31. März 2020 / 18:52 Uhr

FIFA bestätigt: Weltverband plant gewaltigen Hilfsfonds zur Unterstützung des Fußballs

FIFA bestätigt: Weltverband plant gewaltigen Hilfsfonds zur Unterstützung des Fußballs

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
FIFA-Präsident Gianni Infantino will die Coronavirus-Krise mit einem gigantischen Hilfspaket bekämpfen.
FIFA-Präsident Gianni Infantino will die Coronavirus-Krise mit einem gigantischen Hilfspaket bekämpfen. © imago images/Montage
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Gianni Infantino sieht sich angesichts immer einschneidender Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus zum Handeln gezwungen. Der FIFA-Präsident will der Krise, die auch den Fußball an seine Belastungsgrenze treibt, laut "New York Times" mit einem Hilfsfonds begegnen.

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Gianni Infantino wurde im Bezug auf die weltweite Coronavirus-Pandemie lange eine zögerliche Herangehensweise vorgeworfen - nun aber tritt der FIFA-Präsident der Krise, die immer mehr auch die Fußball-Branche erschüttert, offenbar entschieden entgegen. Wie die New York Times berichten, plant der Weltverband die Einrichtung eines Krisen-Hilfsfonds in gewaltiger Höhe, um finanziell schwer getroffenen Klubs und Verbänden zu helfen. Die FIFA bestätigte diese Meldung am Dienstag in groben Zügen in einer Mitteilung.

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Demnach sah die FIFA sich nach den jüngsten Meldungen über die Ausbreitung des Virus, das sich von einer Epidemie in der chinesischen Metropole Wuhan in Windeseile zu einer Pandemie globalen Ausmaßes entwickelt hat, zum Handeln gezwungen. Wie die NY Times aus Quellen im Weltverband erfahren haben will, soll der geplante Hilfsfonds mehrere hundert Millionen Euro umfassen - die genaue Höhe sei noch unbekannt. Die FIFA verfügt laut ihres letzten Finanzreports über Rücklagen in Höhe von 2,74 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 2,49 Milliarden Euro.

FIFA-Statement: "Unsere Pflicht, in der Stunde der Not zu helfen"

Am Dienstag kündigte die FIFA in einem Statement finanzielle Unterstützung für Vereine und Verbände an und bestätigte damit die Meldung der NY Times - ohne allerdings konkret zu werden. "Die FIFA ist in einer starken finanziellen Situation und es ist unsere Pflicht, alles dafür zu tun, ihnen in der Stunde der Not zu helfen. Deshalb bestätigen wir, dass die FIFA an Möglichkeiten arbeitet, der Fußball-Gemeinschaft auf der ganzen Welt zu assistieren". Man habe zuvor eine "ausführliche Bestandsaunahme des finanziellen Einflusses dieser Pandemie auf den Fußball" vorgenommen.

Die Hilfsmaßnahme wäre, sofern sie von den führenden Personen der FIFA durchgewunken wird, die "bisher größte eines führenden Sport-Verbandes" zur Bekämpfung der derzeitigen Krise, die in einigen Fällen schon zu Konkurs-Meldungen geführt hat - wie im Fall des slowakischen Spitzenklubs MSK Zilina.

Bundesliga drohen Verluste von bis zu 750 Millionen Euro

Auch die Bundesliga operiert nahe der Schmerzgrenze - es heißt, bei einem Abbruch würden wegen noch ausstehender TV-Gelder Verluste von bis zu 750 Millionen Euro drohen.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte gemeinsam mit ihren 36 Vereinen am Dienstag beschlossen, dass die Saison der Bundesliga sowie der 2. Liga bis zum 30. April pausiert wird. Anschließend soll die Spielzeit mit sogenannten Geisterspielen zu Ende gespielt werden.

FIFA-Boss Infantino hatte die Coronavirus-Pandemie in der vergangenen Woche in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport als Chance für den Fußball bezeichnet. "Vielleicht können wird den Fußball reformieren, indem wir einen Schritt zurück machen", sagte Infantino anlässlich seines 50. Geburtstags und schlug vor: "Weniger Turniere, dafür interessantere. Vielleicht weniger Teams, dafür größere Ausgeglichenheit. Weniger Spiele, um die Gesundheit der Spieler zu schützen, dafür umkämpftere Partien."