05. Januar 2021 / 08:10 Uhr

Rückkehr im Gespräch: Felix Klaus zurück zu Hannover 96?

Rückkehr im Gespräch: Felix Klaus zurück zu Hannover 96?

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Könnte bald wieder für Hannover 96 jubeln: Felix Klaus nach seinem Treffer gegen Borussia Dortmund im Oktober 2017.
Könnte bald wieder für Hannover 96 jubeln: Felix Klaus nach seinem Treffer gegen Borussia Dortmund im Oktober 2017. © Maike Lobback
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82 Spiele, 14 Tore und 17 Torvorlagen: Felix Klaus ist durch seine drei Saisons im 96-Dress in Hannover noch immer ein alt bekannter Name. Bei dem VfL Wolfsburg steht er nach Verletzungsquerelen und teils dürftigen Leistungen auf dem Abstellgleis. Nun hat ihn 96-Sportchef Gerhard Zuber ganz oben auf dem Zettel.

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Der Start ins Fußballjahr ist gelungen. Das 4:0 gegen Sandhausen war „ein wichtiger und verdienter Sieg“, den 96-Chef Martin Kind aber nicht überbewerten will. „Eine Momentaufnahme“ sei es, „schrittweise scheint sich die Mannschaft zu stabilisieren“.

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Zwei in die Kritik geratene Spieler haben dabei die Tore erzielt. „Es freut mich für Marvin Ducksch und Patrick Twumasi“, sagt Kind. Ihre Doppelpacks ändern aber nichts an den Plänen, einen Stürmer zu verpflichten. „Wir leben hier in Konkurrenz“, sagt Trainer Kenan Kocak. Mit Sportchef Gerhard Zuber soll er sich „intern abstimmen“, bevor dann Kind ins Spiel kommt.

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96-Coach Kenan Kocak spricht Florent Muslija gut zu. Zur Galerie
96-Coach Kenan Kocak spricht Florent Muslija gut zu. ©

Dursun, Hofmann oder Klaus?

Neben dem Darmstädter Serdar Dursun und dem Karlsruher Philipp Hofmann steht auch ein dritter Spieler auf der Liste, der nicht unbedingt ein Torjäger ist: 96 denkt über die Rückkehr von Felix Klaus nach. Im Sommer 2018 wechselte er nach Wolfsburg, ist jetzt aber beim VW-Klub eher das fünfte Rad am Wagen. Der 28-Jährige kommt in dieser Saison nur auf sechs Einsätze, meist sind die auch nur kurz. Zuletzt brachte ihn Trainer Oliver Glasner am 11. Dezember für eine einzige Minute beim 2:1 gegen Eintracht Frankfurt.

Klaus hatte für 96 in 82 Spielen 14 Tore erzielt und 17 Vorlagen geliefert. In seiner letzten 96-Saison erzielte er in der 1. Liga vier Tore, gab sechs Vorlagen – und empfahl sich so für den Nachbarn.

Angebot schon länger existent

Für die Ablöse von 3 Millionen Euro kaufte der VfL den Profi aus Hannover. Klaus konnte sich aber in Wolfsburg nie durchsetzen. Er hatte allerdings auch Pech, denn gleich zu Beginn der Vertragslaufzeit zwang ihn eine Bauchmuskelverletzung zu einer langen Pause. Die Hinrunde der Saison 2018/2019 lief fast komplett ohne ihn.

Schon vor der aktuellen Saison war Wolfsburg bereit, Klaus an 96 abzugeben. Jetzt steht das Angebot erneut, und 96 beschäftigt sich in­ten­siv damit. „Er ist ein Spieler, der im Markt verfügbar ist“, sagt Kind. Die Gespräche führen die Sportdirektoren des Klubs, Marcel Schäfer und Zuber. Geplant ist eine Leihe bis zum Saisonende, möglicherweise mit Kaufoption. Der Vertrag in Wolfsburg läuft bis Juni 2022.

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Eine Leihgebühr würde Wolfsburg wohl nicht verlangen, 96 hätte genug an den Gehaltskosten zu knapsen. Ohne eine Zusage der Wolfsburger, Teile des Gehalts zu übernehmen, wird das Ge­schäft platzen. Am Ende müsste sich Kind mit Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke einigen. Womöglich wäre ihre 96-Verbindung aus erfolgreichen Europa-League-Zeiten hilfreich.

Klaus könnte rechts und links offensiv eingesetzt werden und wäre somit direkter Konkurrent von Kingsley Schindler (rechts) und Valmir Sulejmani oder Patrick Twumasi (links). Seine Verpflichtung wäre auch eine Reaktion auf den langfristigen Ausfall der Flügelstürmer Linton Mai­na und Franck Evina. Glasner beschrieb die Stärken von Klaus mal so: „Er ist sehr laufstark, verfügt über eine gute Dynamik, ist es gewohnt, außen an der Linie zu spielen.“

Stürmersuche geht vor

Entscheidend wird die Li­nie sein, die Kind vorgibt. Vorrangig wird ja ein Torgarant gesucht, bei Dursun müsste geklärt werden, ob Darmstadt ihn überhaupt abgeben will. Da gibt es widersprüchliche Meldungen. Der Vertrag in Darmstadt läuft am Saisonende aus, zwischen 500 000 und einer Million Euro dürfte die Ablöseforderung liegen.

Schon die Diskussion um die Stürmersuche scheint sich zu lohnen. Der Konkurrenzkampf ist bereits erfolgreich, bevor der Neue da ist. So lässt sich zumindest deuten, dass Ducksch und Twumasi plötzlich treffen.