26. April 2020 / 10:17 Uhr

Zahlreiche Rück- und Tiefschläge: Wie geht es beim 1. FC Wunstorf weiter?

Zahlreiche Rück- und Tiefschläge: Wie geht es beim 1. FC Wunstorf weiter?

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Deniz Aycicek durchlebt mit dem 1. FC Wunstorf turbulente Monate.
Deniz Aycicek durchlebt mit dem 1. FC Wunstorf turbulente Monate. © Christian Hanke
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"Ich bin schon viele Jahre dabei. Aber eine solche Saison habe ich noch nie erlebt – fast alles ist für uns bescheiden gelaufen", sagt Andreas Schmitz, Sprecher des 1. FC Wunstorf. Abstieg, Trennung von Toni Pagano, der tragische Tod von Julian Geppert - und jetzt die Folgen der Corona-Krise...

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Auch beim 1. FC Wunstorf ist derzeit aufgrund der Corona-Krise eine unfreiwillige Pause angesagt. „Die Jungs kriegen bald einen Koller. Sie können wenig machen – und bei Ballsportlern wird das Lauftraining irgendwann langweilig, zumal unser Sportgelände komplett gesperrt ist“, sagt Andreas Schmitz, Sprecher des Landesligisten.

Was in neun Monaten alles schiefgehen kann...

Nun steckt der 1. FC Wunstorf nicht exklusiv in dieser schwierigen und unbefriedigenden Situation. Und dennoch: Am Beispiel der ­Auestädter wird deutlich, was alles innerhalb von rund neun Monaten schiefgehen kann. Im Frühsommer vergangenen Jahres stieg der FC aus der Oberliga in die Landesliga ab.

Die Wunstorfer bestritten eine durchschnittliche Saison, hielten sich im Mittelfeld der Landesliga – gute und schlechte Spiele wechselten sich ab. Der 2:0-Erfolg beim designierten Meister SV Ramlingen/Ehlershausen war ein Höhepunkt, die 4:5-Heimniederlage gegen den OSV Hannover stellte einen Tiefpunkt dar – und war zugleich die bislang letzte Partie der Wunstorfer. Seit dem Spiel gegen den OSV am 8. November bestritt der Absteiger kein Spiel mehr.

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Wenige Tage danach einigte man sich mit Trainer Toni Pagano auf eine Trennung. Im Februar stand nicht nur der FC, sondern die komplette Fußballszene im Amateurbereich der Region Hannover nach dem plötzlichen Tod von Julian Gepperts unter Schock. Der Abwehrspieler brach beim Training zusammen und verstarb in der folgenden Nacht in der Medizinischen Hochschule Hannover.

"Eine solche Saison habe ich noch nie erlebt"

„Ich bin schon viele Jahre dabei. Aber eine solche Saison habe ich noch nie erlebt – fast alles ist für uns bescheiden gelaufen“, sagt Schmitz und verweist darauf, dass der FC in der derzeit unterbrochenen Spielzeit erst 14 Partien absolviert hat – das sind bis zu fünf weniger als die Konkurrenz. „Bei maximal 30 Spielen haben wir wegen der zahlreichen Spielausfälle also noch nicht einmal eine halbe Saison geschafft“, sagt der Sprecher.

Allein in dieser Woche hätten zwei Begegnungen für den FC angestanden: am vergangenen Dienstag das Nachholspiel in Heeßel, am Sonntag das Gastspiel in Krähenwinkel. Sollte die Saison fortgesetzt werden, würden Robin Ullmann, Daniel McGuinness und Deniz Aycicek noch mal die Schuhe für den 1. FC Wunstorf schnüren. Das Trio wechselt zur neuen Saison zum Bezirksligisten TSV Kolenfeld – wann auch immer die nächste Spielzeit beginnt, was mit Abbruch oder Fortsetzung der aktuellen Saison zusammenhängt.

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Vor wenigen Tagen sprachen sich eine große Mehrheit der Vereine aus der Region Hannover für einen Abbruch aus. „Es handelte sich jedoch um keine verbindliche Abstimmung, sondern darum, wofür man plädiert“, sagt Schmitz.

Der FC verhielt sich neutral. „Wir haben es uns offengelassen. Denn jede Variante hat Vor- und Nachteile.“ Seiner Meinung nach werde es in diesem Jahr keinen Fußball im Amateurbereich mehr geben. Für die Planung ist das nicht einfach. „Wir sprechen natürlich mit Spielern für die neue Saison, wissen aber nicht, wann und wie es weitergeht.“

Immerhin: Bei jedem Szenario hat der FC seinen Platz in der Landesliga praktisch sicher und damit in einem ganz schwierigen Jahr immerhin noch eine Konstante.