08. August 2020 / 19:59 Uhr

Fehlstart für Trainer Civa: Lok Leipzig verliert Sachsenpokal-Halbfinale 0:1

Fehlstart für Trainer Civa: Lok Leipzig verliert Sachsenpokal-Halbfinale 0:1

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Eilenburg, 08.08.2020, Ilburg-Stadion, Fußball, Herren, Wernesgrüner Sachsenpokal, Halbfinale, 
FC Eilenburg - 1. FC Lokomotive Leipzig ,   
Im Bild v.l.: Torhüter Emanuel Pickroth (23, Eilenburg), Leon Heynke (18, Lok) und Adam Fiedler (10, Eilenburg) , 
Foto: PICTURE POINT / Gabor Krieg , 
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Lok Leipzigs Leon Heynke wird vom Eilenburger Siegtorschützen Adam Fiedler unsanft zu Fall gebracht. © Picture Point
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Enttäuschung in Probstheida: Nach dem denkbar knapp verpassten Aufstieg scheiterte der 1. FC Lok Leipzig nach der 0:1-Niederlage in Eilenburg auch im Sachsenpokal. Adam Fiedler erzielte das Tor des Tages für die aufopferungsvoll kämpfenden und auch spielerisch überzeugenden Muldestädter. 

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Eilenburg. Nun ist auch der zweite Traum der großen Namen auf der nationalen Bühne geplatzt, die bittere Corona-Saison 2019/20 für den 1. FC Lok Leipzig endgültig zu Ende und die Chance auf das „Finale Heme“ im eigenen Bruno-Plache-Stadion vergeben. Im Halbfinale des Sachsenpokals verliert der Fußball-Regionalligist im ersten Pflichtspiel für Neu-Trainer Almedin Civa gegen den Fünftligisten FC Eilenburg 0:1 und scheitert dadurch im zweiten Jahr in Folge im Semifinale des Landespokals.

DURCHKLICKEN: Halbfinale zwischen Eilenburg und Lok Leipzig

Überraschung in Eilenburg: Der Oberligist setzt sich im Halbfinale des Sachsenpokals mit 1:0 gegen Favorit 1. FC Lok Leipzig durch. Zur Galerie
Überraschung in Eilenburg: Der Oberligist setzt sich im Halbfinale des Sachsenpokals mit 1:0 gegen Favorit 1. FC Lok Leipzig durch. ©

Civa lässt in einem 4-4-2 mit Raute auflaufen, mit klarem defensiven und offensiven Mittelfeldspieler. Im Tor beginnt Jannes Tasche. Eine definitive Entscheidung, wer die zukünftige Nummer Eins wird, soll dies jedoch noch nicht sein, wie Civa gegenüber dem SPORTBUZZER erklärte. Die Aufstellung wird mindestens einen Vater stolz gemacht haben: Tomislav Piplica freut sich als Zuschauer auf der Tribüne über den Einsatz seines 18-jährigen Filius Zak Paulo auf der Sechs.

Lok Leipzigs neu formierte Mannschaft benötigt noch zeit

Er ist einer der 1000 Fans auf den Rängen des Ilburg-Stadions in Eilenburg, die in Absprache mit den Gesundheitsämtern und nach Erstellung eines Hygiene-Konzepts als einer der Ersten in Deutschland ein Profi-Pflichtspiel vor Ort verfolgen dürfen. Inwieweit das Konzept eingehalten worden ist, bleibt jedoch fraglich. Zugewiesene Plätze oder abgesperrte Bereiche sind nicht überall zu erkennen, genauso wie der Sicherheitsabstand zwischen vielen Zuschauern und Zuschauerinnen. Klar ist: In den größeren und weitläufigeren Arenen wird das anders sein.

Dass trotz der vier erfolgreichen Testkicks die neu formierte Lok-Mannschaft Zeit brauchen wird, war zu erwarten. Mit mehr Ballbesitz, mehr Kontrolle und höher stehenden Grundordnung möchten die Prosbtheidaer das spielerisch überzeugende Bollwerk von FCE-Coach Nico Knaubel knacken. Knaubel ist auch Landestrainer für den Freistaat und hat seinem Team ein ansehnlichen Fußball beigebracht. Knackige Konter und zuweilen über die Strenge schlagende Ruppigkeit machen Lok zu schaffen. Trotzdem kommen die amtierenden Regionalliga-Meister immer mehr in die Partie und bestimmen ab der 30. Minute das Geschehen. Folgerichtig häufen sich die Möglichkeiten der Leipziger: In der 41. Minute knallt Maik Salewski aus 20 Metern die Kugel an die Latte.

Eilenburgs Fiedler schockt die Messestädter

Die zweite Hälfte beginnt, wie die erste Halbzeit aufgehört hat: Vor dem Tor der Eilenburger. Neuzugang Tom Nattermann, der mit Ersatz-Kapitän Djamal Ziane als Doppelspitze aufläuft, taucht mutterseelenallein im Strafraum auf, verzieht jedoch mächtig. Nach der Druckphase gönnen sich die seit erst drei Wochen in der Vorbereitung befindlichen Gäste ein wenig Verschnaufpause und werden überraschend bestraft. Durch die erste Unkonzentriertheit im Spiel der Lok-Innenverteidiger Leon Heynke und David Urban landet der Ball bei Adam Fiedler, der düpiert Keeper Tasche und schiebt ins leere Tor ein. Der Jubel der Gastgeber ist euphorisch, doch der Lokomotive bleibt noch Zeit.

Doch das Tor dreht die Partie: Auf einmal ist Eilenburg mutiger und hat das Glück, in der Defensive auf Gegenangriffe zu lauern. Civas Mannschaft fällt immer weniger ein und beißt sich mit der nicht perfekt eingespielten Offensive die Zähne aus. Als Eigengewächs und Joker Johannes Pistol in seinem Debüt für die Probstheidaer die Riesenchance vergibt, wird noch einmal Hoffnung geschöpft, doch dann pfeift Schiri Benjamin Seidl ab. Ein versöhnliches Saisonende und die Möglichkeit, im DFB-Pokal gegen Bundesligist Hoffenheim zu spielen, sind dahin. Die Möglichkeit, nächste Woche beim Ligaauftakt gegen die Amateure von Hertha BSC die neue Saison erfolgreich zu beginnen, lebt weiterhin.

Die Stimmen zum Spiel

Almedin Civa (1. FC Lok Leipzig): „Glückwunsch an den Gegner. Die ersten fünfzehn Minuten haben wir diesen Pokalfight erwartet. Danach haben wir das Spiel an uns gerissen und sind immer wieder über die Außen durchgekommen. Was mich ärgert, sind die Möglichkeiten, bei den wir den falschen letzten Pass gespielt haben. Dann bekommen wir ein Tor, nachdem der Gegner zwei Minuten den Ball hat und wir nicht klären können ... Für meine Begriffe haben wir zu früh angefangen, lang zu schlagen und so zu kämpfen. Wir hätten bessere Entscheidungen treffen können, haben wir nicht, daher hat auch der Gegner verdient gewonnen.“

Nico Knaubel (FC Eilenburg): „Ein glücklicher Trainer, glückliche Spieler und ein glücklicher Verein ... Lok hat seine Chancen nicht genutzt, über die Spielzeit haben wir mehr Selbstvertrauen bekommen. Alle elf Spieler sind an ihre Leistungsgrenzen gegangen, Andi war mit einer Glanzleistung da, und dann ist die Mannschaft über sich hinausgewachsen. In der Halbzeit haben wir auf zwei Sechser umgestellt und das hat funktioniert. Die Riesenchance von Nattermann war ein Wachmacher. Danach wusste ich auch, dass wir es schaffen können.“