10. Juni 2022 / 21:44 Uhr

"Fehler muss ich mir eingestehen": Frankfurt-Profi Hinteregger entschuldigt sich nach Wirbel um "Hinti-Cup"

"Fehler muss ich mir eingestehen": Frankfurt-Profi Hinteregger entschuldigt sich nach Wirbel um "Hinti-Cup"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Frankfurt-Verteidiger Martin Hinteregger zeigt Reue.
Frankfurt-Verteidiger Martin Hinteregger zeigt Reue. © IMAGO/RHR-Foto
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Nach dem Wirbel um seine Zusammenarbeit mit dem als rechtsextrem geltenden Heinrich Sickl hat sich Frankfurt-Verteidiger Martin Hinteregger entschuldigt und Versäumnisse eingeräumt. Zudem erklärte er, dass der Ärger um seine Person auf seiner "Karriere einen kleinen Kratzer hinterlassen" werde.

Martin Hinteregger hat sich nach dem Wirbel um seine Verbindung zu dem als rechtsextrem geltenden Heinrich Sickl entschuldigt. "Den Fehler muss ich mir eingestehen, dass ich nicht recherchiert habe, wer er ist, welche Vorgeschichte er hat. Aber wer macht das schon? Das muss ich mir vorwerfen", erklärte der 29-Jährige gegenüber dem österreichischen Fernsehsender ORF. Die Person des früheren FPÖ-Gemeinderats sei ihm "absolut kein Begriff" gewesen, rechtfertigte sich der Verteidiger weiter.

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Hinteregger hatte bereits am Donnerstag mit einem Statement auf einen Bericht des österreichischen Journalisten Michael Bonvalot reagiert, in dem es im Zuge der Organisation eines von Hinteregger mit initiierten Fußballevents um mögliche Verbindungen zu dem als rechtsextrem geltenden Sickl geht. Der österreichische Nationalspieler zog Konsequenzen, brach sämtliche Geschäftsbeziehungen zu Sickl ab und distanzierte sich von rechtem Gedankengut. "Jeder, mit dem ich in den letzten zehn oder 15 Jahren geredet habe, und jetzt sieht, dass ich in die rechte Ecke gestellt werde, weiß, dass das absoluter Schwachsinn ist", bekräftigte Hinteregger nun erneut gegenüber dem ORF.

Auch sein Klub Eintracht Frankfurt hatte reagiert und mitgeteilt, bisher nur Kontakt zu Hintereggers Anwalt gehabt zu haben. Der Europa-League-Sieger verwies daher auf die Stellungnahme seines Profis. Von Inhalt und Form der Geschäftsbeziehungen im Zusammenhang mit dem sogenannten Hinti-Cup habe man keine Kenntnis gehabt. Die SGE stehe für Toleranz, Weltoffenheit und Internationalität und habe "keinen Zweifel daran, dass Hinteregger zwar ein heimatverbundener, aber eben auch ein weltoffener und toleranter Charakter ist, dem Diskriminierung fremd ist und der sich mit den Werten von Eintracht Frankfurt in vielerlei Hinsicht identifiziert".

Laut einem aktuellen Auszug aus dem österreichischen "Register der wirtschaftlichen Eigentümer", die vom Finanzministerium erstellt werden, sind Hinteregger und Heinrich Sickl zu je einem Drittel an der "Hinti Event GmbH" beteiligt. Ein weiteres Drittel hält eine Gastronomin. Der Registerauszug liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Über die "Hinti Event GmbH" organisiert der Abwehrchef der Eintracht eine Fan-Veranstaltung vom 16. bis 19. Juni in seinem Heimatdorf Sirnitz in Oberkärnten. Diese wolle er auch weiterhin durchführen, lediglich die geplanten Musik-Acts wurden abgesagt. "Auf den Hinti-Cup wird das keine Auswirkungen haben. Das sind zwei paar Schuhe", sagte Hinteregger, der auch einräumte: "Auf meiner Karriere wird es einen kleinen Kratzer hinterlassen".

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Sickl saß bis voriges Jahr für die rechte FPÖ im Gemeinderat der Stadt Graz. Er ist weiterhin in einer Vorfeldorganisation der FPÖ tätig, als Vorsitzender des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark. Am Donnerstag teilte er mit, dass er sich aus der Organisation des Hinti-Cups zurückziehe. Die medialen Anschuldigungen seien ein demokratiepolitischer Skandal und machten ihn betroffen. Sickl sprach von Hetze gegen seine Person, die er als Mensch wie auch als politisch aktiver Bürger auf das Schärfste zurückweise.

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