10. September 2021 / 15:38 Uhr

Felix Nmecha in Wolfsburg: Aus dem Windschatten in die Bundesliga

Felix Nmecha in Wolfsburg: Aus dem Windschatten in die Bundesliga

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
In Wolfsburg vereint: Lukas Nmecha (l.) und sein jüngerer Bruder Felix.
In Wolfsburg vereint: Lukas Nmecha (l.) und sein jüngerer Bruder Felix. © Boris Baschin
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Felix Nmecha, der jüngere Bruder von Lukas Nmecha, wechselte im Sommer von Manchester City zum VfL Wolfsburg. Jetzt will er möglichst viel Spaß und sich aus dem Windschatten des U21-Europameisters in der Bundesliga empfehlen.

Im Juli gab es beim VfL Wolfsburg gleich zwei Nmecha-Überraschungen. Zuerst verkündete der VfL die Rückkehr von Stürmer Lukas, fünf Tage später war die Verpflichtung von dessen kleinem Bruder Felix perfekt. Ein Transfer im Doppelpack? Nein, nein, winkte der ältere der beiden Deutsch-Engländer gleich ab: "Wir treffen unsere Entscheidungen für uns selbst. Der VfL wollte Felix nicht meinetwegen - sondern weil er ein guter Spieler ist.“

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Und so findet es Felix, der kleinere der beiden Brüder (der eigentlich drei Zentimeter größer ist) ziemlich "verrückt", dass er jetzt mit seinem Bruder wieder in einem Team spielt. "Das hatten wir bisher nur mal in Manchester in der Youth League", erzählte Nmecha II bei Wölfe-TV. Klar ist aber: Erst einmal wird er nur als der "andere" Nmecha im Windschatten seines Bruders wahrgenommen. Denn während dieser schon erste Ausrufezeichen beim VfL setzte, muss Felix Nmecha noch einiges aufholen.

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"Er hatte einige Beschwerden im Trainingslager", so Trainer Mark van Bommel, "Er trainiert seit zwei Wochen vollständig mit. Für uns ist es wichtig, dass wir ihn auf ein hohes physisches Level kriegen." Beim Testspiel gegen Hannover in der Länderspielpause deutete der 20-Jährige sein Talent an, für die Bundesliga sei er nun "generell einsatzfähig, aber noch nicht für 90 Minuten bereit". Seine Fähigkeiten stehen außer Frage. "Er ist gut am Ball, läuferisch gut", lobt van Bommel. "Jetzt muss er fit bleiben und sich daran gewöhnen, jeden Tag 100 Prozent zu geben. Das macht er sehr gut."

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Felix Nmechas Position ist die 10, die Nummer allerdings hat beim VfL sein Bruder. Also nahm der Jüngere die 22 - ausgerechnet die Nummer, die der Ältere bei seinem ersten Wolfsburg-Engagement 2019 auf dem Rücken hatte. Und das nicht, weil es der eine gewohnt ist, die Sachen des anderen aufzutragen. Felix Nmecha: "Ich mag die Zahl einfach."

Möglichst viele Einsätze, möglichst erfolgreiche Spiele - das sind Felix Nmechas Ziele. "Ich mag es, kreativ zu sein, Chancen fürs Team zu kreieren", so beschreibt er seinen Stärken. Und hat der große Bruder vielleicht ein bisschen nachgeholfen, als es darum ging, sich für Wolfsburg zu entscheiden? Lukas Nmecha besteht darauf, nur einen kleinen Hinweis gegeben zu haben: "Ich habe ihm gesagt: ,Das ist ein großer Verein – aber trotzdem einer, bei dem du die Chance bekommen kannst zu spielen.‘ Das passt.“ Und so könnten die beiden für eine Premiere sorgen: Denn ein Brüder-Paar hatte der VfL in der Bundesliga noch nie.

Anders als Lukas war Felix bisher nur bei einem Klub - Manchester City. Dort gingen sich die beiden Nmechas in den Teams aus dem Weg, spielten in verschiedenen Altersklassen. Und wie ist das Miteinander jetzt? Lukas beschreibt es so: „Wir haben jetzt eine bessere Beziehung zueinander als früher, als Kinder haben wir uns schon oft gestritten. Aber jetzt ist es top, und ich bin froh, dass er hier ist. Wir haben Wohnungen direkt nebeneinander, das ist optimal. Jeder hat sein eigenes Leben, und wir sind trotzdem nah beieinander.“

Das findet auch der Trainer: "Wenn man miteinander essen oder Playstation spielen will, dann ist jemand da, da muss man keinen anrufen", sagt van Bommel schmunzelnd. Was aber wichtiger ist: "Sie sind nicht immer nur zusammen, sie bringen sich jeder für sich in die Gruppe ein. Das ist gut."