04. Juni 2019 / 14:37 Uhr

FIFA-Präsident Gianni Infantino vor der Wiederwahl: Die Bilanz seiner bisherigen Amtszeit

FIFA-Präsident Gianni Infantino vor der Wiederwahl: Die Bilanz seiner bisherigen Amtszeit

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gianni Infantino ist seit 2015 der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA. Nun steht er in Paris vor der Wiederwahl und hat keinen Gegenkandidaten.
Gianni Infantino ist seit 2015 der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA. Nun steht er in Paris vor der Wiederwahl und hat keinen Gegenkandidaten. © 2016 Getty Images
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Gianni Infantino steht vor der Wiederwahl als FIFA-Präsident. Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2015 sprach er davon, eine neue Ära einleiten zu wollen. Doch wie sieht die Bilanz seiner ersten Amtszeit beim Weltverband aus? Der Faktencheck.

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Mit großen Versprechen trat Gianni Infantino 2016 als FIFA-Präsident in einer der schwersten Zeiten für den Weltverband an. Er wolle eine "neue Ära" einläuten, kündigte er nach seiner Wahl an und grenzte sich gegen den 2015 gestürzten Joseph Blatter ab. Am Mittwoch steht einer zweiten Kür von Infantino beim Kongress in Paris nichts im Wege, da es keinen Gegenkandidaten gibt. Wie sieht die Infantino-Bilanz aus? Ein Faktencheck.

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Sportlich: Infantino forcierte die Expansionspolitik. Die Ausweitung der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wurde ebenso in seiner Amtszeit verabschiedet wie die vergrößerte Klub-WM. Seine Hoffnung, bereits die WM 2022 mit Gastgeber Katar in mehreren Ländern und mit 48 statt 32 Teams stattfinden zu lassen, erfüllte sich nicht.

Dies ist die wohl größte Niederlage seiner bisherigen Amtszeit. Offen ließ Infantino zudem stets, wer hinter einem Milliarden-Angebot für die Vermarktung von neuen Wettbewerben steckte. Auch deshalb scheiterte das Unternehmen bislang unter anderem am Widerstand aus Europa. Fazit: In Sachen Transparenz geht noch mehr.

Korruption bei der FIFA: Sperren für Joseph Blatter und Michel Platini

Image: Die Fifa-Korruptionskrise forderte 2015 hochrangige Opfer, so wurden Weltverbandschef Joseph Blatter und UEFA-Boss Michael Platini für alle Fußballaktivitäten gesperrt. In der Ägide Infantinos verloren vier Mitglieder der FIFA-Regierung ihren Posten. Zuletzt gab DFB-Präsident Reinhard Grindel wegen der Annahme eines Uhrengeschenks sein Amt auf.

Gegen Infantino selbst wurde von der Ethikkommission unter anderem wegen aus Russland bezahlter Privatjetflüge ermittelt – der Freispruch erfolgte im August 2016. Später wurden die Spitzen des Gremiums, der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert und Chefermittler Cornel Borbely aus der Schweiz, nicht wieder zur Wahl aufgestellt. Mittlerweile hat Infantino in seinem engsten Umfeld Personen platziert, die ihm gefällig sind. Er bestimmt Leitlinien und deren Umsetzung.

FIFA-Präsident Gianni Infantino beim Fußballspielen

Dieser Präsident kann kicken! Gianni Infantino lud Altstars zum Spaßkick ein. Er wolle den Fußball wieder zurück zur FIFA bringen, so Infantino. Zur Galerie
Dieser Präsident kann kicken! Gianni Infantino lud Altstars zum Spaßkick ein. Er wolle den Fußball wieder zurück zur FIFA bringen, so Infantino. © dpa
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Finanzen: Im Jahr 2016 verbuchte die FIFA ein Defizit von 369 Millionen Dollar. Verantwortlich machte der Weltverband damals Altlasten aus der Ära von Blatter und die Umstellung auf ein neues Buchungssystem. Durch Rekordeinnahmen bei der WM vor einem Jahr in Russland verbuchte der Weltverband für den Zyklus von 2015 bis 2018 allerdings ein Plus von mehr als einer Milliarde.

Angesichts der Finanzlage konnte Infantino den Verbänden versprechen, dass alle 211 FIFA-Mitglieder mindestens sechs Millionen US-Dollar über vier Jahre erhalten werden. Die Sponsoren-Landschaft für die FIFA hat sich allerdings verändert. Weniger Unternehmen aus Europa und den USA, dafür mehr Firmen beispielsweise aus WM-Gastgeberland Katar oder dem potenziellen Ausrichter China werben beim Weltverband.

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FIFA-Ära Infantino: Mitnichten transparenter

Bedeutet am Ende: Das Image der FIFA hat Infantino zumindest nach Meinung vieler europäischer Verbände mitnichten wiederhergestellt. Die versprochene neue Ära leitete er jedoch in der Tat ein: Es ist die Ära Infantino. Und die scheint insgesamt nicht transparenter als in der Zeit seiner Vorgänger.

"Es ist noch so wie früher bei Blatter, nur jetzt muss man viele Formulare ausfüllen, bevor man sein Geld bekommt", sagte ein Funktionär aus Uganda über den FIFA-Wandel unter Infantino.

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