30. September 2019 / 18:14 Uhr

15 Minuten mit Feldspieler im Tor: SV Wilkenburg gewinnt in Ingeln-Oesselse

15 Minuten mit Feldspieler im Tor: SV Wilkenburg gewinnt in Ingeln-Oesselse

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wilkenburgs Torhüter Dominik di Figlia musste ausgewechselt werden.
Wilkenburgs Torhüter Dominik di Figlia musste ausgewechselt werden. © Dennis Michelmann
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Der SV Wilkenburg hat sich durch ein 1:0 bei Schlusslicht TSV Ingeln-Oesselse auf den vierten Platz der Kreisliga 3 vorgearbeitet. Mustafa Akcora erzielte das Tor des Tages. Feldspieler Florian Janzhoff musste in der Schlussphase den Kasten hüten, nachdem sich Dominik di Figlia verletzt hatte.

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Stolpergefahr TSV Ingeln-Oesselse, das ist für den SV Wilkenburg nichts Neues. Schon in der Vorsaison kam der SVW im Doppeldorf nicht über ein 0:0 hinaus – und verschoss dabei einen Elfmeter. Am Sonntag wäre es beinahe zum Déjà-vu gekommen, doch diesmal nutzte Mustafa Akcora die Chance vom Punkt zum Tor des Tages (64. Minute).

Wilkenburger halten den Ball flach

Für die Wilkenburger bedeutete der knappe 1:0-Arbeitssieg beim Tabellenletzten den Sprung auf Platz vier der Kreisliga 3, Platz eins ist nur noch drei Punkte entfernt. Doch Pressesprecher Martin Volkwein bremste jegliche Euphorie vehement: „Wir halten den Ball erstmal ganz flach. Platz vier bis acht ist für uns das Ziel, alles darüber ist Spinnerei. Das werden andere Mannschaften unter sich ausmachen, die auch finanziell besser aufgestellt sind.“

Die Momentaufnahme vor den Krachern gegen den TSV Kirchdorf (2.) und dem FC Can Mozaik (1.) könnte dennoch besser kaum sein. „Für uns war wichtig, die drei Punkte zu holen, auch wenn es ein dreckiger Arbeitssieg war“, sagte Volkwein.

Bilder vom Spiel der Kreisliga 3 zwischen dem TSV Ingeln-Oesselse und SV Wilkenburg

Ingelns Tim-Dominic Kuijpers kämpft direkt vor den Augen des Schiedsrichters mit Wilkenburgs Dennis Ullrich um den Ball. Zur Galerie
Ingelns Tim-Dominic Kuijpers kämpft direkt vor den Augen des Schiedsrichters mit Wilkenburgs Dennis Ullrich um den Ball. ©

Einen solchen hätten auch die Ingelner gut gebrauchen können – nach neun Spielen steht das Schlusslicht bei einem mickrigen Zähler. „Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht, aber im vierten Spiel in Folge nicht getroffen. Da fehlt es einfach“, klagte Trainer Nils Förster.

Ein Unentschieden wäre drin gewesen, denn die favorisierten Gäste kamen selbst über Stückwerk selten hinaus. „Ein ziemliches Gebolze“ sei das gewesen, gab Volkwein zu. Beinahe hätte die Partie auch einen ganz anderen Lauf genommen. Kurz nach der Pause zeigte der Schiedsrichter nach einem Wilkenburger Klärungsversuch im eigenen Strafraum zunächst auf den Elfmeterpunkt, nahm seine Entscheidung aber nach Absprache mit dem Linienrichter zurück. „Da hat er völlig falsch gelegen“, meinte Volkwein.

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Unstrittig war dagegen der Strafstoß auf der anderen Seite für den SVW. Marco Elas wurde von den Beinen geholt, Akcora trat vom Punkt an und blieb cool. Wenig später gab es ein drittes Mal Aufregung um einen möglichen Elfmeter. Diesmal bekam ein Wilkenburger den Ball an die Hand, der Schiedsrichter sah die Szene nicht (73.). „Das hätte meiner Meinung nach Elfer geben müssen. Aber wenn du unten stehst, kriegst du sowas nicht gepfiffen“, haderte Förster.

Janzhoff in ungewohnter Rolle

Improvisieren musste Wilkenburgs Trainer Rüdiger Hoffmann in der 75. Minute. Keeper Dominik di Figlia verletzte sich nach einem Zusammenprall mit Ingelns Jim Lopez-Munoz an der Hüfte und musste raus. Die restliche Zeit rückte Feldspieler Florian Janzhoff zwischen die Pfosten. „Er hat bis zur A-Jugend im Tor gespielt, das kann er“, meinte Volkwein. Viel zu tun bekam Janzhoff nicht mehr, die Ingelner blieben weitestgehend harmlos.