19. November 2022 / 14:07 Uhr

FIFA-Boss Infantino kontert Kritik an kurzfristigem Bier-Verbot: "Es ist nie zu spät, etwas zu verändern"

FIFA-Boss Infantino kontert Kritik an kurzfristigem Bier-Verbot: "Es ist nie zu spät, etwas zu verändern"

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht über die Diskussionen um den Alkohol-Ausschank bei der WM.
FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht über die Diskussionen um den Alkohol-Ausschank bei der WM. © IMAGO/Fotografie73/Shutterstock (Montage)
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Die Entscheidung, rund um die WM-Stadien trotz vorheriger Zusage doch kein Bier zu verkaufen, sorgte für Verwunderung – weil es als Beispiel für die Entscheidungsmacht von Gastgeber Katar genannt wird. FIFA-Präsident Gianni Infantino widerspricht und behauptet, er habe die WM "zu 100 Prozent unter Kontrolle."

Es gibt kein Bier in den Stadien: Das hatte WM-Gastgeber Katar am Freitag, zwei Tage vor Turnierbeginn, trotz vorheriger Vereinbarung entschieden. Die Kritik an der kurzfristigen Änderung konterte FIFA-Präsident Gianni Infantino am Samstag auf der bemerkenswerten Pressekonferenz. "Es gibt über 200 Stellen, wo man immer noch Alkohol kaufen kann, und über 100.000 Menschen können gleichzeitig Alkohol trinken. Wenn man drei Stunden am Tag kein Bier trinkt, kann man das überleben", sagte Infantino.

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Alkohol ist in Katar nicht gänzlich verboten, wird aber nur sehr eingeschränkt etwa in Bars oder Restaurants bestimmter Hotels ausgeschenkt. Rund um den Bier-Ausschank bei der WM hatte es viele Diskussionen gegeben. Anfang der Woche wurden laut Medienberichten bereits errichtete Verkaufsstände rund um die Stadien wieder abgebaut. Zunächst hieß es, diese sollten an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Demnach drängten die Gastgeber auf ein Verbot von Alkohol, während die FIFA und ihr Bier-Sponsor Budweiser sich dem widersetzt hätten.

Infantino: "Gemeinsame Entscheidung von Katar und FIFA"

Die Kurzfristigkeit des Verbots schlägt nicht nur wegen der emotional aufgeladenen Debatte um Bier große Wellen. Sie legt nahe, dass die FIFA stets dem Willen des Wüstenemirats nachkommt. Ein anderes Beispiel, das genannt wird, ist das Eröffnungsspiel, das erst vor einigen Monaten um einen Tag auf den 20. November vorverlegt wurde, damit Katar das die erste Partie des Turniers bestreiten kann. Dem widersprach Infantino vehement: "Ich habe das Gefühl, diese Weltmeisterschaft zu 100 Prozent unter Kontrolle zu haben, absolut", erklärte der FIFA-Boss und fügte an: "Lassen Sie mich versichern, dass jede Entscheidung, die bei der WM getroffen wird, eine gemeinsame Entscheidung von Katar und FIFA ist. Jede einzelne Entscheidung wird überlegt, diskutiert und gemeinsam getroffen."

Die FIFA habe daran gearbeitet, die bestehende Vereinbarung aufrechtzuerhalten. "Jetzt kam es natürlich spät zu einer Veränderung der Regeln, weil wir bis zum Ende versucht haben zu schauen, ob es möglich ist", sagte der 52 Jahre alte Schweizer: "Es ist nie zu spät, etwas zu verändern. Vielleicht werden noch Änderungen in anderen Bereichen vorgenommen werden."

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Zur Erklärung, wieso es doch zum Bier-Verbot rund um die Stadien kam, verwies Infantino auf ähnliche Bestimmungen "in Frankreich, Portugal oder Schottland". Weiterhin erlaubt ist der Verkauf von alkoholfreiem Bier der Brauerei, die zum Konzern AB InBev gehört. Zu Verwerfungen mit Sponsor Budweiser, der für den Weltverband "seit einigen Jahrzehnten ein großartiger Partner" sei, käme es nicht.

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