25. Juni 2019 / 14:27 Uhr

Ein Volltreffer: Inklusionsteams mischen das Feldhandball-Turnier des TuS Bothfeld auf

Ein Volltreffer: Inklusionsteams mischen das Feldhandball-Turnier des TuS Bothfeld auf

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Arminia Hannover gegen den Garbsener SC - das ist nur eines der zahlreiche Aufeinandertreffen beim Feldhandball-Turnier des TuS Bothfeld.
Arminia Hannover gegen den Garbsener SC - das ist nur eines der zahlreiche Aufeinandertreffen beim Feldhandball-Turnier des TuS Bothfeld. © Florian Petrow
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Die Aufregung ist groß gewesen bei den Inklusionsteams des TuS Bothfeld und Hannoverschen SC. Und dann waren sie einfach mittendrin und mischten munter mit beim Feldhandball-Turnier des TuS. Genau so soll es ja auch sein. Alle Mannschaften hatten ihren Spaß. Zu Beginn gab es allerdings einen Schockmoment.

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Sie sind gar nicht leicht zu finden, die beiden Inklusionsteams vom TuS Bothfeld und vom Hannoverschen SC. Und das liegt nicht etwa daran, dass es beim großen Feldhandball-Turnier des TuS am zweiten Tag wieder richtig voll ist auf der Bezirkssportanlage.

Und warum sollten sie auch hervorstechen, die etwa 20 Mädchen und Jungs von „Handball kennt kein Handicap“. Sie fallen schlichtweg nicht weiter auf, sie sind hier mittendrin. „Genau darum geht es. Das ist für die Kinder das erste Mal, dass sie gegen andere spielen. Es ist eine unglaubliche Freude für sie und uns alle“, sagt Trainerin und Mitorganisatorin Anja Oppermann.

Die Aufregung ist enorm

Sie haben kaum geschlafen in der Nacht zuvor, die Aufregung ist enorm. Zwar treten die Kinder mit geistiger oder körperlicher Einschränkung außer Konkurrenz an, dennoch ist es schließlich eine Premiere. „Sie haben schon die ganze Woche darüber gesprochen“, berichtet Oppermann. Die gegnerischen Teams sind informiert, die Regeln werden extra etwas aufgeweicht. Auf die Drei-Schritte-Regel wird nicht so genau geachtet, auf Tempo-Gegenstöße sollte verzichtet werden.

Bilder vom Feldhandball-Turnier des TuS Bothfeld

Feldhandball-Turnier des TuS Bothfeld Zur Galerie
Feldhandball-Turnier des TuS Bothfeld ©
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Auch die gemischten Inklusions-Teams sind vorbereitet. Sie wissen, dass es laut werden kann, dass viele Spieler da sind und einfach jede Menge los sein wird. Auf dem Feld klappt dann alles prima. Beim Vergleich mit den weiblichen Minis des TuS Bothfeld zeigt Torwart Brian einige schöne Paraden, einen Ball erwischt er gekonnt mit dem Fuß. Für jede gelungene Aktion gibt es Beifall – die Betreuer sind für den Notfall immer auf dem Sprung und meistens mit auf dem Feld. „Das sieht gut aus. Wir greifen nur ein, wenn es mal gar nicht klappen will“, sagt Claudia Weddige vom HSC.

Trainer und Betreuer "machen sensationellen Job"

Trainer Sven Gerbracht von den Minis des TuS jedenfalls ist angetan vom Auftritt der Inklusionskids: „Im Prinzip war das nicht viel anders als sonst. Die Spielstärke war auf einer Ebene. Ich finde es super.“ Tore und Erfolg seien in dieser Altersklasse Nebensache. „Es zählt das Erlebnis, nicht das Ergebnis“, so Gerbracht. Vater Jens Sünnemann, sein Sohn Jonas ist im Inklusionsteam, lobt besonders die Trainer und Betreuer: „Die machen einen sensationellen Job.“ Er sehe einen hohen Bedarf an weiteren Teams: „Es geht darum, dass man in solchen Mannschaften auch Kinder ohne Beeinträchtigung mitspielen lässt. Umgekehrt funktioniert das nicht.“

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Mehr als zwei Jahre gibt es die Kooperation zwischen dem TuS und dem HSC inzwischen. „Es geht so leicht und macht so viel Freude. Du brauchst im Grunde nur engagierte Leute und Hallenzeiten“, sagt Oppermann. Fünf Kinder hat sie auf der Warteliste, das Interesse ist groß und steigt noch.

Schock zu Beginn des Turniers

„Ich wünschte, mehr Vereine würden das anbieten“, unterstreicht Oppermann, die kurz nach dem ersten Aufritt ihres Teams einen besonderen Lohn für ihre Mühe erhält. Eine ehemalige Mitspielerin, sie ist Kindergärtnerin, hat sich eine Partie angeschaut und schließt sie hinterher weinend in die Arme. „Das hat ihr so gut gefallen, unsere Kinder zu sehen. Ihr ist einfach das Herz aufgegangen“, berichtet Oppermann lächelnd. Und das haben an diesem Tag nicht wenige so empfunden.

Einen Schock gab es für die Veranstalter am ersten Turniertag der 48. Auflage, als erst wenige Minuten absolviert waren. Ein Altherrenspieler der HSG Langenhagen erlitt einen Herzinfarkt. Er wurde unverzüglich von einer Rettungssanitäterin versorgt, liegt allerdings in der MHH im Koma. „Wir haben dann weitergemacht, als dem Mann geholfen war“, berichtete Organisator Andreas Huß. „Danach war aber gefühlt alles eine Nummer leiser.“ Längeren Applaus gab es wieder am Abend. „Da kam die Kunde, dass die Situation des Spielers stabil ist“, so Huß.

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