24. August 2021 / 19:41 Uhr

FCE-Trainer Knaubel nach dem Saisonstart: „Bin mental an der Belastungsgrenze“

FCE-Trainer Knaubel nach dem Saisonstart: „Bin mental an der Belastungsgrenze“

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Trainer Nico Knaubel vom FC Eilenburg: „Der eigene Nachwuchs bekommt seine Chancen.“
Trainer Nico Knaubel vom FC Eilenburg: „Der eigene Nachwuchs bekommt seine Chancen.“ © Thomas Jentzsch
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Nico Knaubel, der Trainer des FC Eilenburg, kämpft mit Dauerstress und Personalsorgen. Denn seine Mannschaft hat noch keine Begegnung in der Regionalliga Nordost gewonnen. Auch die Entlassung von Assistent Schröpfer ist weiterhin ein Thema. „Aber wir jammern nicht. Wir arbeiten an Lösungen“, blickt der Fußballlehrer optimistisch voraus.

Eilenburg. Nico Knaubel vom FC Eilenburg ist im Dauerstress. Der Blick wandert von einer Baustelle zur nächsten. Sportliche Krise, Verletzungsmisere, Abgang des Assistenten, berufliches Pensum. Nach sieben Spielen noch kein Sieg in der Regionalliga, die Personaldecke gleicht seit Wochen eher einem durchsichtigen Seidentuch als einem flauschigen Gänsefederbett. All das zehrt hörbar am Cheftrainer des FC Eilenburg. „Ich bin mental an der Belastungsgrenze, die Spieler sind es körperlich.“

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Zeichen an den eigenen Nachwuchs

Allwöchentlich wird das ohnehin schon prominent besetzte Lazarett des FC Eilenburg um einen Spieler ergänzt. Diesmal erwischte es Pascal Sauer. Der stand bisher immer in der Startelf, nun fällt er mit einem Muskelfaserriss in der Wade etwa zehn Tage aus. Das zarte Besetzungspflänzchen treibt längst abenteuerliche Blüten. Gegen Jena kam sogar Emanuel Pickroth, eigentlich Torwart Nummer drei, zu einem Kurzeinsatz – als Feldspieler. A-Jugend-Kicker Lennert Möbius hat sogar schon drei Partien und insgesamt eine Viertelstunde Regionalliga auf den schmalen Schultern.

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Der FC Eilenburg gibt die Halbzeitführung her und verliert am Ende 1:3 gegen den FC Carl Zeiss Jena. Zur Galerie
Der FC Eilenburg gibt die Halbzeitführung her und verliert am Ende 1:3 gegen den FC Carl Zeiss Jena. ©

Knaubel sieht die leuchtende Seite dieser Medaille. „Ein besseres Zeichen an den eigenen Nachwuchs gibt es nicht. Die Jungs bekommen ihre Chancen und sie nehmen sie auch an.“ Doch zum Klassenerhalt braucht es wohl oder übel externen Zuwachs, weswegen die FCE-Reihen weiter mit Probespieler durchsetzt sind. „Ich warte und warte und denke, dass schon noch etwas passieren wird. Am Donnerstag schauen wir sie uns im Training noch mal an.“

„Ich habe eigentlich zwei Jobs“

Dorthin zurückgekehrt ist seit Anfang der Woche auch Dong-Min Kim. Der Mittelfeldstratege hatte sich zum Auftakt gegen Chemie Leipzig verletzt, soll nun behutsam wieder herangeführt werden. Immerhin funktioniert das außerhalb der englischen Wochen etwas ruhiger. „Wir wollen die Zeit in voller Gänze nutzen und inhaltlich auch mal etwas anderes in die Einheiten mischen“, sagt Knaubel.

Problem: Der 41-Jährige gibt nahezu den Alleinunterhalter und hofft, bald wieder mehr Unterstützung an seiner Seite zu haben. Zudem ist er im Gegensatz zu den meisten seiner Liga-Kollegen „Feierabendtrainer“ bei seinem Verein. Hauptamtlich arbeitet er für den Sächsischen Fußballverband. Wobei sich das gerade anders anfühlt. „Momentan habe ich eigentlich zwei hauptamtliche Jobs.“

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Denn: Vor drei Wochen wurde Assistent Arvid Schröpfer geschasst. Der fehlt nun an allen Ecken und Enden. „Arvid ist keiner, der nur Hütchen aufstellt. Wir haben uns sehr gut ergänzt, unterschiedliche Meinungen ausgetauscht. Er ist ein Riesenverlust und nicht aus sportlichen Gründen freigestellt worden“, sagt Knaubel. Und dann wiederholt er sein Mantra für diese Saison. „Wir jammern nicht. Wir arbeiten an Lösungen.“ Das sollte schnell gehen. Am Sonntag gastiert der FCE in Fürstenwalde, am 31. August schließt sich das Transferfenster. Und mit ihm hoffentlich auch die Belastungsgrenze.