13. April 2019 / 14:56 Uhr

„Fielo“ erstmals geschlagen: Dynamo Dresden verliert in Sandhausen mit 1:3

„Fielo“ erstmals geschlagen: Dynamo Dresden verliert in Sandhausen mit 1:3

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
13.04.2019, Baden-Württemberg, Sandhausen: Fußball: 2. Bundesliga, SV Sandhausen - Dynamo Dresden, 29. Spieltag, im Hardtwald-Stadion. Sandhausens Dennis Diekmeier (l-r), Dresdens Haris Duljevic und Sandhausens Kevin Behrens kämpfen um den Ball. Foto: Uwe Anspach/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk ++
Sandhausens Dennis Diekmeier schirmt den Ball vor Dresdens Haris Duljevic ab. © dpa
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Erich Berko brachte zwar die Schwarz-Gelben in der zweiten Halbzeit in Führung, doch drei Treffer binnen zehn Minuten entschieden die Partie zu Gunsten der engagierten Hausherren. 

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Sandhausen. In der sechsten Partie unter Trainer Cristian Fiel ist Dynamo Dresden erstmals als Verlierer vom Platz gegangen. Die Schwarz-Gelben verloren nach eigener Führung durch Erich Berko (56.) vor 6541 Zuschauern im BWT-Stadion am Hardtwald noch mit 1:3 (0:0). Aleksander Zhirov (69.), Nejmeddin Daghfous (72.) und Andrew Wooten (79.) drehten die Partie in kürzester Zeit und vergrößerten damit die Dresdner Abstiegssorgen wieder.

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SV Sandhausen - SG Dynamo Dresden (3:1) Zur Galerie
SV Sandhausen - SG Dynamo Dresden (3:1) ©
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Gegen die Kurpfälzer nahm Trainer Cristian Fiel im Vergleich zum 0:0 im Heimspiel gegen Union Berlin am vergangenen Sonntag zwei Änderungen vor: Statt Osman Atilgan bildete diesmal Dresdens 22-jähriger Toptorschütze Moussa Koné (neun Saisontore) den Doppelsturm mit Erich Berko. Und auf der linken Außenverteidigerposition rückte der Österreicher Patrick Möschl wieder für Niklas Kreuzer in die Startelf.

Kevin Behrens setzt erstes Achtungszeichen

Das erste Achtungszeichen setzte schon nach einer reichlichen Spielminute der Gastgeber, als sich Kevin Behrens gegen Florian Ballas durchsetzte und Dresdens Torwart Markus Schubert mit starkem Reflex rettete. Doch auch die Gäste aus Sachsen waren schnell im Spiel. Moussa Koné kam an Aleksandr Zhirov vorbei, SVS-Schlussmann Marcel Schuhen klärte den Ball mit sehenswerter Flugeinlage über sein Gehäuse zur Ecke, nach der Dario Dumics Schuss geblockt wurde (5.).

In einer druckvollen Anfangsphase bestimmte danach aber wieder die Heimelf das Geschehen und drängte Dynamo in die Defensive. Andrew Wooten war nach feinem Pass durch die Abwehrreihe gelaufen und nun musste Dario Dumic in höchster Not zur Ecke klären. Beim bereits dritten Sandhäuser Eckball (10.) verlängerte Markus Karl den Ball gefährlich auf Kevin Behrens, der den Ball aus kürzester Distanz freistehend über Tor jagte – spätestens jetzt konnte sich Cristian Fiel glücklich schätzen, dass seine Schützlinge noch nicht in Rückstand lagen.

Aufgrund einer Verletzung von Markus Karl war die Heimelf früh zum ersten Wechsel gezwungen, Erik Zenga kam für ihn in die Partie (20.). Kurz darauf hatten die Dresdner erneut Glück, dass Schiedsrichter Florian Heft der Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat einen Elfmeter verwehrte. Florian Ballas hatte im eigenen Strafraum den Ball verloren und Kevin Behrens mit hartem Bodycheck zu Fall gebracht. Ein Pfiff wäre vertretbar gewesen.

Sandhausen erspielt sich Chance um Chance

Anschließend konnten die Schwarz-Gelben, bei denen nach vorn nur wenig ging, die Gastgeber für zumindest zehn Minuten mal vom eigenen Tor fernhalten. Danach aber wurde es wieder sehr brenzlig. Etwa 32 Minuten waren gespielt, als Außenverteidiger Patrick Möschl ein Loch in der Mitte stopfen musste und deshalb auf seiner Seite fehlte, als Dennis Diekmeier ungehindert auf Kevin Behrens am zweiten Pfosten flanken konnte. Dessen Flugkopfball strich so hauchdünn am Pfosten vorbei, dass die Fans der Kurpfälzer schon den Torschrei auf den Lippen hatten.

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(1) Markus Schubert: Muss bereits in der 2. Spielminute hellwach sein, als Sandhausens Angreifer Behrens in unmittelbarer Tornähe zum Abschluss kommt und er mit dem Fuß klären muss. Wird in der 38. Minute vom auffälligen Kevin Behrens so unter Druck gesetzt, dass er den Ball nur noch ins Seitenaus spielen kann. Insgesamt in den ersten 45 Minuten gut beschäftigt. Beim Kopfball-Ausgleichtor durch Zhirov in der 69. Minute chancenlos. Sieht im Anschluss die gelbe Karte. Beim 1:2 in der 72. Minute durch einen Freistoß von Daghfous mit einem unglücklichen Abwehrversuch, wobei er den Ball durch die Mauer aber auch erst spät sieht. Beim 3:1 durch Wooten in der 79. im Eins-gegen-Eins nach einem Konter erneut chancenlos. Note 3,5. Zur Galerie
(1) Markus Schubert: Muss bereits in der 2. Spielminute hellwach sein, als Sandhausens Angreifer Behrens in unmittelbarer Tornähe zum Abschluss kommt und er mit dem Fuß klären muss. Wird in der 38. Minute vom auffälligen Kevin Behrens so unter Druck gesetzt, dass er den Ball nur noch ins Seitenaus spielen kann. Insgesamt in den ersten 45 Minuten gut beschäftigt. Beim Kopfball-Ausgleichtor durch Zhirov in der 69. Minute chancenlos. Sieht im Anschluss die gelbe Karte. Beim 1:2 in der 72. Minute durch einen Freistoß von Daghfous mit einem unglücklichen Abwehrversuch, wobei er den Ball durch die Mauer aber auch erst spät sieht. Beim 3:1 durch Wooten in der 79. im Eins-gegen-Eins nach einem Konter erneut chancenlos. Note 3,5. ©
LESENSWERT

Nach einer reichlichen halben Stunde Spielzeit wäre die Sandhäuser Führung hochverdient gewesen. Dynamo war fast ausschließlich mit Verteidigen beschäftigt. Die Dresdner warteten auf Konterchancen, ihre Offensive hatte aber immer wieder das Nachsehen und fand keine Möglichkeit gegen die gegnerische Abwehr. Haris Duljevic prüfte Schuhen nach 45 Minuten noch mal aus der Distanz, für den SVS-Torwart war das aber keine Herausforderung. Danach ging es dann in die Kabinen – etwas Zeit zum Durchschnaufen für die SGD.

Wechsel nahm Cristian Fiel in der Pause noch nicht vor. Und auch die Partie lief unverändert weiter vor allem in Richtung Markus Schubert. Leart Paqaradas Distanzschuss (47.) flog jedoch übers Tor. Auch das Verletzungspech blieb den Gastgebern treu. Philipp Förster musste raus, Nejmeddin Daghfous kam neu in die Partie (53.). Brandgefährlich war dann Paqaradas Freistoß, den Zenga am ersten Pfosten verlängerte. Quer durch die Gefahrenzone flog der Ball dann aber ins Toraus (55.).

Dresdens Erich Berko stellt Spielverlauf auf den Kopf

Der folgende Angriff sollte das Spiel dann auf den Kopf stellen. Nach einem Blackout von Ex-Dynamo Tim Kister in der Sandhäuser Innenverteidigung kam überraschend Erich Berko freistehend im Strafraum an den Ball und hatte keine Mühe, ihn vorbei an Marcel Schuhen einzuschieben. Wie aus dem Nichts lag Dynamo plötzlich 1:0 in Front (56.). Und Sandhausen wirkte etwas geschockt, holte sich nach klaren Fouls zunächst zwei Gelbe Karten ab.

Die SGD hatte nun Oberwasser. Haris Duljevic hatte eine starke Szene, als er an der linken Außenlinie zwei Gegner narrte. Seine scharfe Hereingabe verpasste Moussa Koné in der Mitte knapp. Es war die letzte Szene des Senegalesen in der Begegnung. Mit Lucas Röser kam für ihn ein frischer Stürmer (63.). Anschließend ließ auch die SGD erstmals eine fast todsichere Chance liegen. Schuhen hatte sich nach einer Atik-Ecke verschätzt. Am langen Pfosten köpfte Erich Berko den Ball knapp daneben (66.).

Die Gastgeber waren in dieser Phase vor allem mit Standards gefährlich. Paqaradas direkter Freistoß ging noch knapp daneben (68.), doch Zhirovs Kopfball (69.) im Duell mit Ballas nach einer Daghfous-Ecke saß. Der Ausgleich war natürlich verdient, aber gerade in dieser Phase auch etwas überraschend. Und es sollte noch schlimmer für die Schwarz-Gelben: Kurz nach dem Wechsel von Niklas Kreuzer für Patrick Möschl (71.) holte sich Dario Dumic mit einem Foul an Wooten seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison.

Sandhausens Nejmeddin Daghfous dreht das Spiel

Damit fehlt der SGD-Verteidiger im Heimspiel am Ostersonntag gegen Tabellenführer 1. FC Köln. Noch schwerwiegender war aber die die Folge des dabei verursachten Freistoßes. Den legte sich der eingewechselte Nejmeddin Daghfous zurecht und haute ihn aus 20 Metern einfach mal rein. Aufgrund der Mauer sah Schubert den Ball spät und konnte die Sandhäuser 2:1-Führung nicht verhindern (72.) – Spiel gedreht innerhalb von drei Minuten.

Nun musste Cristian Fiel natürlich mehr Risiko gehen und nahm mit Sören Gonther einen Verteidiger vom Feld. Patrick Ebert, der die drei Spiele in der Englischen Woche aufgrund von Muskelbeschwerden verpasst hatte, sollte nun das Mittelfeld verstärken. Doch der gewünschte Effekt trat nicht ein. Unmittelbar mit dem nächsten Spielzug erhöhten die Kurpfälzer auf 3:1. Andrew Wooten war bei einem Behrens-Pass aus der eigenen Hälfte gestartet, lief auf und davon und vollendete den Konter im Eins-gegen-eins mustergültig gegen den chancenlosen Markus Schubert (79.).

Cristian Fiel hatte nun keine Wechseloptionen mehr und seine Mannen lagen zehn Minuten vor Schluss mit zwei Toren im Rückstand. Und der SV Sandhausen agierte mit Rückenwind nun deutlich mutiger. Vor allem bei Linsmayers Pfostenschlenzer (86.) hatte die SGD wieder Dusel. Mehrere gegnerische Konter verliefen ebenfalls im Sande. Am Ende steht eine verdiente Niederlage in der Kurpfalz zu Buche. Nun sind die Dresdner im Heimspiel gegen Köln am Ostersonntag gefordert.

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