13. Januar 2022 / 13:28 Uhr

Trotz Trugschluss: Onur Köse bereut radikale Verjüngung in Wunstorf nicht

Trotz Trugschluss: Onur Köse bereut radikale Verjüngung in Wunstorf nicht

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Stopp! Onur Köse (im Hintergrund) hofft, dass seine Spieler in Wunstorf nicht mehr so häufig von Verletzungspech geplagt sind.
Stopp! Onur Köse (im Hintergrund) hofft, dass seine Spieler in Wunstorf nicht mehr so häufig von Verletzungspech geplagt sind. © Christian Hanke
Anzeige

Der 1. FC Wunstorf ist in der Landesliga Nord nicht zu knapp von Verletzungspech verfolgt gewesen - und hat auch deshalb die Aufstiegsrunde verpasst. Trainer Onur Köse hätte nicht gedacht, dass das trotz radikaler Verjüngung passieren könnte, bereut den Kurs aber nicht - und freut sich über einige Neue.

Wenn die schlechte Serie zum Schluss kommt, dann ist das im Fußball meistens fatal. So eine negative Phase wurde dem 1. FC Wunstorf in der Landesliga Süd zum Verhängnis, als man keine Möglichkeit mehr hatte, nach einer Pleitenserie noch gegenzusteuern. Die Wunstorfer kassierten aus den letzten drei Partien der Hauptrunde drei Niederlagen – und fielen deshalb noch auf den undankbaren vierten Platz zurück.

Anzeige

Mit 1:2 verloren ging die Partie beim SV Bavenstedt, der auch wegen dieses Resultats am Ende vor den Wunstorfern Rang drei belegte und somit das Ticket für die Aufstiegsrunde löste. „Natürlich wären wir gerne oben dabei gewesen, aber auch mit dem vierten Platz hätten wir kein Problem – wenn wir die Punkte mit in die nächste Runde nehmen könnten“, sagt FC-Trainer Onur Köse.

Mehr Berichte aus der Region

Können die Wunstorfer aber nicht. Auch für sie gilt, dass es in der Abstiegsrunden wieder bei null losgeht. „Wir sind enttäuscht, dass unsere Leistungen und unser Aufwand praktisch umsonst waren. Trotzdem muss man auch sagen: Vielleicht hat uns am Ende für die Aufstiegsrunde die Erfahrung gefehlt“, sagt der Coach.


Und nicht nur das. Die Verletzungssorgen zogen sich beim FC wie ein roter Faden durch die Saison. Köse hätte nie gedacht, dass dafür ein Zusammenhang mit dem Alter seiner blutjungen Mannschaft besteht. Das wurde dem Trainer erst bei einem Fortbildungslehrgang im Rahmen der Verlängerung seiner A-Lizenz bewusst. Dort stand auch das Thema Corona und die gesundheitlichen Auswirkungen der Krankheit auf den Sport auf dem Lehrplan.

Wunstorfs Coach bereut die radikale Verjüngung nicht

Köse berichtet von den wissenschaftlichen Untersuchungen seines Dozenten. „Demnach haben junge Spieler eine überdurchschnittlich hohe Verletzungsgefahr, wenn sie nach einer Corona-Pause wieder starke Belastung erleben.“ Den im Sommer 2020 beim FC eingeleiteten Umbruch, der eine radikale Verjüngung war, bereut Köse zwar nicht. „Das war damals richtig. Aber die wissenschaftliche Statistik ist heftig. Wir waren uns sicher, dass junge Spieler belastbarer sind.“

Mehr denn je wird der Trainer in der Vorbereitung und während der Saison auf die Belastungssteuerung achten. „Nach Weihnachten haben die Spieler individuelle Pläne für Laufeinheiten bekommen“, berichtet Köse, der in der letzten Januarwoche wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen wird. Er plant dann mit einer Vorbereitungszeit von sechs Wochen. Los geht es für den FC mit der Abstiegsrunde am 5. März, wenn der OSV Hannover aus der Nordstaffel in Wunstorf zu Gast sein wird. Dann hofft Köse darauf, dass ihm auch der komplette Kader zur Verfügung steht. „Wenn alle da sind, ist der Kader auch sehr groß“, sagt er und lacht.

Das sind die Helden der Woche der Region Hannover in der Saison 2021/22

Erst hat <b>Patrick Lehmann</b> in Bavenstedt gepatzt, dann aber mit zahlreichen Glanztaten den Gegner in den Wahnsinn getrieben. Für seine starke Leistung beim 2:1 des TSV Pattensen ist der junge Torhüter mit 67,9 Prozent der Stimmen zum ersten Held der Woche der neuen Saison gewählt worden. Zur Galerie
Erst hat Patrick Lehmann in Bavenstedt gepatzt, dann aber mit zahlreichen Glanztaten den Gegner in den Wahnsinn getrieben. Für seine starke Leistung beim 2:1 des TSV Pattensen ist der junge Torhüter mit 67,9 Prozent der Stimmen zum ersten Held der Woche der neuen Saison gewählt worden. ©

Gefühlte Neuzugänge sind Marvin Stegmann und Luis Othmer, beide sind seit Sommer dabei und bislang verletzungsbedingt noch ohne Einsatz. Neu hinzu kommen die Torhüter Bünyamin Yayli (SV Croatia Hannover) und Timo Arens (1. FC Germania Egestorf/Langreder II). Umso wichtiger, als sich die langwierige Verletzung von Stammkeeper Armin Tvrtkovic doch als Kreuzbandriss herausgestellt hat, für ihn ist die Saison beendet. Zuletzt wurde er bereits von Ersatztorhüter David Ndiaye vertreten.

Darüber hinaus ist Alban Shabani neu an Bord, er war zuletzt für den FC Preußen Espelkamp in der Westfalenliga im Einsatz. „Mit ihm gewinnen wir einen erfahrenen Spieler dazu, der unserer jungen Truppe die richtigen Impulse auf dem Platz geben kann“, freut sich Köse.