10. Februar 2019 / 15:12 Uhr

Fieser Rückschlag: Bundesliga-Boxer vom BSK Seelze kassieren Pleite gegen Traktor Schwerin

Fieser Rückschlag: Bundesliga-Boxer vom BSK Seelze kassieren Pleite gegen Traktor Schwerin

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das schmerzt: Seelzes Debütant Hasan Özer (li.)  trifft Artur Ohanyan-Beck.  Zum Sieg reicht es nicht.
Das schmerzt: Seelzes Debütant Hasan Özer (li.)  trifft Artur Ohanyan-Beck.  Zum Sieg reicht es nicht. © Maike Lobback
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Kann Hannover durch diesen Knock-Out die Meisterschaft schon abhaken? Traktor Schwerin hat den Titelverteidiger übel gerammt und die Tabellenspitze übernommen. Seelzes Cheftrainer will das Handtuch längst nicht werfen.

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Blaue Augen hat Arthur Mattheis schon viele gesehen. Ein blauer Fuß ist beim Boxen eher selten. Entsprechend entsetzt war der Cheftrainer des BSK Hannover-Seelze, als ihm Superschwergewichtler Oleksandr Babych ein Foto von seinem verletzten Fußgelenk zuschickte. Der Ukrainer war umgeknickt und sagte kurzfristig ab, Mattheis musste in drei von sieben Gewichtsklassen umstellen.

Ein großer Nachteil für den amtierenden deutschen Amateurmeister, er verlor das wichtige Erstligaduell gegen den SC Traktor Schwerin mit 9:11 und damit zugleich die Tabellenführung an die Gäste. Es war die erste Niederlage für den BSK, der nun um die Titelverteidigung bangen muss.

Dieser Tiefschlag tut weh: Im Kampf um die deutsche Meisterschaft im Boxen hat Titelverteidiger BSK Seelze im Heimkampf gegen Traktor Schwerin eine bitte Niederlage hinnehmen müssen.

Dieser Tiefschlag tut weh: Im Kampf um die deutsche Meisterschaft im Boxen hat Titelverteidiger BSK Seelze im Heimkampf gegen Traktor Schwerin eine bitte Niederlage hinnehmen müssen. Zur Galerie
Dieser Tiefschlag tut weh: Im Kampf um die deutsche Meisterschaft im Boxen hat Titelverteidiger BSK Seelze im Heimkampf gegen Traktor Schwerin eine bitte Niederlage hinnehmen müssen. ©
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Gleich der erste Kampf sollte vorentscheidend werden im ausverkauften Autohaus Kahle. Routinier Raman Sharafa traf öfter, hatte schnelle Hände und den Schweriner Arslan Khataev meist im Griff. Drei der fünf Punktrichter votierten allerdings für Khataev. Mattheis war wie vor den Kopf geschlagen, stand versteinert in der blauen Ecke. Auch Sharafa, der 36-jährige Routinier aus Amberg, konnte es nicht fassen. „Ich denke schon, dass ich alle drei Runden gewonnen habe“, sagte Sharafa, der seit vergangener Saison unbesiegt war.

Zwar schlug Hannover durch Sevak Miroyan (5:0-Wertung) zurück. Der Armenier vertrat sehr gut den DBV-Kaderathleten Kastriot Sopa, der das erforderliche Gewicht nicht erreicht hatte. Und Magomed Schachidov (4:0) brachte die Gastgeber nach drei Monaten Boxpause sogar in Führung, wenngleich er arg gezeichnet war. „Das war mehr ein Ringen als Boxen, ich mag das Clinchen nicht“, sagte der Münchner.

Die Seelzer Boxer laufen ein

Einen echten Notfall gab es später tatsächlich, als der erneut sehr starke Mittelgewichtler Andrey Mersljakov an der Reihe war. Ein Zuschauer war kollabiert, Ringarzt Micha Alescha Wieghorst musste Erste Hilfe leisten. Mersljakovs Duell mit Andrii Tereheria war nach zwei Runden minutenlang unterbrochen. Anschließend hatte der heiße Olympiakandidat des BSK im spektakulärsten und besten Kampf des Abends wieder die besseren Aktionen und war mit dem Unentschieden nicht einverstanden. „In Runde drei hat er nichts mehr gemacht“, schimpfte Mersljakov.

In den folgenden drei Kämpfen konnten die Seelzer nicht mehr viel machen. Der halbschwere Hassan Özer (ersetzte Ibrahim Bazuev) schlug sich bei seinem Bundesliga-Debüt wacker, verlor gegen Artur Ohanyan Beck aber ebenso deutlich wie der verkrampft wirkende Eugen Waigel im Schwergewicht gegen Nadir Ünal. Traktor führte mit 10:9, und es war an Vladimir Troschkin, zumindest noch ein Remis zu erstreiten. Gegen den erfahrenen Nelvie Tiafack holte er sich bereits in Runde eins eine blutige Nase. In der nächsten zählte der Ringrichter Troschkin an. Mattheis warf das Handtuch, die lautstarken Gästefans jubelten.

Die Boxer sind heiß auf ihren Kampf!

„Das ist sehr unglücklich gelaufen. Wir können mehr“, sagte Schachidov. Wie die anderen Auswahlboxer fliegt er morgen mit dem deutschen Nationalteam zu einem spontan anberaumten zweiwöchigen Lehrgang nach Kuba. Sechs Stammkräfte fehlen dem BSK damit in den nächsten beiden Duellen gegen Hertha BSC und Schwerin. Das haut Mattheis und dem Meister die Planungen durcheinander. „Aber es wirft uns nicht um. Es ist hart, doch wir kommen da durch“, erklärte Mattheis kämpferisch. „Wer uns abschreibt, begeht einen Fehler.“

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