17. September 2018 / 21:58 Uhr

Fehlstart bei Lok Leipzig: Vereinsspitze trifft sich diese Woche zur Krisensitzung

Fehlstart bei Lok Leipzig: Vereinsspitze trifft sich diese Woche zur Krisensitzung

Fabian Held
Leipziger Volkszeitung
Trainer Heiko Scholz und Sportdirektor Rüdiger Hoppe müssen auf einer außerplanmäßigen Sitzung mit der Vereinsführung Rede und Antwort stehen. 
Trainer Heiko Scholz und Sportdirektor Rüdiger Hoppe müssen auf einer außerplanmäßigen Sitzung mit der Vereinsführung Rede und Antwort stehen.  © Kempner
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Nach der Nicht-Leistung in Auerbach hängt in Probstheida der Haussegen schief. Die Vereinsführung erwartet Erklärungen .

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Leipzig. Die Kritik der Fans an der Mannschaft des 1. FC Lok wird immer lauter und auch die Vereinsführung hat Klärungsbedarf. „Was wir aktuell sportlich leisten können wir den Fans, Mitgliedern und Sponsoren nicht anbieten“, sagte ein Mitglied des Vorstands auf SPORTBUZZER-Nachfrage. Auch von Präsident Thomas Löwe sind ähnliche Stimmen zu hören. Es rumort in der Vereinsführung. Die Spitze des Clubs will eine Erklärung: Wieso läuft es derzeit nicht? Wieso kommt die Mannschaft nicht an ihr Leistungslimit? Wie soll die Krise gemeistert werden?

Darauf müssen vor allem Trainer Heiko Scholz und Sportdirektor Rüdiger Hoppe eine Antwort geben. Zunächst intern, bei einer außerplanmäßigen Sitzung mit der Vereinsführung noch in dieser Woche. Scholz muss überzeugende Lösungen präsentieren. Er ist nach den zuletzt teils haarsträubenden Auftritten seiner Mannschaft in Auerbach und Berlin nicht mehr unantastbar. Die Leistungen und Verdienste von „Scholle“ für den 1. FC Lok in den vergangenen Jahren sind gleichzeitig unbestritten. Deshalb genießt Scholz im Verein, aber auch im Umfeld ein extrem hohes Ansehen.

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Ratlosigkeit bei Loks Trainer Heiko Scholz nach der 0:1 Niederlage beim VfB Auerbach. Zur Galerie
Ratlosigkeit bei Loks Trainer Heiko Scholz nach der 0:1 Niederlage beim VfB Auerbach. ©

Das macht die Gemengelage noch komplizierter. Dazu kommt: Durch den sportlichen Misserfolg drohen geplante Einnahmen bei Tickets und Sponsoring weg zu brechen. Gleichzeitig kann und will sich der Verein einen Trainerwechsel nicht leisten. Wenn der sportliche Erfolg weiter ausbleibt, wie soll der Verein dann reagieren? Das ist die entscheidende Frage in Probstheida derzeit.

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Offensive

Was vor allem wundert: Scholz hat nach eigener Aussage seine Wunschspieler im Sommer bekommen. Es ist sein Team, dass derzeit in blau-gelb aufläuft. Viele Neuzugänge, wie Mathias Steinborn oder Kemal Atici, sind gestandene Regionalliga-Profis mit beachtlichen Treffer-Quoten über die vergangenen Jahre, treffen aber jetzt auf einmal das Tor nicht mehr. Dazu erspielt sich die Mannschaft generell zu wenige Torchancen.

Einsatz

Was die Mannschaft in Auerbach anbot, war schlicht zu wenig. In der ersten Halbzeit wurde mehr Alibi-Fußball geboten. Derzeit macht die Mannschaft nicht den Eindruck, sich für ihre Ziele und ihren Trainer zu zerreißen. Dazu wirkt vor allem die Defensive oft unkonzentriert. Durch leichte Fehler lässt sie einfach Torchancen für die Gegner zu.

Verletzungen

Zu der generellen Unsicherheit der Defensive kommt noch der Ausfall von zwei Stützen: Benny Kirsten fehlt mit seiner Erfahrung und seiner Führungs-Qualität. Noch ist unklar, wann genau Kirsten wieder ins Lok-Tor zurückkehren kann. Auch Robert Berger fehlt mit seiner Qualität auf der rechten Außenbahn.

Disziplin

Immerhin in einem Ranking ist Lok spitze – beim Sammeln von Karten. Allein drei Spieler sahen bereits Rot. Bei Nicky Adler am Samstag und Ryan Malone zuvor waren es reine Frustfouls. Das spricht gegen die Disziplin in der Mannschaft und darf einem selbsterklärten Anwärter auf die Aufstiegs-Plätze einfach nicht passieren.

Mit hohen Erwartungen und großen Ambitionen war Lok in die Saison gestartet – mittlerweile müssen Verein und Mannschaft aufpassen, nicht in einen Abstiegs-Strudel zu geraten.