09. Juli 2020 / 10:30 Uhr

Magath schießt gegen Schalke 04: "Das habe ich alles korrigiert" - Tönnies "war lange genug" Klubchef

Magath schießt gegen Schalke 04: "Das habe ich alles korrigiert" - Tönnies "war lange genug" Klubchef

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Felix Magath hat harte Kritik an seinem früheren Klub FC Schalke 04 und dem langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies geübt.
Felix Magath hat harte Kritik an seinem früheren Klub FC Schalke 04 und dem langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies geübt. © imago images/Montage
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Ex-Trainer Felix Magath geht hart mit den Verantwortlichen von FC Schalke 04 ins Gericht. Der Abschied von Clemens Tönnies sei folgerichtig; zu seiner Schalker Zeit hätten die Spieler "fast alle verdient wie die Könige". Dies habe der 66-Jährige geändert.

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Nach einer in jeder Hinsicht chaotischen und oftmals regelrecht peinlichen Hinrunde hat der FC Schalke 04 seine Ziele mittelfristig nach unten korrigiert. Künftig will der Klub, der sich nach dem Rückzug von Aufsichtsratschef und S04-Macher Clemens Tönnies neu ordnen muss, kleinere Brötchen backen. Das ist nicht nur das Ergebnis der sportlichen Talfahrt, sondern auch der wirtschaftlichen Krise. Denn: Schalke steckt finanziell in eine großen Krise - und sieht sich mit Kritik konfrontiert. Nun arbeitet sich auch Ex-Trainer Felix Magath am Pott-Klub ab.

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Die Verantwortlichen des Klubs hätten "Entscheidungen getroffen, die dazu geführt haben, dass der FC Schalke wieder da ist, wo er vor zehn Jahren war", schimpfte der 66-Jährige in der Bild. "Nämlich fast pleite." Schon im vergangenen Jahrzehnt war der Verein von heftigen Verblndlichkeiten gedrückt. Magath übernahm S04 im Sommer 2009, stieg als Trainer, Manager und Vorstandsmitglied ein. Knapp zwei Jahre später erfolgte die Trennung - die Magath, inzwischen als "Head of Global Soccer" von Hauptsponsor Flyeralarm bei Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers aktiv, offenbar noch nicht vollends verwunden hat.

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"Man hat geglaubt, mich entlassen zu müssen - für eine bessere Zukunft", rekapitulierte Magath. "Als ich kam, hatte der Verein 35 Millionen Euro in den Sand gesetzt, auch durch die hohen Gehälter, die gezahlt wurden." Die Schalker Spieler hätten "fast alle verdient wie Könige", sagte der Ex-Trainer. "Das habe ich alles korrigiert." Unter Magath wurde Schalke anschließend Vizemeister, schaffte in seinem zweiten Jahr sowohl den Sprung ins Halbfinale der Champions League und des DFB-Pokals. Dennoch wurde er entlassen - auch nach internen Querelen. Magath unversöhnlich: "Das war den Herren nicht gut genug."

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Unter Trainer David Wagner beendeten die Schalker die zurückliegende Saison mit 16 Spielen in Folge ohne Sieg und einem letztlich enttäuschenden zwölften Platz. Anschließend wurde nach einer Saisonanalyse eine Kurskorrektur vorgenommen, in der S04 sich mittelfristig vom Saisonziel Europapokal verabschiedete. Diese Ansage sei "keineswegs ein Bekenntnis zum Mittelmaß", erklärte der Schalke-Coach. "Vielmehr ist es eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Vernunft und Nachhaltigkeit. Sicherlich haben die erwähnten Maßnahmen auch Einfluss auf unsere kurz- bis mittelfristigen sportlichen Ziele."

Den Abschied vom umstrittenen Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies, der nach rassistischen Aussagen gegen Afrikaner und einem Corona-Skandal in seiner Fleischfabrik in Gütersloh heftig in der Kritik stand, sieht Magath als folgerichtig an. Der langjährige S04-Boss sei "lange genug beim FC Schalke" gewesen.