20. Januar 2020 / 13:32 Uhr

Wo ist die Abwehrstärke der Wölfe hin? Glasner fordert mehr Cleverness

Wo ist die Abwehrstärke der Wölfe hin? Glasner fordert mehr Cleverness

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kölns Jhon Cordoba traf doppelt gegen den VfL Wolfsburg.
Kölns Jhon Cordoba traf doppelt gegen den VfL Wolfsburg. © imago images/Mika Volkmann
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Der VfL hatte lange Zeit die beste Abwehr der Liga, beim Rückrundenauftakt in Köln war davon nicht viel zu sehen. Zu den Fehlern kam die bereits in der Hinrunde schwache Chancenverwertung vor dem gegnerischen Tor hinzu. Coach Oliver Glasner fordert mehr Cleverness, die Spieler glauben noch an das Ziel Europa.

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Glasner: Waren in beiden Sechzehnern nicht gut genug“

Dass der VfL im Spiel nach vorn und bei der Chancenverwertung Probleme hat, zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison – aber beim 1:3 zum Rückrunden-Auftakt des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten patzte auch die Abwehr. Trainer Oliver Glasner brachte es auf den Punkt: „Wir waren in beiden Sechzehnern nicht gut genug. Wenn du hinten die Fehler machst und vorn die Chancen nicht verwertest, verlierst du ein Spiel!“

Frühe Gelbe karte bringt Brooks vollends aus dem Spiel

Der VfL hatte lange Zeit die beste Abwehr der Liga. Zunächst allein, dann zur Halbserie mit nur 18 Toren nach 17 Spielen zusammen mit Gladbach. Doch davon war in Köln nichts mehr zu sehen. Weder John Anthony Brooks noch Marcel Tisserand bekamen Kölns überragenden Stürmer Jhon Cordoba in den Griff. Bereits in der 19. Minute hatte Brooks nach einem Foul am Kolumbianer Gelb gesehen, was ihn vollends aus der Partie brachte, der US-Nationalspieler kam danach fast immer zu spät. Er gewann nur 45 Prozent seiner Zweikämpfe.

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Haarsträubende Fehler

Noch schlechter war hier Brooks Innenverteidiger-Kollege Tisserand (36 Prozent). Nach passablem Start passte er sich dem Niveau des Ex-Berliners an. Haarsträubend: Vor dem 0:2 verlor der Nationalspieler der Demokratischen Republik Kongo nach einem Zuspiel von Torhüter Koen Casteels die Nerven, er spielte die Kugel 25 Meter vorm eigenen Tor Ellyes Skhiri in die Füße, der wiederum dann leichtes Spiel hatte und Cordoba bedient.

Glasner fordert mehr Abgebrühtheit

Köln war griffiger und giftiger, gewann die entscheidenden Zweikämpfe – und war eiskalt bei Standards. Glasner: „Wir haben es Köln in der einen oder anderen Situation zu einfach gemacht, zu Standards zu kommen. Wir wussten, dass sie da stark sind.“

Der Trainer weiter: „Wir sind öfter ungestüm, wenn der Gegner im Rücken ist, machen ein Foul in gefährlichen Zonen, anstatt etwas cleverer zu sein. Darüber werden wir sprechen, das werden wir trainieren.“

Die Bilder zum Spiel 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg

Wolfsburgs Marcel Tisserand (rechts) versucht akrobatisch auf das Kölner Tor zu schießen. Zur Galerie
Wolfsburgs Marcel Tisserand (rechts) versucht akrobatisch auf das Kölner Tor zu schießen. ©
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Spieler enttäuscht und genervt

Guilavogui: „Wir haben drei Geschenke gemacht“

Und so war schon zur Pause fast klar, dass es zumindest in Köln nichts mit der Wolfsburger Aufholjagd in Sachen Europa wird. „Wir brauchen jetzt erst einmal nicht über unsere Ziele zu reden, sondern müssen die nächsten Spiele gewinnen. Das ist jetzt das Wichtigste“, sagte der ebenfalls nicht gute Josuha Guilavogui zur Auftakt-Niederlage. Vor dem 0:3 hatte der Franzose das entscheidende Kopfballduell nach einer Ecke von Mark Uth gegen Rafael Czichos verloren, Jonas Hector nutzte das eiskalt aus. Guilavogui war sauer auf sich selbst – und seine Kollegen. „Wir haben drei Geschenke gemacht. Zwei Standards und ein Fehler im Aufbau – das ist schwer zu akzeptieren.“

Schlager: „Erstes Spiel und alle plärren über Europa**

Ähnlich ging es da auch Xaver Schlager, der die Niederlage aber im Hinblick auf das Ziel Europa nicht überbewerten wollte. Es sei doch erst das erste Spiel des neuen Jahres gewesen, „und alle plärren über Europa, dass wir es nicht schaffen“, sagte der Österreicher genervt. Der Nationalspieler fügte hinzu: „Es sind noch so viele Punkte zu vergeben. Ich glaube, in der Hinrunde haben wir auch genügend Spiele verloren, darum kann man das locker erreichen.“ Das stimmt, gleichwohl dürfte auch ihm klar sein: Mit solch einer miserablen Abwehrleistung wird’s schwer, Spiele zu gewinnen.

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