28. November 2022 / 22:03 Uhr

Nach Flitzer-Aktion mit Regenbogenfahne: Fernandes schießt Portugal gegen Uruguay ins Achtelfinale

Nach Flitzer-Aktion mit Regenbogenfahne: Fernandes schießt Portugal gegen Uruguay ins Achtelfinale

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Portugal steht nach dem Sieg gegen Uruguay im WM-Achtelfinale.
Portugal steht nach dem Sieg gegen Uruguay im WM-Achtelfinale. © Getty (Montage)
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Ein Doppelpack von Bruno Fernandes hat Portugal bei der WM in Katar vorzeitig ins Achtelfinale gebracht. Der Europameister von 2016 setzte sich in einer Partie auf mäßigem Niveau knapp gegen Uruguay durch. Die Südamerikaner müssen damit um den Einzug in die nächste Runde bangen.

Cristiano Ronaldo war auf der größten Bühne der Weltmeisterschaft in Katar am Montagabend im doppelten Sinne kein Hauptakteur. Diese Rollen übernahmen beim 2:0 (0:0) zwischen Portugal und Uruguay erst ein Flitzer und später Bruno Fernandes mit zwei Toren (54. und 90.+3. Minute). Die rund 88.600 Plätzen fassende Arena war offiziell ausverkauft. Das Stadion im neuen Stadtteil Dohas wird auch Schauplatz des WM-Endspiels am 18. Dezember sein – und ist Sehnsuchtsort von Ronaldo und Kollegen. Dem Titeltraum ist das Team von Traineroldie Fernando Santos nach zwei Siegen und dem Einzug ins Achtelfinale einen Schritt näher. Mit einem Punkt im abschließenden Gruppenspiel wäre Portugal Gruppenerster.

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Im Vergleich zum Auftakterfolg gegen Ghana (3:2) gab es drei Änderungen in der Startelf. Borussia Dortmunds Raphael Guerreiro und Otavio mussten Platz machen für Nuno Mendes und "Oldie" Pepe, den verletzten Otavio (Rippenbruch) ersetzte William Carvalho. In der Offensive der Südamerikaner erhielt Edinson Cavani den Vorzug vor Luis Suarez. Außerdem starteten Sebastián Coates und der Ex-Frankfurter Guillermo Varela statt Martin Cáceres und Facundo Pellistri.

Beim Klassentreffer der Altstars – vier Profis waren 35 oder älter – brauchte der Europameister von 2016 etwas Anlauf. Im ersten Duell nach dem Achtelfinale von 2018, das Uruguay dank eines Doppelpacks von Cavani gewann, agierte Portugal im 4-3-3, der 37-jährige Ronaldo war wie gewohnt der zentrale Offensivmann. Kaum fünf Minuten gespielt, zeigte „CR7“ mit einem regelkonformen Zuspiel per Schulter für Begeisterung im Stadion.

Danach drückte Portugal auf die Führung: Die bis dahin gefährlichste Chance nach einer halben Stunde hatte Fernandes. Die wenigen Kontersituationen Uruguays blieben wirkungslos. Pepe, nun drittältester bei einer WM eingesetzter Feldspieler (39 Jahre, 275 Tage), hatte gegen Cavani (35) und dessen 12 Jahre jüngeren Sturmpartner Darwin Nunez keine Probleme. Kurz vor der Halbzeit kam BVB-Profi Guerreiro für den verletzten Mendes in die Partie. Ronaldo blieb bis zur Pause unauffällig, der 36 Jahre alte Uruguay-Kapitän Diego Godin war nur selten in Bedrängnis.

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Nach dem Wiederanpfiff folgten die entscheidenden Szenen. Erst kam der Flitzer: In der 51. Minute lief ein Mann mit einer Regenbogenfahne in der Hand auf den Rasen. Das Symbol für Vielfalt und gegen Diskriminierung stand zuletzt im Zentrum der Debatte. Selbst die deutlich abgeänderte Version, zu sehen auf der „One Love“-Binde, wurde letztlich von der FIFA faktisch verboten. Deutschlands Kapitän Manuel Neuer und die Spielführer anderer europäischer Nationen verzichteten schließlich. Die Aktion des Flitzers bezog sich aber auch auf den Ukraine-Krieg und beinhaltete Unterstützung für die Protestbewegung im Iran. Er trug ein Superman-T-Shirt. Auf der Vorderseite stand "Save Ukraine" (deutsch: "Rettet die Ukraine"), auf der Rückseite "Respect for Iranian women" (deutsch: "Respekt für iranische Frauen"). Die Ordner griffen schnell ein und brachten ihn vom Platz. Brisant: Schiedsrichter Alireza Faghani ist Iraner.

Kurz danach gab es nur kurz einen Jubel von Ronaldo. Der Ex-Profi von Manchester United war bei einer Flanke seines ehemaligen Teamkollegen Fernandes nicht mehr dran, die direkt im Tor landete. Danach rannte Uruguay an, scheiterte aber immer wieder am starken Keeper Costa. Auch der eingewechselte Stürmer-Routinier Suarez fand keinen Mittel gegen Portugals Schlussmann. Acht Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit verließ Ronaldo den Platz. Den Schlusspunkt setzte Fernandes per Handelfmeter, den es nach VAR-Entscheidung gab.

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