen Positionen im Verein ist: als Spieler, Co-Trainer, Teammanager und Nachwuchscoach.

Mehr vom SPORTBUZZER

Als Spieler von der Landesliga in die Bundesliga

"Schulles" Spielerkarriere verlief nicht unbedingt geradlinig. Aus der zweiten Mannschaft des SV Werder Bremen wechselte der defensive Mittelfeldspieler 2000 in die 2. Bundesliga zum VfB Lübeck. Als dort sein Zweijahres-Vertrag nicht verlängert wurde, schien die Profikarriere mit Mitte zwanzig schon vorbei. Schultz begann an der Uni Hamburg ein Lehramtsstudium in Sport und Geschichte und kickte ein halbes Jahr in der Landesliga beim Harburger TB.

Bei Holstein Kiel ging es wieder aufwärts. 2005 folgte der Schritt zum Reserveteam des FC St. Pauli und fünf weitere Jahre später der sensationelle Aufstieg mit den Profis in die Bundesliga. Vier Spiele absolvierte er in der höchsten Spielklasse.

Timo Schultz: neue Brücke zwischen Nachwuchs und Profis?

2011 wechselte Schultz auf die Trainerbank. Unter Michael Frontzeck, Roland Vrabec, Thomas Meggle und André Schubert sammelte Schultz als Co-Trainer der ersten Mannschaft Erfahrung. Danach ging der 42-Jährige in den Nachwuchsbereich, betreute die U17 und U19. 2018 schloss er erfolgreich seine Lizenz zum Fußballlehrer ab.

Wie der Stadtrivale HSV, muss auch der FC St. Pauli den Gürtel finanziell enger schnallen. Schultz Vergangenheit als Trainer der Nachwuchsteams könnte bei seiner Beförderung daher eine Rolle gespielt haben. Unter ihm - das erhofft sich der Verein - soll mehr jungen Spieler der Sprung zu den Profis gelingen.

25 ehemalige Spieler des FC St. Pauli und was aus ihnen wurde

Holger Stanislawski, Gerald Asamoah & Co. - Das sind 25 ehemalige Spieler des FC St. Pauli und was aus ihnen wurde.  Zur Galerie
Holger Stanislawski, Gerald Asamoah & Co. - Das sind 25 ehemalige Spieler des FC St. Pauli und was aus ihnen wurde.  ©

Für den gebürtigen Ostfriesen ist der Trainerjob beim Zweitligisten der "ideale Einstieg ins Profigeschäft". "Mit klaren Ideen" will Schultz in die neue Spielzeit gehen. Wie die aussehen, lässt Bornemann anklingen: Schultz favorisiere "einen aktiven, offensiv ausgerichteten Fußball". Etwas, was sie beim FC St. Pauli unter Luhukay vermisst hatten: Mit nur 41 Toren stellte der Kiez-Klub die zweitschlechteste Offensive der vergangenen Saison. Unter Schultz wollen sie am Millerntor wieder öfter jubeln und die magere Spielzeit 2019/20 schnell vergessen machen.