13. Juni 2019 / 22:13 Uhr

Feines Händchen: Sive Dubula will Odin/VfR 06 in die Rugby-Bundesliga führen

Feines Händchen: Sive Dubula will Odin/VfR 06 in die Rugby-Bundesliga führen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sive Dubula geht bei Rugby-Zweitligist Odin/VfR 06 voran.
Sive Dubula geht bei Rugby-Zweitligist Odin/VfR 06 voran. © Florian Petrow
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Sive Dubula lebt für Rugby. Der Südafrikaner kam zu Saisonbeginn zum Zweitligisten SG SV Odin/VfR 06 Döhren und wurde sofort Leistungsträger. Am Sonntag will er mit seinem Team in die Rugby-Bundesliga aufsteigen - wie es danach für ihn weitergeht, ist noch offen.

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Irgendwann ist es Sive Dubula leid gewesen. „Die großen Spieler glauben oft, sie könnten auf den kleinen herumtrampeln. Das darfst du dir nicht gefallen lassen“, sagt der Südafrikaner. Also hat der Spielmacher von Zweitligist SG SV Odin/VfR 06 Döhren gelernt, gnadenlos zu tackeln – und sich alle Dinge angeeignet, die im Rugby gefragt sind, nicht nur eine filigrane Technik. Er hat sich behauptet.

„Er ist ein wundervoll kompletter Athlet“, lobt Trainer Antonio de Carvalho Abreu. Das will Dubula am Sonntag um 15 Uhr (Platz des SV Odin, An der Graft) gegen den TSV Victoria Linden be­wei­sen, es geht um den di­rek­ten Aufstieg in die 1. Bundesliga.

"Sive verkörpert alles, was diesen Sport auszeichnet"

Dubula ist zu Saisonbeginn durch das interkulturelle Austauschprogramm „weltwärts“ zu dem Absteiger gekommen, und der 1,68 Meter große Gedrängehalb aus East London machte als famoser Rugbyspieler schnell von sich reden. „Es ist wunderbar, ihm zuzuschauen. Es macht Freude, weil Sive mit Herz dabei ist und alles verkörpert, was diesen Sport auszeichnet“, sagt Stefan Mau, Kapitän von Erstligist Germania List. Dubula war sofort Leistungsträger und führte sein Team zum ersten Platz vor Victoria.

Nun soll der nächste, entscheidende Schritt getan werden. Weil die 2. Liga in der nächsten Saison wohl wieder nur fünf statt acht Vereine zählen wird, wollen Odin/VfR 06 und Victoria unbedingt aufsteigen (der Verlierer hat noch eine zweite Chance in der Relegation gegen den Erstligasiebten Hamburger RC am 6. Juli). „In der 1. Liga sind mehr Teams, und du wirst eben nur durch Spiele besser“, sagt Dubula, „das wäre wirklich wichtig.“

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Dubula hat ärmere Kinder in Südafrika trainiert

Mit zehn Jahren hat er seine erste Partie gespielt, es war ein Wendepunkt in seinem Leben: „Ich war kein nettes Kind, im Gegenteil. Aber durch Rugby habe ich Werte wie Respekt und Fairplay gelernt.“ Dubula, sein Name bedeutet so viel wie „Der, der schießt“, spielte im Universitätsteam von Port Elizabeth. Er hat beschlossen, als Coach so viel wie möglich von dem weiterzugeben, was ihm der Sport gegeben hat.

In East London hat er mit einem Freund in ärmeren Stadtteilen Kindern Rugby näher gebracht. „Sie haben es geliebt. Es ist wunderbar, positive Dinge an Menschen zu vermitteln, die benachteiligt sind“, sagt Dubula lä­chelnd. Rugby ist in Südafrika eigentlich der Sport der oft privilegierten Weißen: „Aber die Dinge ändern sich, es hat sich viel getan in den letzten Jahren. Es wird besser, in den Auswahlteams gibt es immer mehr Schwarze.“

"Die Grundschüler lieben ihn"

Dass der Mann mit dem feinen Händchen sein Können gut zu vermitteln weiß, zeigt er an etlichen Schulen in Hannover, die mit dem SV Odin kooperieren. „Die Grundschüler lieben ihn, da ist er ein Star“, erzählt der ehemalige Stadtsportbund-Vorsitzende Horst Josch, der sich für Odin um den Schulsport kümmert. „Am liebsten würden wir Sive behalten“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Wie geht es weiter? Noch offen

Dubula soll auf jeden Fall bis Ende Januar bleiben. „Ich mag Deutschland sehr, alles ist sicher und komfortabel“, sagt er. Die Sehnsucht nach seiner Familie mit drei Brüdern ist jedoch groß. Zudem will Dubula sein Studium (Agrarmanagement) ab­schlie­ßen. Wie es weitergeht, hat er noch nicht entschieden. Er könnte höher spielen als in der Bundesliga, vielleicht Profi werden in einer der europäischen Ligen. Oder in Südafrika. Klar ist nur, dass Dubula seinem Sport verbunden bleibt: „Rugby hat mein Leben verändert.“

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