23. Februar 2020 / 11:43 Uhr

Schmäh-Plakate gegen Dietmar Hopp: DFB-Vize Koch dankt Schiedsrichter Brych

Schmäh-Plakate gegen Dietmar Hopp: DFB-Vize Koch dankt Schiedsrichter Brych

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Schiedsrichter Felix Brych unterbrach das Spiel zwischen Gladbach und Hoffenheim - und erntete dafür Zustimmung von DFB-Vizepräsident Rainer Koch.
Schiedsrichter Felix Brych unterbrach das Spiel zwischen Gladbach und Hoffenheim - und erntete dafür Zustimmung von DFB-Vizepräsident Rainer Koch. © imago images/Laci Perenyi
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Wegen Schmäh-Plakaten gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp wurde das Heimspiel von Borussia Mönchengladbach gegen die Kraichgauer kurzzeitig von Schiedsrichter Felix Brych unterbrochen. Von DFB-Vizepräsident Rainer Koch gibt es dafür ein Extra-Lob.

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DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat Referee Felix Brych ausdrücklich für die Spielunterbrechung bei der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und 1899 Hoffenheim gratuliert. "Großer Dank und Respekt für FIFA-Schiedsrichter Felix Brych, der das Bundesligaspiel Borussia Mönchengladbach gegen TSG 1899 Hoffenheim gestern in der 50. Minute solange unterbrach, bis ein von Ultras gezeigtes Fadenkreuz mit dem Gesicht von Dietmar Hopp aus dem Block entfernt worden ist", schrieb Koch am Sonntagmorgen auf seiner Facebook-Seite. Es müsse "endlich Schluss sein mit menschenverachtenden Gewaltaufrufen", fügte er an.

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In Folge des Fadenkreuz-Plakats positionierten sich am Samstag Fans, Spieler und Funktionäre der Borussia umgehend. In der Kurve waren "Ultras raus"-Sprechchöre und laute Pfiffe zu hören. Dass die Fanhilfe das Plakat als "(grob formulierte) Kritik" an Hoffenheim-Mäzen Hopp und dem DFB relativierte, machte Koch besonders ungehalten. „Fußball, wie die Fans ihn wollen, ist unter solchen Rahmenbedingungen nicht möglich, und deshalb müssen die Stadionordnungen in den Kurven konsequent durchgesetzt werden“, schrieb der Funktionär.

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Juan Arango, Marko Marin und Mo Idrissou - nur drei ehemalige Gladbach-Stars, die nicht nur "Fohlen"-Fans ein Begriff sind. Der SPORTBUZZER zeigt 50 Ex-Borussen und was aus ihnen wurde. ©

Felix Brych: "Deshalb habe ich darum gebeten, dass dieses Plakat entfernt wird"

Gladbach-Sportdirektor Max Eberl hatte die Anhänger während der von Schiedsrichter Brych verhängten Spielunterbrechung sichtlich erregt konfrontiert. Auch Gladbachs Kapitän Lars Stindl war vor die Tribüne getreten. Für derartige Aktionen wolle man nicht stehen, versicherte Eberl. "Wir haben vor dem Spiel ein klares Statement gesetzt mit der Schweigeminute für ein dramatisches Ereignis, was diese Woche passiert ist (die offenbar rassistisch motivierten Morde von Hanau, d. Red.). Wir sind gegen Rassismus und Ausgrenzung und dann müssen 50 Hornochsen so ein Plakat hochhalten. Dafür schäme ich mich."

Auch Referee Brych äußerte sich zur Spielunterbrechung. "Ich denke, wir können dafür sorgen, dass sich die Mannschaften und Fans gegenseitig respektieren. Das war nicht der Fall für mich, deshalb habe ich darum gebeten, dass dieses Plakat entfernt wird", sagte der FIFA-Schiedsrichter bei Sky. "Dabei haben mir die Gladbacher Verantwortlichen sehr geholfen. Ich habe gesagt, dass ich erst weiterspielen werde, wenn das Plakat entfernt ist."

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Laut Hoffenheim-Trainer Alfred Schreuder habe der Klub sogar kurzfristig über einen Spielabbruch nachgedacht: "Ich habe gesagt: Wenn das Plakat nicht verschwindet, gehen wir heim. Dann können sie die drei Punkte haben", so der Coach. Sein Torhüter Oliver Baumann zeigte sich ebenfalls tief bestürzt und wählte deutliche Worte "So ein Plakat fällt schon unter Morddrohung, so etwas geht gar nicht", sagte der Keeper bei Sky.