16. April 2020 / 17:07 Uhr

Turbines Sarah Zadrazil: Fußballtennis am Wolfgangsee

Turbines Sarah Zadrazil: Fußballtennis am Wolfgangsee

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Sarah Zadrazil entspannt am Wolfgangsee.
Sarah Zadrazil entspannt am Wolfgangsee. © Privat
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Frauen-Bundesliga: Turbine Potsdams Kapitänin Sarah Zadrazil hält sich in ihrer Heimat Österreich fit.

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Die Sonne glitzert im Wasser, auf der anderen Seite des Wolfgangsees werfen die Berggipfel bedrohliche Schatten – es gibt in Corona-Zeiten wohl schlechtere Aufenthaltsorte als das kleine St. Gilgen im Salzburger Land. Hier macht sich Sarah Zadrazil, Kapitänin von Turbine Potsdam, gerade fit für eine mögliche Saisonfortsetzung in der Frauenfußball-Bundesliga. Das letzte Spiel des Traditionsclubs liegt inzwischen sieben Wochen zurück. Trotzdem will die 27-jährige Österreicherin die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Turbinen in dieser Spielzeit noch einmal auf den Rasen zurückkehren.

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Für diesen Moment hält sich Sarah Zadrazil, wie alle anderen Spielerinnen, individuell fit. Chefcoach Matthias Rudolph und sein Team schicken regelmäßig neue Trainingspläne. „Eigentlich wäre ich jetzt auch in Potsdam“, sagt die Kapitänin. „Aber ich hatte etwas Glück im Unglück“, gibt sie zu. Nach dem letzten Punktspiel gegen Essen, das Turbine 1:0 gewann, ging es zur österreichischen Nationalmannschaft. Danach sei sie gesundheitlich angeschlagen gewesen – und blieb sicherheitshalber in der Heimat. „Grundsätzlich könnte ich mit einer Arbeitsbescheinigung aber nach Deutschland einreisen“, weiß Sarah Zadrazil.

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Statt des Teamtrainings am Luftschiffhafen stehen nun Laufrunden am Wolfgangsee, Workouts oder eine Partie Fußballtennis mit dem Papa, der einst Trainer in Zadrazils Jugendverein war, auf dem Tagesprogramm. „Hier habe ich mehr Platz zum Trainieren als in meiner Potsdamer Wohnung, also beste Bedingungen“, weiß die Mittelfeldspielerin, die 2016 vom US-College nach Brandenburg wechselte. Mit ihren Mitspielerinnen hält sie trotzdem Kontakt, ist immer „top informiert“, wie sie sagt.

In Potsdam geht Turbine-Geschäftsführer Stephan Schmidt derzeit noch davon aus, dass die Mannschaft nach Aufhebung der Schließung des Luftschiffhafens womöglich am 20. April teilweise ins Training zurückkehren kann. Liga-Konkurrenten wie der VfL Wolfsburg oder der 1. FFC Frankfurt haben den Übungsbetrieb in Kleingruppen schon wieder aufgenommen. Die Frauen-Bundesliga pausiert noch mindestens bis zum 30. April. Und dann stehe da ja noch das wichtige Pokal-Viertelfinale gegen die SGS Essen auf dem Plan, betont Schmidt. Die Partie war die erste, die den Corona-Beschränkungen zum Opfer fiel.


In Bildern: 50 ehemalige Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam – und was aus ihnen wurde

Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam. Zur Galerie
Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam. ©

„Das wäre natürlich ein Highlight, vor allem im eigenen Stadion“, sagt Sarah Zadrazil, die noch an eine Saisonfortsetzung glaubt. „Ich hoffe, dass ähnlich wie bei den Männern weitergespielt werden kann – unter welchen Voraussetzungen auch immer. Aber die Gesundheit ist am Wichtigsten, da ist es nachvollziehbar, dass Spiele ausfallen.“

In Österreich wurden die Eindämmungsmaßnahmen in dieser Woche bereits etwas gelockert. „Ein paar Geschäfte sperren auf. Im Supermarkt oder den öffentlichen Verkehrsmitteln sind die Menschen aber nur mit Mundschutz unterwegs“, berichtet die Turbine-Kapitänin. „Ich denke, wir sind Deutschland da ein paar Wochen voraus. In Österreich gab es relativ früh Ausgangsbeschränkungen. Und die Menschen haben sich alle gut daran gehalten“, sagt Sarah Zadrazil. Wenn auch in Potsdam wieder trainiert werden kann, will sie zurückkehren. Und dann bald auch auf dem Platz wieder angreifen.