07. Mai 2022 / 20:30 Uhr

Auch wegen Lotka-Patzer: Felix Magath und Hertha BSC vergeben Matchball für Klassenerhalt

Auch wegen Lotka-Patzer: Felix Magath und Hertha BSC vergeben Matchball für Klassenerhalt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha BSC kassierte gegen Mainz 05 eine Pleite.
Hertha BSC kassierte gegen Mainz 05 eine Pleite. © IMAGO/Nordphoto
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Hertha BSC muss weiter um den Bundesliga-Verbleib bangen. Der Hauptstadtklub verlor am Samstagabend gegen Mainz 05 und ist nun auf Schützenhilfe des FC Bayern gegen Keller-Konkurrent VfB Stuttgart angewiesen.

Hertha BSC muss weiter um den Klassenerhalt in der Bundesliga zittern und nun auf Schützenhilfe des FC Bayern München hoffen, um sich vorzeitig allen Abstiegsängster zu entledigen. Die Mannschaft von Felix Magath verlor am Samstagabend gegen Mainz 05 vor den eigenen Fans im Olympiastadion mit 1:2 (1:1) und vergab damit einen Matchball für den Klassenverbleib – auch weil Torwart Marcel Lotka böse patzte. Beim 1:0 aus spitzem Winkel durch Silvan Widmer (25.) griff der Torwart daneben. Den weiteren Mainzer Treffer erzielte Stefan Bell (81.). Davie Selke (45.+5/Foulelfmeter) gelang nur der zwischenzeitliche Ausgleich.

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Hertha bleibt durch die Niederlage Tabellen-15. mit vier Punkten Vorsprung auf den VfB Stuttgart, der Relegationsplatz 16 belegt. Sollten die Stuttgarter ihr Sonntagsspiel gegen den FC Bayern verlieren, wäre die Hertha trotzdem gerettet. Ansonsten käme es zu einem Fernduell um den Klassenerhalt am letzten Spieltag in der kommenden Woche. Stuttgart hat die deutlich bessere Tordifferenz.

Magath musste seine Startelf im letzten Heimspiel der Saison auf zwei Positionen umbauen. Linksverteidiger Marvin Plattenhardt fehlte den Berlinern wegen Hüftproblemen, Marco Richter konnte nach einer Erkältung nicht im rechten offensiven Mittelfeld mitwirken. Der Coach setzte stattdessen wie schon beim 2:0 im vorherigen Heimspiel gegen den VfB Stuttgart auf Routinier Vladimir Darida als Richter-Ersatz. Für Plattenhardt rückte überraschend Marton Dardai in die Anfangself. Bei Mainz vollzog Trainer Bo Svensson im Vergleich zum 3:1-Sieg gegen den FC Bayern in der Vorwoche nur eine Änderung. Im Tor kam Finn Dahmen anstelle von Stammtorwart Robin Zentner zum Einsatz.

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Allerdings patzte ausgerechnet der sonst so sichere Hertha-Keeper Marcel Lotka übel. Nach erfrischendem und gutem Start gerieten die Berliner, die vor Anpfiff ihren Fan-Boykott beendet hatten, immer mehr unter Druck. In der 25. Minute wurde er zu groß. Widmer kombinierte sich mit Anton Stach und Karim Onisiwo über die rechte Seite und zog aus spitzem Winkel aufs kurze Eck ab – eigentlich eine sichere Beute für Lotka, der den Ball aber zum Entsetzen seiner Teamkollegen durchrutschen ließ (25.). Ein klarer Fehler, der Hertha das Leben schwer machte. Mainz drückte weiter und kam durch einen Weitschuss-Treffer von Stach zum vermeintlichen 2:0 (35.). Doch das Tor zählte nach Videobeweis wegen einer Abseitsstellung nicht.

Auch wenig später sorgte der VAR für Hertha-Jubel: Moussa Niakhaté trat Dedryck Boyata im Strafraum nach einer Ecke in die Hacken. Schiedsrichter Patrick Ittrich entschied nach Ansicht der Bilder auf Elfmeter für Hertha, den Selke sicher verwandelte (45.+5). Die Berliner gingen also mit einem guten Gefühl in die Kabine.

Doch so wirklich wollte der Funke von den Fans nicht auf den Platz überspringen. Der Magath-Elf fehlte auch in Halbzeit zwei die letzte Entschlossenheit vor dem Tor, um schon am Samstag den Klassenerhalt perfekt zu machen. Stattdessen waren die Mainzer weiter griffig und giftig. Und erneut wurde ein Treffer der Gäste aberkannt: Onisiwos Knaller-Abschluss unter die Latte wurde die Anerkennung verwehrt, weil der Mainzer Hand und Oberarm zur Hilfe genommen hatte (52.). Hertha hatte zudem wenig später Glück, dass ein Ellbogenschlag von Lucas Tousart gegen Stefan Bell nicht als strafstoßwürdig gewertet wurde (73.). Die Hertha schwamm und wirkte wegen des Abstiegs-Drucks überraschend verunsichert. Lotka parierte zunächst einen Stach-Kopfball aus kurzer Distanz (75.) weltklasse, dann hatte der Torwart aber wenig später gegen einen Kopfball von Bell (81.) das Nachsehen. Danach kam es zu einem kurzen Aufbäumen der Hertha. Luca Wollschläger (90.) traf mit seinem Schuss nur den Pfosten. Ein Treffer von Selke (90.+1) zählte wegen Foulspiels nicht.