20. Januar 2020 / 12:35 Uhr

Felix Magath kritisiert Fußball-Geschäft hart: "Sport hat gelitten" – Trainer-Karriere beendet

Felix Magath kritisiert Fußball-Geschäft hart: "Sport hat gelitten" – Trainer-Karriere beendet

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Felix Magath ist zurück auf der Fußball-Bühne.
Felix Magath ist zurück auf der Fußball-Bühne. © dpa
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Felix Magath ist auf das aktuelle Geschehen im Profi-Fußball nicht gut zu sprechen. Der neue Chef von Flyeralarm Global Soccer bemängelt das Vorgehen von den Verantwortlichen und spricht über eine mögliche Rückkehr auf die Trainerbank.

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Felix Magath kehrt als Funktionär in den Fußball zurück. Der frühere Meistertrainer des FC Bayern München und VfL Wolfsburg arbeitet künftig als Boss von Flyeralarm Global Soccer. Er kümmert sich künftig um den Drittligisten Würzburger Kickers und den FC Admira Wacker Mödling aus Österreich. Der 66-Jährige beendete für sich hingegen das Trainer-Kapitel und kritisiert das Profi-Geschäft.

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"Ich will wieder die Basics in den Vordergrund rücken", sagte Magath, der zuletzt bis Ende 2017 Coach von Shandong Luneng Taishan in China war. "Es geht nicht nur ums Geld, es geht um Sport, um Leidenschaft." Besonders die Ausbildung im deutschen Fußball bewertet der gebürtige Aschaffenburger kritisch. "Man macht da ein Riesen-Experiment, wo keiner genau weiß, wie es ausgeht", meint Magath.

Magath: Fußball wird immer mehr das größte Geschäft

Der gebürtige Aschaffenburger wolle dem Fußball weiter etwas zurückgeben. Es sei ein Problem, dass die wirtschaftliche Situation immer wichtiger gemacht werde. "Darunter hat der Sport gelitten. Ich glaube immer noch daran, dass Fußball der schönste Sport ist. Im Moment wird es immer mehr das größte Geschäft. Ich will etwas dafür tun, dass es wieder der größte Sport ist", sagte Magath, der auch überhaupt kein Freund von den sportlichen Entwicklungen ist: "Es steht nur noch die Taktik im Vordergrund, danach werden die Spieler aufgestellt. Man darf die Menschen nicht ein ein taktisches Konzept zwängen und dann fantastische Leistungen erwarten. Man muss den Spieler wieder mehr in den Mittelpunkt des Spiels rücken."

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Der 66-Jährige beendete für sich gleichzeitig das Trainer-Kapitel. "Ich bin zu dem Schluss gekommen: Die Zeit des Trainers Magath ist vorbei, insofern ist der Entschluss da, dem Fußball in anderer Weise helfen zu wollen. Ich bin dankbar für diese Gelegenheit und das Vertrauen", sagte Magath bei seiner Vorstellung am Montag in Würzburg. Die Onlinedruckerei Flyeralarm unterstützt beide Vereine finanziell und ist außerdem Namenssponsor der Frauen-Bundesliga. "Wir freuen uns, so eine Koryphäe gewinnen zu können, das ist eine Sensation", sagte der Chef der Firma, Thorsten Fischer. Zur konkreten Laufzeit des Engagements wollten sich die Beteiligten nicht äußern. "Ich gehe davon aus, dass diese Tätigkeit hier für mich erst endet, wenn alle zufrieden sind", meinte der bestens gelaunte Magath, der über einen gemeinsamen Bekannten den Kontakt zu Fischer bekam und dann für den Job begeistert wurde.

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