04. Juni 2022 / 18:47 Uhr

Felix Magath über seine Zeit nach dem Hertha-Abschied: "Vielleicht würde mich eine Nationalmannschaft reizen"

Felix Magath über seine Zeit nach dem Hertha-Abschied: "Vielleicht würde mich eine Nationalmannschaft reizen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trainer Felix Magath bewahrte Hertha BSC vor dem Abstieg.
Trainer Felix Magath bewahrte Hertha BSC vor dem Abstieg. © Getty Images
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Felix Magath hat sich offenbar noch nicht entschieden, ob er nach seinem Abschied von Hertha BSC weiter als Trainer aktiv sein will. Nach der erfolgreichen Relegation gegen den HSV müsse er sich "erst mal von diesen Wochen erholen". 

Nach der erfolgreichen Rettungsmission und dem angekündigten Abschied bei Hertha BSC hat Felix Magath offen gelassen, ob er noch mal einen Posten als Trainer übernimmt: "Das weiß ich noch nicht", antwortete in einem Interview dem Schweizer Boulevardblatt Blick auf die Frage, wie lange sich seine Frau freuen dürfe, dass er bei ihr bleibe? "Vielleicht würde mich eine Nationalmannschaft reizen", ergänzte Magath: "Ich muss mich jetzt erst mal von diesen Wochen erholen. Und werde mir dann in Ruhe Gedanken machen, wie es mit konkret weitergehen soll."

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Derweil hält der Trainer-Routinier die Datenflut im modernen Fußball für problematisch. Der 68-Jährige, der nicht zum ersten Mal den Erfahrungsfaktor bei einem Trainer betonte, sagte: "Fußball ist so komplex, weil es mit Menschen zu tun hat. Aber in vielen Klubs wird zu sehr auf die Daten geschaut statt auf den Menschen."

Beispielhaft nannte Magath einen Spieler, der wegen schlechter Laktatwerte aus dem Training genommen werde. Diese geben - grob gesagt - Auskunft über den körperlichen Fitnesszustand. "Vergessen wird dabei oft die Psyche. Wenn zum Beispiel einem Spieler gerade die Freundin weggelaufen ist, dann könnte es sein, dass er sich nicht so gut fühlt", sagte Magath. "Und es könnte sein, dass er im Training auch nicht ganz so gute Werte erzielen kann, weil er die Nacht vorher wenig geschlafen hat. Die Reaktion vieler Datenanalysten ist dann: Da stimmt was nicht, wir müssen sofort eingreifen und die Trainingsarbeit reduzieren. Aber das Warum wird vernachlässigt."

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Auch was die Abläufe in einem Spiel betrifft, ist Magath eher zurückhaltend in Sachen Daten. Diese seien als Hilfe da, aber wenn er den ganzen Tag nur mit Zahlen arbeite, "sehe ich irgendwann den Wald vor Bäumen nicht mehr", sagte der ehemalige Profi und weit gereiste Trainer, der zuletzt den Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC vor dem Abstieg gerettet hatte.

Auch dank seiner Erfahrung. "Ich glaube nicht, dass es dem Spiel gerecht wird, wenn man versucht, aufgrund von Daten vorher haargenau zu planen, wie alles ablaufen soll", betonte Magath. Ein Fußballspiel entwickle sich, "und es entstehen Situationen, in denen vor allem der Faktor Mensch bei Entscheidungen in Sekundenbruchteilen gefragt ist".